Chancen und Möglichkeiten bei den Tischspielen Teil 1 – Roulette (französische oder amerikanische Variante)

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
E-Mail: info@isa-guide.de


(rs) Wer regelmäßig eine Spielbank besucht und dort sein Geld riskiert, sollte ein Basiswissen über Wahrscheinlichkeitsberechnung besitzen. Bei den unterschiedlichen Spielen, die im Casino angeboten werden, gibt es jeweils unterschiedliche Wett- und Einsatzmöglichkeiten, die für den Spieler entweder günstiger oder eben auch schlechter sein können. Bei einigen Spielen beträgt die Auszahlquote annähernd 99% oder gar besser, während es Spiele gibt, die für den Gast einen Nachteil in der Grössenordnung von 5 bis zu 15 Prozentpunkten bedeutet.

Chefredakteur Reinhold Schmitt<br> in der Spielbank HamburgWer sich sagt: „Nun, wenn ich gewinne, stört es mich ja nicht, und wenn ich verliere, ist es eh egal“, der sollte eine Minute innehalten und etwas genauer darüber nachdenken. Je höher die Auszahlquote bei einer Chance, desto weniger verliert man.

Eine Gewinnchance liegt selten über 100%, außer bei progressiven Jackpots oder bei speziellen Anlässen wie Promotionen oder für so genannte Match-Play-Spiele, auf die wir später noch genauer eingehen werden. Und je näher eine Auszahlquote bei 100% liegt, desto weniger schnell verliert man sein Geld an die Bank. Mit anderen Worten: man verliert auf beide Arten, es dauert aber nur länger, und der Spaßfaktor ist somit größer, wenn man sich auf Spiele mit den höchstmöglichen Gewinnchancen konzentriert.
In diesem Bericht konzentrieren wir uns in erster Linie auf Spiele, die dem Leser bekannt sind und die in den Spielbanken angeboten werden. Wer mehr über diese Chancenverteilungen und Prozente erfahren möchte, kann uns gerne kontaktieren und die Spezialisten von ISA-CASINOS werden Ihnen diesbezüglich gerne weiterhelfen.

Roulette (französische oder amerikanische Variante)

Vielerorts wird dieses beliebte Casinospiel auch allgemein als fairstes Glücksspiel bezeichnet. „Fair“ deswegen, weil es jedem Spieler am Tisch dieselbe Gewinnschance gibt, und dies in jedem Moment. Grundsätzlich spielt es keine Rolle, auf welche Chance Sie beim Roulette setzen. Es gibt eine einzige Ausnahme: die Einsätze auf den Einfachen Chancen, worauf weiter unten eingegangen wird.
Wer auf eine Chance „en plein“ setzt, der bekommt im Gewinnfall, wenn seine Nummer erscheint, das 35fache seines Einsatzes ausgezahlt. Der Einsatz bleibt stehen und gehört dem Spieler. Traditionellerweise wird dieses Stück den Angestellten überlassen, woraus der Croupier letztendlich sein Gehalt bezieht.

Der Hausvorteil dieser Chance sieht somit wie folgt aus: Es gibt insgesamt 37 Nummern, 36 plus die Zero. Die Auszahlung sieht das 35fache plus dem Einsatz vor, womit man pro Spiel netto jeweils 1/37, oder 2,70% seines Einsatzes verliert.
Derselbe Wert gilt auch für das Spiel auf Cheval (die Wette auf 2 verbundene Nummern), auf Carré (4 Nummern verbunden), sowie auf sämtliche anderen Chancen beim Roulette im Zahlenfeld. Erklären lässt sich dies an einem einfachen Beispiel – nehmen wir dazu die Wette auf die „Ersten Vier“, also die Chance auf Zero-1-2-3:

Salon Pompadour mit Blick in Roten Saal<br>Spielbank Baden-BadenDie „Ersten Vier“ ist eine Chance auf 4 Nummern, wird also wie ein gewöhnliches Carré ausgezahlt. Im Gewinnfall erhält man das 8fache seines Einsatzes und der Einsatz bleibt stehen. Nehmen wir an, der Einsatz beträgt 40. Im Gewinnfall bekommt man also 8×40=320 ausgezahlt. Der Einsatz von 40 bleibt stehen. Wir haben also insgesamt 360.
Würden wir stattdessen die 40 Einsatz auf alle 4 Nummern einzeln verteilen, also jeweils 10 pro Nummer, und gewinnt nun eine dieser 4 Nummern, dann bekommen wir das 35fache des Einsatzes von 10, also 350, und der Einsatz bleibt liegen. Macht also 360 insgesamt. Dies auch, obwohl die anderen 3 Chancen verloren haben. Der Hausvorteil ist auch hier 1:37, weil wir prozentual „nur“ das 36fache zurückbekommen, obwohl wir mit 37 Gewinnchancen spielen.
Genau gleich verhält es sich beim Roulette mit allen anderen Chancen. Sowohl auf Dutzend, Transversale Plein oder Simple, der Hausvorteil beläuft sich auf 2.70%.

