Japan verschärft Maßnahmen gegen illegales Online-Glücksspiel: Neues Gesetz verbietet Casino- und Affiliate-Seiten

Japan geht konsequenter gegen illegales Online-Glücksspiel vor. Seit dem 25. September 2025 ist eine überarbeitete Fassung des „Basic Law on Measures against Addiction“ in Kraft, die Online-Casino-Betreibern, Vermittlungsseiten und Werbenetzwerken den Boden entziehen soll.

Das Gesetz untersagt ausdrücklich den Betrieb und die Bewerbung von Online-Casinos, einschließlich sogenannter „Reach Sites“, die Nutzer durch Empfehlungslisten oder Social-Media-Beiträge auf ausländische Glücksspielplattformen leiten. Zwar enthält die Reform keine strafrechtlichen Sanktionen, doch sie stärkt die Kompetenzen der Behörden und legt den Fokus auf Aufklärung und Prävention.

Mangelndes Bewusstsein für Illegalität

Die Notwendigkeit der Reform unterstreicht eine Umfrage der National Police Agency (NPA) vom März dieses Jahres:

  • 75 % der Befragten, die Online-Casinos besucht hatten, gaben an, dort auch um Geld gespielt zu haben – ein klarer Hinweis auf weitverbreitete illegale Aktivität.
  • 40 % wussten gar nicht, dass Online-Casinos in Japan verboten sind.
  • Besonders häufig stoßen Jugendliche und junge Erwachsene auf entsprechende Inhalte: Rund 11 % der Teenager und 13 % der 20- bis 29-Jährigen berichteten, über Social Media erstmals mit Online-Casino-Werbung in Kontakt gekommen zu sein.

Damit zeigt sich ein gefährlicher Trend, den die Regierung nun gezielt bekämpfen will: die Normalisierung von Glücksspielangeboten in digitalen Kanälen.

Erstes Strafverfahren gegen Affiliate-Betreiber

Die Dringlichkeit der Maßnahmen wurde zuletzt durch den ersten polizeilichen Schlag gegen eine Affiliate-Plattform deutlich. Die Polizei der Präfektur Gifu nahm zwei Betreiber der Website „Onkaji Hissho“ fest, die über vier Jahre hinweg rund 670 Kunden an ein in Curaçao lizenziertes Online-Casino vermittelt haben sollen.

Laut Ermittlern wurden darüber Einsätze im Wert von etwa ¥70 Milliarden (ca. €400 Millionen) platziert. Die Betreiber erhielten demnach Provisionen im Rahmen eines Partnerprogramms und warben mit „garantierten Gewinnen“ sowie wöchentlichen Lotterien über ¥50.000.

Darüber hinaus betrieben sie einen kostenpflichtigen Discord-Server namens „Onkaji Hissho Club“, in dem Mitglieder für eine Gebühr von ¥10.000 Zugang zu Strategien, Tipps und exklusiven Inhalten erhielten – ein Modell, das vor allem junge Nutzer ansprach.

Internationale Zusammenarbeit bei Spielerschutz

Die Reform fügt sich in ein umfassenderes Konzept ein, das Japan beim Umgang mit Glücksspielabhängigkeit modernisieren soll – insbesondere im Hinblick auf die geplanten integrierten Resort-Casinos (IRs).

Am 19. September fand im Foreign Correspondents’ Club of Japan eine Pressekonferenz zu diesem Thema statt. Neben Vertreterinnen japanischer Organisationen nahmen auch die britischen Aktivisten Liz und Charles Ritchie von Gambling with Lives teil.

Noriko Tanaka, Leiterin der Initiative Gambling Addiction Problem in Japan, kritisierte dabei das Missverhältnis zwischen den staatlichen Einnahmen aus legalem Glücksspiel und den geringen Mitteln für Prävention und Aufklärung. Sie kündigte die Gründung einer internationalen Allianz privater Organisationen an, um gemeinsame Standards im Kampf gegen Spielsucht zu entwickeln.

Fazit

Mit der neuen Gesetzeslage zieht Japan eine klare Grenze zwischen legalen, staatlich kontrollierten Angeboten und illegalen Online-Casinos. Das Verbot von Affiliate- und Social-Media-Werbung zielt darauf ab, die digitale Infrastruktur des illegalen Glücksspiels zu zerschlagen – ein Schritt, der international aufmerksam verfolgt werden dürfte.