Lotto Baden–Württemberg informiert: „Joker“: Innovatives Programm mit App 
zur Glücksspiel–Prävention Jugendlicher

Jüngere Männer ohne Perspektive, das zeigt sich in Studien immer wieder, sind am stärksten von Glücksspielsucht gefährdet. Ein neues Programm und eine App sollen künftig bei der Prävention helfen. Entwickelt haben sie Experten der südbadischen Villa Schöpflin mit Unterstützung von Lotto Baden-Württemberg. Das Präventionspaket wurde jetzt in Stuttgart vorgestellt.

Männliches Geschlecht, geringer Bildungsstand, niedriger sozial-ökonomischer Status, Erwerbslosigkeit und Migrationshintergrund – das sind laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die einschlägigen Risikofaktoren für problematisches oder pathologisches Glücksspielverhalten. Vor diesem Hintergrund haben Experten der Lörracher Präventionseinrichtung Villa Schöpflin gGmbH mit Unterstützung von Lotto Baden-Württemberg ein innovatives Programm mit einer App entwickelt, die diese Gruppe gezielt ansprechen sollen.

Das Programm „Joker“ soll in der Jugendberufshilfe Anwendung finden. Es besteht aus einem Workshop mit verschiedenen Unterrichtsmodulen und einem Materialienpaket. Darüber hinaus wurden zusammen mit der Dualen Hochschule Lörrach eine App und eine Homepage entwickelt. Diese werden im Rahmen der Unterrichtsmodule vorgestellt, können aber auch unabhängig von der Teilnahme am Workshop von allen Interessierten genutzt werden. Die App gibt Impulse zur Information und Motivation des Benutzers und erinnert an ein selbst gewähltes Einsatzlimit zur Selbstkontrolle.

„Wir sehen gerade bei Heranwachsenden einen großen Bedarf an Aufklärung, was die Gefahren des Glücksspiels angeht. Glücksspiel ist eben kein Gut wie jedes andere. Alle Anbieter tragen deshalb eine besondere gesellschaftliche Verantwortung, die es mit Leben zu füllen gilt. Das Joker-Programm ergänzt unsere bestehenden Maßnahmen in der Spielsuchtprävention“, erläuterte Lotto-Geschäftsführerin Marion Caspers-Merk am Mittwoch (3. August) bei der Vorstellung des Programms in der Stuttgarter Zentrale des Landesunternehmens. Neben dem Aspekt der Aufklärung hob die Lotto-Chefin hervor, dass „Joker“ konkrete Lösungswege aus risikoreichem, problematischem oder pathologischem Glücksspiel aufzeige und zur Selbstreflexion anrege. Lotto Baden-Württemberg nehme damit eine Vorreiterrolle bei der Spielsuchtprävention ein.

„Mit dem Programm und der App haben wir passgenaue Instrumente zur Glücksspielprävention von Jugendlichen entwickelt“, betonte Peter Eichin, Geschäftsführer der Villa Schöpflin. „Die Joker-App soll vor allem dazu motivieren, sich mit dem eigenen Spielverhalten zu beschäftigen. Sie ist auf das mediale Nutzungsverhalten junger Menschen ausgerichtet“, so Eichin weiter.

21- bis 25-jährige Männer am stärksten gefährdet

Im März 2016 stellten die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutsche Lotto- und Totoblock (DLTB) die repräsentative Studie „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland 2015“ zur Verbreitung von Glücksspielen und damit assoziierten Problemen vor. Danach weisen bundesweit etwa 0,8 Prozent der Befragten zwischen 16 und 70 Jahren ein problematisches oder pathologisches Glücksspielverhalten auf. Mit 2,7 Prozent am stärksten davon betroffen ist die männliche Altersgruppe zwischen 21 und 25 Jahren. Fast jeder Fünfte der befragten 16- und 17-jährigen Jugendlichen gab an, in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung an irgendeinem Glücksspiel teilgenommen haben. „Diese Werte unterstreichen den Aufklärungsbedarf gerade in dieser Altersgruppe. Wir müssen hier für die Gefahren des Glücksspiels sensibilisieren, ohne den moralischen Zeigefinger zu heben“, betonte Marion Caspers-Merk.

Sozialkonzept als Grundlage in der Spielsuchtprävention

Bei Lotto Baden-Württemberg ist die Teilnahme an Lotterien und Wetten erst ab 18 Jahren möglich. Dies wird in den 3.200 Annahmestellen im Land laufend überprüft – auch mit regelmäßigen Testkäufen. In der Spielsuchtprävention ist das Unternehmen breit aufgestellt. Grundlage ist ein ganzheitliches Sozialkonzept. Dieses Konzept wurde im Jahr 2006 gemeinsam mit der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart (eva) entwickelt und seither kontinuierlich evaluiert und verbessert. Es ist ein fester Bestandteil der Unternehmenspolitik und Voraussetzung für die Erteilung einer glücksspielrechtlichen Erlaubnis. Darüber hinaus kooperiert Lotto Baden-Württemberg als Mitglied des Deutschen Lotto- und Totoblocks seit Anfang 2007 mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die Vereinbarung mit der BZgA umfasst unter anderem ein bundesweites telefonisches Beratungsangebot für gefährdete Spieler, Hilfsangebote zur Suchtvorbeugung im Internet, einheitliche Informationsmaterialien zur Spielsuchtprävention und eine mediale Aufklärungskampagne.

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