Chancen und Möglichkeiten bei den Tischspielen Teil 4 – Caribbean Stud Poker – Tropical Stud Poker

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
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(rs) Wie der Name bereits andeutet, so stammt dieses sehr beliebte Kartenspiel aus den wärmeren Regionen dieses Planeten und wurde erstmals im Grand Holiday Inn Casino auf Aruba gespielt. Dort hat es einen unglaublichen Aufschwung erlebt und wurde später, in den frühen 1990er-Jahren, in den Nevada Casinos eingeführt.

Karibik PokertischSeither hat dieses Spiel einen entscheidenden Stellenwert in der Casino-Szene eingenommen und ist heute nicht mehr wegzudenken. Gespielt wird es an einem Tisch in der Größe und Höhe wie beim Black Jack. Für ein Spiel wird ein gewöhnliches Kartendeck mit 52 Karten verwendet, wobei heute aus Zeit- und Effizienzgründen Card-Shuffler und ein zweites Kartendeck zum Einsatz kommen. Während das eine Spiel im Gang ist, mischt der Shuffler automatisch das andere Deck, womit pro Stunde mehr Spiele gespielt werden können. Zu Beginn des Spieles platziert jeder Spieler ein Ante in ein Feld vor sich, welches andeuten wird, dass er Karten bekommen will.
Im Gegensatz zu den sonst üblichen und traditionellen Poker-Varianten, wo die Spieler gegeneinander spielen und das Haus für die Durchführung des Spieles eine Kommission erhebt, so spielen beim Carribean Stud Poker sämtliche (maximal 7) Spieler jeder alleine für sich und gegen die Bank. Das Ziel ist, eine möglichst starke Hand zu bekommen und diese dann mit der Hand der Bank zu vergleichen. Ist man stärker als die Bank, bekommt man eine Auszahlung in einer fest vorgegebenen Höhe, gemäß Auszahlungstabelle. Hat man eine weniger starke Hand und hält sie für aussichtslos im Vergleich mit der Hand der Bank, so kann man auf seinen Einsatz (Ante) verzichten und sein Blatt wegwerfen. Andernfalls platziert man über sein Ante hinaus noch das so genannte Bet, welches das Doppelte des Ante ist, und legt seine 5 Karten verdeckt unter den Einsatz. Dies zeigt an, dass man „spielt“ und dann werden die 5 Karten mit den 5 Karten der Bank verglichen. Sollte die Bank hingegen nicht in der Lage sein, wenigstens ein kleines Pärchen (oder noch weniger: ein Ace-King) zu haben, so „spielt“ die Bank ihrerseits nicht. Das heißt, die Bank verzichtet auf den Vergleich und zahlt stattdessen die Grundeinsätze der im Spiel befindlichen Spieler aus und die Bets werden annulliert, also vom Spieler dann zurückgezogen. Soviel zur Grundregel dieses Spieles. Und jetzt etwas zur Mathematik.

Auch bei diesem Spiel gibt es Dinge, die man beachten muss, wenn man die optimalen Chancen nutzen will.

Ein erfahrener Spieler, der sich etwas mit der Wahrscheinlichkeitsberechnung auseinandergesetzt hat, wird wissen, dass er beim Carribean Stud Poker immer und nur dann seinen Einsatz bringen sollte, wenn er mindestens A-K-J-x-x in der Hand hat – oder jedes Pärchen und besser. Dies hat den einfachen Grund, dass er somit auch mit A-K hoch gewinnen wird, wenn die Bank ebenfalls A-K-x-x-x hat. Dies daher, weil es dann nämlich wahrscheinlicher ist, dass die 3. Karte der Bank im Durchschnitt keine Dame oder Jack ist, sondern tiefer. Und somit würde der Spieler mit A-K-J-x-x- gewinnen mit As hoch alleine.