Die Einfachen Chancen beim Roulette werden allgemein auch als Supermarkt beim Roulette bezeichnet. Dies aus dem Grund, dass man dort einen geringeren Hausvorteil in Kauf nehmen muss. Oder etwas anders ausgedrückt: Um 100 auf beispielsweise Rot zu gewinnen, kostet es nicht 2.70% des Einsatzes, sondern lediglich 1.35%. Warum das so ist, möchten wir Ihnen auch kurz erläutern:

In Europa besagen die Regeln beim Roulette, dass sämtliche Einsätze auf den Einfachen Chancen gesperrt werden („en prison“), wenn Zero fällt. Dies bedeutet im Klartext, dass der Einsatz im Gefängnis der Hälfte des ursprünglichen Einsatzes entspricht. Die Einsätze verlieren also die Hälfte. Im folgenden Coup, sofern die Chance gewinnt, auf der der Einsatz gesperrt ist, wird dieser wieder frei und der Spieler kann entscheiden, ob er den Einsatz noch einmal spielen lassen möchte oder nicht. In einigen Casinos wurde die traditionelle Regel, die gesperrten Einsätze ins doppelte prison (doppelt gesperrt) zu setzen, wenn es zu dem sehr seltenen Fall kommt, dass Zero 2mal hintereinander erscheint, inzwischen abgeschafft. Viele Casinos ziehen die gesperrten Einsätze ein, wenn Zero 2mal gewinnt. In anderen Casinos gilt die traditionelle Regel des Double-Prison noch. In diesem Fall muss der Einsatz 2mal hintereinander gewinnen, um frei zu werden. Oder man lässt den ursprünglichen Einsatz teilen, was heißt, dass man sofort über die Hälfte des Einsatzes verfügen kann, während das Haus die andere Hälfte einzieht. Der Hausvorteil beträgt somit die Hälfte dessen, welches auf die übrigen Chancen gilt, also 1.35%. Nehmen wir ein Rechenbeispiel, um Ihnen aufzuzeigen, wie viel diese 1.35% Differenz für Sie ausmachen kann.

Roulettespiel in der <br>Spielbank Baden-BadenVariante A:

Der Spieler setzt 100 auf Rot, und dies genau 100 Spiele pro Tag, 30 Tage pro Monat und das Ganze 6 Monate lang. Also spielt er insgesamt 18.000 Spiele mit jeweils 100 Einsatz (Währung egal). Er „generiert“ somit einen Umsatz von 1,8 Millionen, wobei der statistische Hausvorteil von 1,35% die Summe von 24.300 beträgt, die er theoretisch an das Casino verlieren wird. Doch diese Zahl ist theoretisch und erst nach einem viel längeren Zeitraum effektiv realistisch. Je länger ein Spielzeitraum ist, desto genauer nähern sich theoretischer und effektiver Verlust.

Variante B:

Derselbe Spieler testet das Spiel auf eine einzige Nummer: er setzt ebenfalls mit Einsatz 100 (Währung egal) und dies auch wieder über denselben Zeitraum, also 100 Coups pro Tag, 30 Tage pro Monat, über 6 Monate. Sein Umsatz beträgt auch wieder 1,8 Millionen, nur wird er nun einen höheren statistischen Verlust haben, nämlich genau doppelt soviel, weil der Hausvorteil beim Spiel auf alle anderen Chancen als die Einfachen Chancen ja 2,70% beträgt. In Zahlen ausgedrückt wird sein statistischer Verlust in derselben Zeitperiode nun 48.600 betragen. Die Differenz? Nun, genau die Hälfte, und mit 24.300 Euro macht man einen sehr guten Urlaub in der Karibik.

Wichtig ist, bei diesem Vergleich zu beachten, dass der effektive und der theoretische Wert sich in 6 Monaten noch sehr stark voneinander unterscheiden kann. Je länger Sie bei einem Spiel bleiben, desto eher werden Sie beim Roulette sich dem Grenzwert von 1,35%, respektive 2,70% nähern.

Lesen sie im 2. Teil: Chancen und Möglichkeiten bei den Tischspielen – Black Jack (Multi-Deck, Shuffler oder Schuh-Version)