Die Welt des illegalen Glücksspiel – Online Poker Teil 2

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
E-Mail: info@isa-guide.de


(rs) Sie, als Leser, scheinen an diesem Thema interessiert zu sein, Sie möchten mehr wissen über die Welt des Online Poker. Sie haben darüber gehört, Sie haben in unserem Einführungsbericht erste Hintergrundinfos bekommen, aber Sie sind grundsätzlich skeptisch, denn für Sie ist es etwas total Neues?

Und Sie haben tonnenweise Fragen und wollen die Antworten? Sie sind skeptisch, weil es diesmal eine Computer-Software ist, die die Karten austeilt und das Spiel leitet, anstelle eines Croupiers. Sie fragen sich vielleicht auch, nach welchen Kriterien hier gemischt wird und ob alle Spieler am Tisch wirklich „echte“ Spieler sind, oder ob sie möglicherweise Computer-generierte Robot-Players sein könnten, die das Spiel in Gang halten müssen.

Und natürlich möchten Sie mehr darüber wissen, welches die Unterschiede sind zwischen einem Spiel, welches Sie aus dem Casino kennen und dem Spiel von Ihrem Computer aus. In diesem Teil werden die meisten Fragen geklärt und Sie werden ein tieferes Verständnis für diese Materie erhalten.

Nun, grundsätzlich muss gesagt werden, dass die Spielregeln der Poker-Partien im Internet mit denjenigen in den Spielcasinos, die Sie von Ihren Besuchen kennen, nahezu identisch sind. Es gibt Regeln bezüglich Tisch-Limit, Minimum-Buy-In und die offiziellen Setz-Regeln. Die meisten Server erlauben beispielsweise die üblichen Regeln wie 1 Bet plus 3 Raise pro Wettrunde, aber dies ist auch limitiert, wenn nur 2 Spieler gegeneinander spielen. In den meisten „richtigen“ Casinos ist diese Regel nur bei mehr als 2 Spielern gültig, andernfalls ist die Anzahl Raise pro Wettrunde unlimitiert.

Online soll dies als Schutz gewährleistet werden, dass im Falle irgendwelcher technischer Probleme – sollte beispielsweise ein Computer eine Fehlfunktion haben – der Spieler nicht sein ganzes Table-Stake in einem Spiel verlieren kann.

Es ist gestattet, dass sich Spieler im Online-Raum via Chat unterhalten. Allerdings ist die Sprache Englisch, damit alle verstehen können, worum es geht. Foul Language ist nicht statthaft – und wer andere Spieler beleidigt und unfair über andere Spieler schreibt, kann die Chat-Privilegien verlieren.

Technisch gesehen ist das Online Pokerspiel eine geniale Erfindung. Die Spielabläufe sind nahezu perfekt: es ist nicht möglich, dass im Showdown eine Hand falsch gelesen wird und der Pot nicht an den Gewinner geht. Eine Computer Software regelt den gesamten Ablauf und die höchste Hand gewinnt den Pot in jedem Fall.

Sollte aufgrund einer Internetstörung ein Spieler offline sein, wird dies vom Server zunächst einmal überprüft. Der Spieler hat eine gewisse Zeit, um sich wieder mit dem Server zu verbinden. Sollte dies nicht gelingen, gibt es 2 Möglichkeiten: Entweder ist der Spieler „all-in“, wenn er bereits mit einem bestimmten Betrag im Spiel ist. Sollte die Disconnected-Situation auftreten, wenn er seinen Start-Karten erhalten hat und noch kein Geld investiert hat, und ist seine Warte- und Re-Connect-Periode verstrichen, ohne dass er online ist, wird seine Hand gefoldet. Versucht ein Spieler absichtlich, sich „all-in“ gehen zu lassen, indem er beispielsweise einfach vorgibt, disconnected zu sein, so überprüft das die Spiel-Software und wenn festgestellt wird, dass die Verbindung grundsätzlich gut war, dann wird die Hand gefoldet und der Spieler ist aus dem Spiel.
Vor einiger Zeit noch war es möglich, diesen „Trick“ unfairerweise in Situationen anzuwenden, in denen ein Spieler das Gefühl hatte, dass er geschlagen sei und kein Geld mehr investieren wollte. Also ließ er sich einfach all-in gehen und hatte immer noch die Chance, den Pot zu gewinnen, obwohl er kein Geld mehr riskieren musste. Dieses Problem wurde zwischenzeitlich längst gelöst und die Qualität der Verbindung wird ständig monitorisiert. Wer beispielsweise dennoch offline gehen sollte, indem er vielleicht einfach das Verbindungskabel zu seinem PC trennt, der wird registriert und wenn das ganze mehrmals passiert, kann es sein, dass er künftig aus dem Spiel ausgeschlossen wird.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zum Live Poker ist die Tatsache, dass einige Poker-Server bis zu 4 oder gar 5 Tische gleichzeitig spielen lassen. Das ist für den ungeübten und wenig erfahrenen Spieler sehr unvorstellbar. Vielleicht würden Sie denken, dass Sie schon Mühe haben, an 2 Tischen gleichzeitig den Überblick nicht zu verlieren, wie will man da an 3 oder 4 oder gar 5 Tische spielen? Sie werden lachen, aber es gibt Spieler, die beherrschen die Kunst, an bis zu 7 oder 8 Tischen parallel zu spielen, mit 2 Bildschirmen und über 2 verschiedene Pokerserver.