Ein unerfahrener Spieler geht nach anderen Überlegungen an die Sache. So platzieren viele Spieler ihre Wetteinsätze immer nur dann, wenn sie ein Paar in der Hand haben, welches höher ist als die offene Karte der Bank. (eine der fünf Karten der Bank wird jeweils offen sichtbar hingelegt, um den Spielern eine Hilfe zu geben, abzuschätzen, ob sie mit ihrer Hand gegen die Bank gewinnen können oder nicht). Doch diese Überlegung ist ein Trugschluss, welcher auch mathematisch nicht aufgeht. Wer die kleinen Paare, tiefer als die Aufkarte der Bank, wegwirft und nicht spielt, dem entgeht Geld, und zwar in all denjenigen Situationen, wenn die Bank ein noch kleineres Paar hat – oder eben gar keines oder A-K hoch. Denn bedenken Sie immer: Selbst ein lumpiges Pärchen Zweier ist immer noch besser als gar nichts und bringt dann schon mal ein paar Chips herein.

Die Unterteilung, welche letztendlich etwas über den Hausvorteil der Bank aussagt, geschieht üblicherweise in 2 Kategorien: Soft oder Strong.

Beim Soft Player versteht man denjenigen, der nicht optimale Strategie spielt. Dieser Soft Player spielt mit einem durchschnittlichen Negativ-Erwartungswert von rund 7,14%. Ein durchschnittlicher Spieler, der gelegentlich richtig spielt aber zwischendurch auch wieder mal den einen oder anderen Fehler macht, der dürfte eine geschätzte Negativ-Erwartung von -6% haben. Wer Optimum-Strategie spielt, das heißt, wer genau richtig seine Karten wegwirft respektive den Einsatz bringt, der spart ein paar Prozentpunkte, und hat immer noch mit einem Hausvorteil von rund -5.40% zu kämpfen.

Zusammenfassung und Schlussanalyse

Gewinnen hat seinen Preis. Oder besser ausgedrückt: Gewinnen ist ein wenig schwieriger als verlieren, denn die Chancen stehen immer ein wenig zugunsten des Hauses. Dieser Preis, den ein Spieler zahlen muss, wenn er gewinnen möchte, kann jedoch von Spiel zu Spiel oder von Chance zu Chance unterschiedlich hoch sein. Roulette, welches allgemein als fairstes Glücksspiel gilt, hat den Vorteil, dass mit Ausnahme der Einsätze auf die Einfachen Chancen (Supermarkt), sämtliche anderen Chancen dieselben Auszahlquoten haben, prozentual gesehen an der Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Chance. Man kann hier also relativ wenig falsch machen, egal, wo oder was man bei den Nummern setzt: die Chancen sind jederzeit gleich und dies für alle.

Bei Kartenspielen sieht es etwas anders aus. Insbesondere bei Black Jack, wo sich die Chancen ständig ändern, kann der Spieler durch eine ideale Spielweise seine Chancen etwas verbessern (perfect strategy), da die Aufkarte des Gebers einen direkten und unmittelbaren Einfluss darauf hat, wie die Chancen stehen, dass sich der Geber überkauft oder er einen hohen Endstand erreichen kann usw. Ein weiterer Grund liegt darin, dass verwendete Karten aus dem Spiel gehen, sofern nicht mit einem Shuffle-Gerät mit Recycling-Shuffler gespielt wird. Wer Black Jack spielt und nicht gut mit den Regeln vertraut ist, hat es hier schon schwerer: Jeder Fehler, den man macht – weil man beispielsweise mit 15 NICHT zieht, A-A nicht teilt und auf 2 Boxen weiterspielt, weil man lieber ziehen möchte, bis man so nahe wie möglich bei 21 ist, ohne den Einsatz zu erhöhen – wird langfristig zu einer höheren Negativerwartung führen und man wird somit wahrscheinlich mehr Geld verspielen. Die Insurance-Wette beispielsweise ist etwas, welche Sie vermeiden sollten. Stattdessen können Sie am Ende Ihrer Spielsession die Parkuhr mit dem Geld bezahlen, welches Sie eingespart haben, wenn Sie 2- oder 3mal die Insurance-Wette nicht gespielt haben.

