Der Oberste Gerichtshof von Chile (Corte Suprema) hat in einem richtungsweisenden Urteil den Zugriff auf illegale Online-Glücksspielseiten für Internetprovider untersagt. Die Entscheidung vom 29. September 2025 wurde in der Folge am 3. Oktober publik gemacht und verlangt von Providern wie Claro, Entel, GTD, Telefónica, WOM und VTR eine unmittelbare und wirksame Blockade der betreffenden Plattformen.
Urteil und Begründung
In dem Urteil hob der Oberste Gerichtshof die Entscheidung eines Appellationsgerichts auf und stützte sich auf einen Rekurs (Protección) der Lotería de Concepción, die argumentierte, dass die Provider durch Nicht-Handeln das exklusive Konzessionsrecht staatlicher Glücksspielanbieter verletzen.
Das Gericht stellte klar: Glücksspiel ohne gesetzliche Genehmigung ist grundsätzlich verboten. Nur Einrichtungen wie die Lotería de Concepción, Polla Chilena, Rennbahnen und Casinos verfügen über die rechtliche Erlaubnis zur Durchführung.
In seinem Urteil verwies das Gericht ebenfalls auf das Prinzip der Netzneutralität: Diensteanbieter dürfen kein legales Online-Angebot blockieren, müssten aber illegale Inhalte sperren. Die bisherige Weigerung der Provider wurde als willkürlich und rechtswidrig bewertet.
Auswirkungen & Reaktionen
Im Urteil beauftragte das Gericht mehrere Provider mit der Sperrung von über 194 Plattformen, die ohne Lizenz betrieben wurden.
Der Schritt wird als bedeutende Stärkung des staatlichen Glücksspielmonopols gewertet – Kritiker warnen jedoch vor technischen Schwierigkeiten und potenziellen Ausweichstrategien auf VPNs oder ausländische Domains.
Die Entscheidung erfolgte mit Mehrheitsbeschluss
Der Fall stärkt die Forderung nach einem gesetzlichen Rahmen für Online-Glücksspiel, insbesondere hinsichtlich Lizenzvergabe, Spielerschutz und Besteuerung.