Im Internet Poker ist die Taxe niedriger als in einem Poker-Casino. Während man in Casinos Taxen in der Grössenordnung von 5 – 15 Euro/Spiel plus Trinkgeld als ganz normal empfindet, wird man überrascht sein, dass im Internet lediglich 3 Dollars pro Pot genommen werden, und das ganze in Einheiten, die im Rahmen zwischen 3 und 5 Prozent in 1-Dollar-Einheiten genommen werden. Dies ermöglicht einem, auch tiefere Limits zu spielen, weil überproportional viel aus dem Pot genommen wird.

In Las Vegas bei einem 4/8 Dollar Limit Hold’em Spiel am Strip werden 4 Dollar Rake genommen. Zusätzlich ist 1 Dollar Trinkgeld für den Dealer normal, bei größeren Pots wird mehr gegeben. Vergleichen wir dies mit der regulären Gebühr desselben Spieles im Internet, bei dem lediglich 3 Dollars pro Runde genommen werden, dann wird man am Ende des Monats feststellen, wie viel Taxe man einsparen kann.

Aber aufgepasst! Das ganze kann auch täuschen. Angenommen, Sie spielen konstant auf einem für Sie vertretbarem Limit, wie z.b. 3/6 Texas Hold’em und Sie sind ein durchschnittlicher Spieler und Sie spielen 2-3 Tische gleichzeitig, über 4 Stunden pro Tag. Aufgrund der hohen Spielgeschwindigkeit, können Sie auf diese Art und Weise locker 150-180 Hände pro Stunde spielen. Davon werden Sie so ca. 20-25 spielbare Hände haben, von welchen Sie vielleicht 6-10 Hände gewinnen, wenn es gut läuft. Das bedeutet, Sie zahlen pro Stunde auch rund 25-30 Dollars Taxe an den Betreiber.

Da jedoch in einem Live Game pro Stunde bestenfalls 30-35 Hände ausgeteilt werden können, wird man niemals dieselbe Fluktuation erleben wie im Internet. Experten sagen immer wieder, dass eine vernünftige Bankroll sich aus 250-300 Big Bets zusammensetzt. Für ein konstantes Spiel auf 3/6-Niveau benötigt man demzufolge rund 1.500-1.800 Dollars, um sichergehen zu können, dass man auch in schlechten Phasen nicht den Überblick über sich und seine Finanzen verliert.

Womit wir beim eigentlichen Kern-Unterschied angekommen sind: Die hohe Fluktuation bei einer Online-Partie lässt sich darauf zurückführen, dass man pro Stunde pro Tisch ungefähr doppelt so viele Hände bekommt wie in jedem anderen Casino auf diesem Planeten. Spielt man nun 2-3 Tische gleichzeitig, bedeutet dies eine weitere Multiplikation oder Verdreifachung. Aus diesem Grunde ist es möglich, dass man in einem 2/4 Limit Texas Hold’em Spiel innerhalb von 2-3 Stunden theoretisch durchaus 200-300 Dollars verlieren kann.