Vermeiden Sie sämtliche Zusatzwetten am Black Jack. Was vielerorts beliebt ist – wie die Perfect-Pair oder Wetten, ob man mit der nächsten Hand einen Black Jack bekommen wird oder ähnliches – sind Wetten, die zwar kurzfristig das Adrenalin in die Höhe schießen lassen, wenn der Gewinn eintritt, langfristig jedoch hat man zuviel Nachteile auf diese Chancen, weshalb sie eigentlich zu vernachlässigen sind.

Craps Tisch in Las VegasBei dieser Gelegenheit möchten wir auf ein anderes Spiel hinweisen, welches grundsätzlich sogar noch fairer als Roulette ist – nämlich Craps. Craps ist ein Würfelspiel, welches sich mehrheitlich in amerikanischen, australischen oder Casinos in der Karibik hoher Beliebtheit erfreut. Beim Craps gibt es Chancen, die unter gewissen Umständen für den Spieler sehr profitabel und gewinnbringend sein können. Einige Casinos bieten Craps mit Regeln an, die für den Spieler so attraktiv sind, dass er bei perfektem Spiel gegen einen Hausvorteil von schmalen 0,184% (!!!) spielt. Dies ist die beste Wette beim Craps überhaupt und gilt an Tischen, wo das Casino 10mal ODDS anbietet auf der PASS-Line Wette. Aber genauso wie bei anderen Spielen, so sind die Wetten, die beim Würfelspiel am meisten Spaß machen, also die Wetten auf den Ausgang eines einzelnen Wurfes und dergleichen, die teuersten Wetten für den Spieler. Da in Europa Craps nicht sehr bekannt ist, haben wir es unterlassen, Ihnen einen Detailbericht über dieses Spiel zu liefern. Sollten Sie einmal im Urlaub ein Casino in der Karibik besuchen und an einem stark bespielten Craps Tisch vorbeikommen, dann sollten Sie einfach folgendes wissen: Immer die PASS Line mit Tisch-Minimum spielen und wenn ein Point ermittelt wird, also 4, 5, 6, 8, 9 oder 10, dann sollten Sie Ihre ursprüngliche Wette mit dem maximal-möglichen Einsatz, der vom Casino zugelassen wird (5x/10x oder 20x, äußerst selten 100x), verstärken. Auf diese so genannten „odds“ gibt es nämlich keinen Hausvorteil, es handelt sich hierbei also um eine völlig neutrale Wette, ohne Vorteil für das Casino.

Da ständig neue Spiele auf den Markt kommen, wird es immer nötig sein, dass man sich über die Neuerungen, Änderungen und dergleichen informiert. Wir haben Ihnen heute die wichtigsten Spiele näher gebracht, welches Ihnen als gutes Handwerkszeug für Ihren nächsten Casinobesuch dienlich sein wird. Trotz all dieser Tipps werden Sie praktisch nie in die Situation kommen, eine Chance mit für Sie garantierter Gewinn-Garantie setzen zu können. Der Faktor Glück wird stets Ihr Begleiter sein, den Sie nötig haben werden, um Ihre Taschen mit dem Geld der Casinos zu füllen. Denken Sie also stets daran. Setzen Sie Ihren Kopf ein, wo es möglich ist, spielen Sie im Rahmen ihrer Mittel, und vor allem: spielen Sie aus Spaß und aus Vergnügen. Wenn der Spaß aufhört, ist es Zeit für Sie, darüber nachzudenken, was Sie und warum Sie es tun.

Weitere Artikel aus unserer Serie: Chancen und Möglichkeiten bei den Tischspielen

Chancen und Möglichkeiten bei den Tischspielen

Teil 1 – Roulette (französische oder amerikanische Variante)

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Teil 2 – Black Jack (Multi-Deck, Shuffler oder Schuh-Version)

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Teil 3 – Baccarat – Punto Banco