Symposium Glücksspiel 2026: Seit mehr als zwei Jahrzehnten Forum für Regulierung, Forschung und Spielerschutz

Bild: Forschungsstelle Glücksspiel der Universität Hohenheim
Wenn in Deutschland über Glücksspiel gesprochen wird, geht es längst nicht mehr nur um Spielbanken, Lotterien oder Sportwetten. Es geht um Regulierung und Vollzug, um Kanalisierung in legale Angebote, um Spielerschutz, um den illegalen Markt – und zunehmend auch um digitale Geschäftsmodelle und neue Technologien. Genau an dieser Schnittstelle hat sich das Symposium Glücksspiel der Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim etabliert: als Ort, an dem sich Wissenschaft, Aufsicht, Politik, Prävention und Praxis regelmäßig begegnen, um Entwicklungen einzuordnen und Konsequenzen zu diskutieren.

Die Veranstaltung, die 2026 in ihre 23. Ausgabe geht, ist damit seit über 20 Jahren ein fester Termin im Kalender der Branche und der zuständigen Institutionen. Entstanden ist das Symposium aus dem Bedürfnis, eine sachliche, interdisziplinäre Plattform zu schaffen – jenseits von Einzelinteressen und Tagesaufregern. Während sich der Glücksspielmarkt in dieser Zeit grundlegend verändert hat, blieb der Kern des Formats gleich: Forschungserkenntnisse und praktische Erfahrungen zusammenzuführen, damit Regulierung, Prävention und Marktrealität nicht aneinander vorbeilaufen.

Am 17. und 18. März 2026 lädt die Forschungsstelle erneut nach Hohenheim ein. Wer nicht vor Ort teilnehmen kann, soll die Vorträge auch per Live-Stream verfolgen können – allerdings als reine Übertragung ohne Interaktionsmöglichkeit. Inhaltlich knüpft das Symposium an die großen Linien an, die den Markt derzeit prägen: die Wirksamkeit der Aufsicht, die Dynamik des Online-Segments, die Frage nach dem tatsächlichen Ausmaß des Schwarzmarkts und die Rolle von Werbung und Produktdesign im Spannungsfeld zwischen Attraktivität und Schutz.

Auffällig ist dabei, wie sehr sich das Symposium als Seismograf aktueller Debatten versteht. Wenn beispielsweise über die Perspektiven eines kommenden Glücksspielstaatsvertrags diskutiert wird, dann nicht als abstrakter Gesetzestext, sondern mit Blick auf die praktische Umsetzung: Was kann Regulierung realistisch leisten? Wo entstehen Vollzugslücken? Und wie verändern neue Vertriebswege den Druck auf Politik und Behörden? Ebenso rückt die Forschung immer stärker die Frage ins Zentrum, was Menschen tatsächlich in problematisches Spielverhalten führt – und welche Hilfsangebote funktionieren, wenn sich Glücksspiel ins Digitale verlagert.

Dass technologische Entwicklungen inzwischen eigene Programmpunkte bekommen, passt in dieses Bild. Künstliche Intelligenz, digitale Beratung und neue Kommunikationsformen verändern nicht nur Marketing und Produktentwicklung, sondern auch Prävention und Versorgung. Wenn über digitale Hilfesysteme und KI-gestützte Ansätze gesprochen wird, geht es daher um mehr als Technikbegeisterung: Es geht um die praktische Frage, wie Spielerschutz in einer Welt aussehen kann, in der Angebote rund um die Uhr verfügbar sind und Risiken sich schneller verbreiten als klassische Hilfsstrukturen reagieren.

Gerade deshalb ist das Symposium für viele Teilnehmende mehr als eine Fachtagung. Es ist ein Ort, an dem sich unterschiedliche Sichtweisen reiben dürfen – und zugleich ein Rahmen, der Streitfragen wieder auf eine gemeinsame Grundlage stellt: Daten, Rechtsrahmen, Erfahrungen aus der Aufsicht und Erkenntnisse aus der Suchthilfe. In einer Branche, die politisch aufgeladen ist und in der wirtschaftliche Interessen, Verbraucherinteressen und staatliche Ziele oft kollidieren, bleibt diese Art von Dialog ein entscheidender Faktor.

Mit der 23. Ausgabe zeigt das Symposium Glücksspiel 2026 vor allem eines: Die zentralen Fragen sind nicht kleiner geworden – sie sind komplexer. Und genau darin liegt die Berechtigung des Formats seit über zwei Jahrzehnten: Orientierung zu geben, wenn Markt, Recht und Technik sich schneller verändern als einfache Antworten.