Wir haben in den Ausführungen häufig das Spiel Texas Hold’em erwähnt. Diese Version des Poker ist heute und online die beliebteste und daher am häufigsten gespielte Variante. Daneben gibt es selbstverständlich auch 7-Card Stud, Omaha, Omaha High-Low und andere Varianten. Doch wer online erfolgreich sein möchte, muss unbedingt über die Feinheiten von Texas Hold’em vertraut sein. Der Grund dafür ist eigentlich recht einfach: Zunächst einmal ist Texas Hold’em eines der beliebtesten Pokerspiele weltweit und hat längst die andere Version, 7-Card Stud, abgehängt. Im Online-Spiel ist es wie gesagt möglich, dass man an mehreren Tischen gleichzeitig sitzt. Die Spiel-Software ist so programmiert, dass sie den Spieler immer an dem Tisch aufruft, wo er seinen nächsten Zug machen muss. Es kann also unter normalen Umständen nicht passieren, dass man einen Time-out bekommt, weil man an 2 Tischen gleichzeitig spielen muss. Die Software springt in diesem Fall von einem Tisch zum anderen, damit man das Spiel nicht unnötig verzögert und die Chance bekommt, an beiden Tischen zu spielen. Für 7-Card Stud ist ein multi-table Game nicht zu empfehlen, da man sich ja die Karten, die gelaufen sind, einprägen muss, aber für Texas Hold’em ist das nicht nötig. Die Karten, die in der Mitte liegen, also das Board, ist entscheidend für den Ausgang der Hand, und jede Chip-Bewegung, also jedes Raise, Call, Fold usw. können sehr leicht erkannt werden, selbst wenn man im Moment des Geschehens gerade an einem anderen Tisch gespielt hat.

Nehmen wir jetzt einmal an, Sie befinden sich nun zum allerersten Mal an so einem virtuellen Pokertisch und spielen mit fun-money ihr Lieblingsspiel, Texas Hold’em. So wird es für Sie höchstwahrscheinlich etwas komisch vorkommen:

Die Atmosphäre ist etwas fremd, wirkt fast wie in einem Zeichentrickfilm. Am Tisch sitzen zwar Spieler, aber das sind lediglich gemalte Figuren. Auch der Dealer hat seinen Platz am Tisch, aber er ist auch nur eine fiktive Imagination des Betrachters. Die farbenprächtige Dekoration, bis hin zum animierten Geraschel der Karten und Spielchips. Einige Pokersites haben sogar sprechende Dealers, die einem helfen, das Gefühl zu bekommen, dass hier doch irgendetwas noch „real“ ist. Die Karten werden in Höchstgeschwindigkeit ausgeteilt, und der Mischvorgang ist derart professionell, dass er sich ungefähr dem eines 10fachen des normalen Shuffle-Vorganges, wie wir es aus den Casinos kennen, vergleichen lässt.
Der Spieler soll maximale Sicherheit bekommen, (laut den Anbietern) und es muss gewährleistet werden, dass der Verlauf des Spieles effektiv aufgrund von Zufälligkeiten aus dem Misch-Vorgang der Karten entsteht.

Manipulationen seitens des Betreibers hätten fatale Konsequenzen und würden einen Online-Betreiber sehr schnell aus dem Geschäft bringen. Warum?

Es fällt einem geübten Pokerspieler schnell mal auf, wenn irgend etwas merkwürdig läuft. Wenn die Karten überproportional gut sind, die man bekommt, aber man dennoch ständig verliert, dann stimmt etwas nicht. Erfahrungswerte zeigen einem Spieler, wie oft man mit AA gewinnen sollte und wie häufig man seinen Flush bekommt, wenn man mit 2 Karten der gleichen Farbe startet und einen möglichen Flush im Flop (erste 3 Karten des Boards) trifft. Wenn diese statistischen Werte unnormal weit abweichen, dann greifen die Überwachungsprogramme und dann müsste vermutet werden, dass der Zufallsgenerator anders funktioniert als er eigentlich sollte.

Es gibt einige Features und Möglichkeiten, über die man hier schreiben könnte. Wen beispielsweise Tourniere reizen, der wird im Internet ein Angebot treffen, welches er sich nie im Leben zu träumen gewagt hätte. Genau wie es Chris Moneymaker letztes Jahr gemacht hat, kann man derzeit bei den meisten Online Servern mittels Super-Satelliten Tourniere um Vegas Dream Packages spielen, bei denen man den Flug/Hotel/Spesen und Buy-In bekommt. Aber so oder so bleibt es ein Gamble – ein Spiel mit dem Glück.

In der nächsten Folge beleuchten wir die rechtliche Seiten und geben ihnen zusätzliche Infos.

Die Welt des illegalen Glücksspiel – Online Poker Teil 1



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