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Deutscher Lottoblock bootet mittelständischen Vertrieb aus

(Berlin) – Die Pläne der schleswig-holsteinischen Lottogesellschaft, durch den Anbieter Fluxx-AG Lotto an Terminals im Supermarkt anzubieten, führen zu einem flächendeckenden Sterben von Lotto-Verkaufsstellen: „Wenn sich die Pläne aus Schleswig-Holstein im Deutschen Lottoblock durchsetzen, gehört die Annahmestelle um die Ecke bald der Vergangenheit an“, warnt der Präsident der Aktionsgemeinschaft Wirtschaftlicher Mittelstand (AWM), Ludger Theilmeier.

Die geplante Ausweitung des terristischen Vertriebs mit Hilfe gewerblicher Spielevermittler gefährde den seit Jahrzehnten bewährten Lottovertrieb in seiner Existenz. Theilmeier: „Vor allem in Innenstadtlagen werden die Lottoläden die Konkurrenz von unkontrolliertem Lotto an Supermarktkassen wirtschaftlich nicht überleben. Dafür ist bereits heute die Gewinnspanne angesichts exorbitanter Mietpreise zu gering!“

Theilmeier kritisiert, dass durch das Supermarktlotto der heute funktionierende Vertrieb dem erhofften schnellen Euro leichthin geopfert werden solle: „Wir verstehen die kurzsichtigen Motive nicht. Zusätzliche Kunden wird man kaum gewinnen. Man beschert dem eigenen Lottovertrieb hausgemachte Konkurrenz. Aber die Lottogesellschaften müssen wissen: wer einmal die Strukturen zerstört, der wird sie so schnell nicht wieder aufbauen. Mittelfristig wird Lotto dadurch Kunden an andere Spieleanbieter verlieren!“

Theilmeier fordert daher die Länder auf, ihre Souveränität zu wahren und den Lotto-Staatsvertrag zu ändern: „Wir brauchen jetzt eine eindeutige Regelung der Länder, die den Lottogesellschaften das Supermarktlotto schlichtweg verbietet. Denn neben den gerade genannten Gründen ist das Supermarktlotto ein gigantisches Arbeitsplatzvernichtungsprogramm. Wir gehen von mehreren zehntausend Arbeitplätzen in den nächsten Jahren aus. Jetzt bietet sich daher die Chance, eine mittelstandsfreundliche Politik unter Beweis zu stellen. Bisher haben die Länder und Ihre Gesellschaften durch Duldung und Tatenlosigkeit aber das Gegenteil bewiesen.“

Quelle/Kontaktadresse:
Aktionsgemeinschaft Wirtschaftlicher Mittelstand e.V. (AWM)
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