Lotto informiert: Gutachten bestätigt: Glücksspielkollegium ist verfassungs­konform

Nach einem Gutachten des renommierten Staats- und Verwaltungs­rechtlers Prof. Dr. Johannes Dietlein ist die Einbindung des Glücksspiel­kollegiums in das ländereinheitliche Verfahren verfassungsgemäß. Damit sind die Bedenken privater Glücksspielunternehmen widerlegt und eine wesentliche Hürde des Konzessionsverfahrens für die 20 Sportwettenlizenzen genommen.

Das mit dem Ersten Glücksspiel-Änderungsstaatsvertrag vom 1. Juli 2012 geschaffene Modell eines sog. ländereinheitlichen Verfahrens unter Einbeziehung des „Glücksspielkollegiums“ (dessen 16 Mitglieder von den jeweiligen obersten Glücksspielaufsichtsbehörden benannt werden) ist mit der Verfassung vereinbar. Dies ist das Ergebnis einer detaillierten Studie, die der Düsseldorfer Staats- und Verwaltungsrechtlers Univ.-Prof. Dr. iur. Johannes Dietlein am 24. September 2015 vorgelegt hat.

Die im Auftrag des Deutschen Lotto- und Totoblocks durchgeführte Untersuchung weist nach, dass das Konstrukt des ländereinheitlichen Verfahrens unter Einbeziehung des Glücksspielkollegiums kein neues oder gar atypisches Instrument der intraföderalen Kooperation ist. Eine solche Einrichtung entspricht vielmehr dem Grundkonzept der seit langem bekannten und akzeptierten Kooperationsform der „institutionalisierten Beteiligungs­verwaltung“. Insbesondere stehen diesem Kooperationsmodell – entgegen teilweise geäußerter Kritik – weder bundesstaatliche noch demokratische Grundsätze entgegen.

Die Ergebnisse der Untersuchung decken sich insoweit insbesondere auch mit der vom Bayerischen Verfassungsgerichtshof in seiner Entscheidung vom 25. September 2015 (Vf. 9-VII-13, Vf. 4-VII-14, Vf. 10-VII-14, Rn. 132 ff.) dargelegten Bewertung des ländereinheitlichen Verfahrens.

„Mit der nunmehr erfolgten verfassungsrechtlichen Klärung dieser Streitfrage dürfte auch eine der wesentlichen Hürden für den erfolgreichen Abschluss des Konzessionsverfahrens im Rahmen des sog. Experimentiermodells für Sportwetten genommen sein“, so Michael Burkert und Peter Jacoby, Federführer des Deutschen Lotto- und Totoblocks und Geschäftsführer der Saarland-Sporttoto GmbH.

Den Volltext der Studie finden sie auf www.saartoto.de.

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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. ric
    Geschrieben am 08.10.2015 um 21:08 Uhr

    In http://www.isa-guide.de/isa-law/articles/128377.html wird geschildert, dass das Verwaltungsgericht Wiesbaden zum Ergebnis kommt, dass das Konzessionsverfahren nicht transparent und nicht diskriminierungsfrei ist.
    Das Ergebnis basiert nicht auf einer etwaigen Verfassungswidrigkeit des Glücksskpielkollegiums.
    Somit kann ich nicht nachvollziehen wieso Michael Burkert und Peter Jacoby aus diesem Gutachten einen erfolgreichen Abschluss des Konzessionverfahrens schlussfolgern.

  2. Bitcoin Fan
    Geschrieben am 09.10.2015 um 09:47 Uhr

    Zu dem Gutachten (Auftraggeber DLTB) fällt mir nur ein Spruch ein:

    Wem sein Brot ich ess, dem sein Lied ich sing!

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