Konzession für virtuelle Kugel

Nein, er fühle sich nicht als Sieger, betont Klaus Walkenbach, der gemeinsam mit Horst Mentrup die Geschäfte der Brandenburger Spielbanken GmbH leitet. „Dieser Konzessionszuschlag ist die logische Folge unserer Erfahrungen. Denn was wir bisher in Potsdam und Cottbus geleistet haben, kann sich sehen lassen.“ Während im Potsdamer Casino das klassische und das Automatenspiel angeboten und von Potsdamern und Berlinern angenommen wird, brummt im Casino Cottbus das Automatenspiel. Letzteres soll nun auch in Frankfurt aufgebaut werden. „Alles andere rechnet sich nicht. Wir müssen dem besonderen Umfeld Rechnung tragen. In Frankfurt kann man nun mal keinen Kreis von 360 Grad schlagen“, so Walkenbach.

Seit einigen Jahren rangeln Oberbürgermeister Martin Patzelt und die Brandenburger Spielbanken GmbH um den Konzessionszuschlag. Die Landesgesellschaft reichte ihren Antrag 2003 fürs Automatenspiel ein, die Stadt Frankfurt folgte im Januar dieses Jahres mit dem Antrag fürs klassische Spiel, obwohl zu diese Zeitpunkt schon bekannt war, dass ein amerikanischer Investor, der rund 60 Millionen Euro investieren wollte, abgesprungen ist.

Ein möglicher Standort ist das ehemalige Exquisit in der Logenstraße, in dem auch schon ein Datenverarbeitungszentrum und zuletzt ein Call-Center untergebracht waren. Dort wird jedenfalls gewerkelt. Oderturm-Verwalter Bernd Wagner dazu: „Ja, ich kann bestätigen, dass es Kontakte zur Spielbanken GmbH gibt.“

Rund zehn Arbeitsplätze, einige mit Teilzeitkräften besetzt, sollen in dem neuen Casino entstehen. Der Geschäftsführer schließt sich den Schätzungen der Experten an, dass das Frankfurter Casino – ähnlich dem Cottbuser – im Jahr rund drei Millionen Euro Bruttospielertrag einbringt. Die Hälfte davon geht sofort an das Land Brandenburg. 15 Prozent aus dieser Spielbankabgabe fließen nach Frankfurt. Das wären immerhin 225 000 Euro. Auf den Hinweis, dass das Automatenspiel auch Süchte auslösen bzw. befördern kann, reagiert Walkenbach geschult. Ja, bestätigt er, das sei ein Thema. Deshalb arbeite das Potsdamer Casino eng mit der Charité zusammen und lege Flyer aus, in denen Kontaktpersonen benannt werden. „Das wollen wir fortführen.“

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