Verwirrung um Europäische Kommission: ISA-GUIDE-Chefredakteur Reinhold Schmitt fragt nach bei Lotto-Sprecher

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
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Klaus Sattler
Klaus Sattler
Reinhold Schmitt: Zuletzt schlugen die Wellen in Sachen EU-Kommission wieder hoch. Lotto Baden-Württemberg hatte in einer Pressemitteilung am Dienstag verkündet, dass die EU-Kommission u.a. zwei Glücksspiel-Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingestellt habe. Dies nahm der Rechtsanwalt Martin Arendts am Freitag zum Anlass, das staatliche Glücksspielunternehmen scharf anzugreifen.

ISA-GUIDE-Chefredakteur Reinhold Schmitt erkundigte sich bei Klaus Sattler, dem Leiter Unternehmenskommunikation von Lotto Baden-Württemberg.

Reinhold Schmitt: Herr Sattler, haben Sie am Dienstag falsche Fakten verbreitet?

Klaus Sattler: Nein, davon kann keine Rede sein. Die EU-Kommission hat, wie unsere Geschäftsführerin, Frau Caspers-Merk, richtigerweise bemerkt, tatsächlich zwei Glücksspiel-Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingestellt. Dies kann übrigens auf der Homepage der Kommission (http://ec.europa.eu/atwork/applying-eu-law…) auch eingesehen werden. Bei den Fällen handelt es sich um die Nummern 20074866 und 20034350.

  • Peter Nötzold

    Das ist ja geradezu hanebüchen und lächerlich, wie Lotto Baden-Württemberg hier versucht, mit der Schließung steinalter Akten Kapital und gute Stimmung zum desaströsen Glücksspielstaatsvertrag heraus zu schlagen.

  • Lars Franken

    Der Zeitpunkt scheint mir wohl überlegt zu sein. Diese Meldung sollte evtl. den BGH erreichen. Dort nämlich stand gestern (12.02. eine Verhandlung an. Der I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hatte über die Frage zu entscheiden, ob das Angebot von Glücksspielen und Sportwetten im Internet nach einer Neuregelung des Glückspielrechtes auch mit Blick auf das Unionsrecht als wettbewerbswidrig anzusehen ist … ein Schelm, der böses dabei denkt

  • Ziegler

    Hallo, die Weisheit:“ wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe“, trifft bei dieser Thematik, Glücksspielstaatsvertrag, 100% zu. MFG Robert Ziegler

  • Thorsten Pelzhardt

    Hochgradig peinlich von Lotto BW und Frau Caspers-Merk, die immer noch scheinheilig für ihr gemeinwohlorientiertes Modell, bei welchem sie laut Geschäftsbericht alleine 180.000 Euro Grundgehalt einstreicht. Herr Sattler, wenn man die von Ihnen genannten beiden Fälle einsieht, stellt man fest, dass 20074866 vom 31.01.2008 stammte und am 10.07.2014 geschlossen wurde, und 20034350 vom 04.04.2006 stammte und am 10.07.2014 geschlossen wurde! Was also sollte Ihre Pressemitteilung zum Ausdruck bringen?

  • Fusszination

    Könnte man gegen diese Lottobudenchefin eine Strafanzeige stellen?Die ist ja immerhin von einer öffentlichen Behörde und für das Gehalt aus der Steuerkasse sollte man Wissen was man redet ….

  • Roland Weber

    Sehr geehrter Herr Sattler,
    nun wären Sie als Pressesprecher einer öffentlichen Institution tatsächlich gefragt. Was zum Teufel sollte ihre Pressemitteilung denn nun wirklich bewirken? Und stimmt es wirklich, dass Frau Caspers-Merk als ehemalige Suchtbeauftragte der Bundesregierung (!) nun 180.000 Euro pro Jahr als Gehalt von den Lottospielern in Baden-Württemberg für sich kassiert?