Slotmachines – Tipps und Tricks Die neue Generation der Slotmaschinen Teil 2

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
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(rs) Im Gegensatz zu den früheren Slotmachines sind die der heutigen Generation voll elektronisch. Namhafte Hersteller – wie Bally’s, IGT oder Aristocrat – sind alle noch heute führend auf dem Weltmarkt und haben praktisch ausnahmslos die elektromechanischen Geräte durch diese hochmodernen Geräte mit Computerprozessoren ersetzt. In den 80er Jahren wurden die ersten Geräte entwickelt, die Walzen motorisch anzutreiben. Wir erinnern uns noch gut an diesen Hebel auf der rechten Seite der Geräte, der den Spielautomaten auch zum Übernamen „Einarmiger Bandit“ verholfen hat. Bandit doch wohl daher, weil der Spieler zu häufig halt die Gewinnsymbole entweder oberhalb oder unterhalb der Gewinnlinie zu sehen bekam und der Automat am Ende sehr häufig den Spieler um dessen Kleingeld erleichtert hat.

Große Slotmaschine im<br> Caesars Palace in Las VegasUm diesen traditionellen Look einer Slotmaschine beizubehalten, haben auch heute noch sehr viele Geräte einen Arm mittels dessen man das Spiel starten kann. Doch dies hat nur noch einen symbolischen Charakter, denn Spielstart und -ende sind heute längst computergesteuert und in keiner Weise mehr manipulierbar. Der Ausgang eines Spieles wird durch die Informationen geregelt, die von der Computer-Platine ausgehen. Mit anderen Worten: der Ausgang des Spieles steht bereits fest, wenn der Spieler den Starthebel gedrückt hat. Nichts ist danach mehr dem Zufall überlassen.
Am besten lässt sich dies erklären, wenn während des Spieles oder nach Walzenstopp eine Störung auftritt und das Gerät nicht mehr funktioniert. Im Speicher des Gerätes wird das vorhergehende Spiel abgelegt und wird wiederholt, nachdem der Techniker die Störung behoben hat. Häufig handelt es sich bei derartigen Störungen um Kleinigkeiten, wie z.B. das Herausrutschen einer Walze aus der Spur oder ähnliches. Ein Spieler, der gerade einen Gewinn hatte, wenn die Störung auftritt, wird zunächst voll Enttäuschung nach Hilfe schreien. Doch wenn der Techniker alles geregelt hat, wird er überrascht sein, dass sein Geld in keiner Minute verloren war. Selbst bei Stromausfall hat der Spieler nichts zu befürchten. Im Speicher ist das letzte Spiel stets abgesichert.

Mit Hilfe der Elektronik und dem Ende der mechanischen Spielabläufe änderte sich alles schlagartig. Die Chance auf einen Jackpot-Gewinn ließ sich bis dahin aufgrund der Anzahl der Walzenkombinationen, die möglich waren, berechnen. Die Anzahl Symbole pro Walze, multipliziert mit der Anzahl Walzen ließ die Wahrscheinlichkeit errechnen, wie schwierig es war, einen Hauptgewinn zu erzielen. War nun für einen progressiven Jackpot die Wahrscheinlichkeit, dass man den Treffer landen konnte, geringer als der Jackpot-Betrag im Verhältnis zum Einsatz, dann hatte man ein Gerät mit einer positiven Gewinnerwartung. Das einzige, was man tun musste: Solange am Gerät zu spielen, bis der Jackpot gewonnen wurde. Dies wurde insbesondere von professionellen Jackpotjägern ausgenutzt, die in Teams und rund um die Uhr an solchen Geräten spielten, bis sie den Gewinn hatten. Danach wurde der Gewinn untereinander aufgeteilt und das Team hatte Pause, bis der nächste Jackpot lokalisiert wurde.

Die 90er Jahre und ihre Veränderungen

Anfang der 90er Jahre erlebten die Spielautomaten eine Revolution. Mit Hilfe der Schrittmotortechnik war es fortan möglich, jede Walze an jedem beliebigen Ort zu stoppen. Dadurch ließ sich der „Zufall“ quasi steuern. Der Ausgang eines Spieles war nicht mehr abhängig von der Anzahl Kombinationen und Möglichkeiten, sondern vom Computer-Chip, der zuständig war für die Gewinnzuteilung. Die japanische Spielautomatenfirma Universal war eine der ersten Firmen, die Geräte auf den Markt brachte, die nach diesem Konzept funktionierten. Mittels geschickter Programmierung wurden die Walzenkombinationen so gesteuert, dass die Gewinn-Symbole sehr häufig oberhalb oder unterhalb der Gewinnlinie waren, um das Interesse und die Aufmerksamkeit des Spielers zu wecken und um ihn so am Spiel zu binden.
Diese Technik ist bekannt unter dem Begriff „near miss“-Walzenstellung. Es wurden vor allem Symbole in die Nähe der Gewinnlinie programmiert, die den Höchstgewinn eines Gerätes bescheren würden, alles unter einem Ziel: Die Lust auf den Höchstgewinn zu stimulieren. Sehr häufig kamen also auf den ersten beiden Walzen die Gewinnsymbole perfekt auf der Mittellinie, und dann, per Zufall, die 3. Walze stoppte so, dass die Jackpot 7 oder das Super-BAR direkt oberhalb oder unterhalb dieser Gewinnlinie zum Stoppen kam.

Ziemlich schnell kamen die Profis hinter diese fast unmoralischen Methoden, die angewandt wurden. Beschwerden gegen die Spielbankenaufsicht und schlechte Publicity, alles genau das, was sich die Spielautomatenindustrie nicht leisten kann, weshalb dieser Algorithmus ziemlich bald für unzulässig erklärt wurde. Die Geräte mussten mit neuen Platinen ausgestattet werden. Die amerikanische Firma IGT führte kurz darauf später ein neuartiges System ein, welches nach einem ähnlichen Prinzip funktionierte, was aber zulässig war.

Sicht auf Slutmaschinen im<br>Casino Circus Circus in Las VegasDer große Vorteil dieser elektronischen Geräte war der, dass man nun in der Lage war, einen progressiven Jackpot einzuführen, der sogar mit einer ganzen Gruppe Spielautomaten im Casino gelinkt werden konnte – oder gar mit anderen Geräten aus anderen Casinos, die via Internet miteinander verbunden sind. Das derzeit größte progressive Jackpot-System ist der Megabucks. Mit einem Einsatz von 3 Dollar können Millionengewinne erzielt werden. Gelegentlich steigt der Megabucks, welches ein Jackpot-System in diversen Nevada-Casinos ist, bis auf 20 oder 30 Millionen Dollar an. Die Auszahlung des Gewinnes erfolgt nach der so genannten „Annuitäten-Methode“, wonach dem glücklichen Gewinner innerhalb von 24 Stunden zunächst eine ordentliche Anzahlung in der Größenordnung von mehreren Hunderttausenden gemacht wird. Der Rest wird in jährlichen Portionen auf 20 Jahre hinaus ausgezahlt. Es gibt allerdings Firmen, die sich auf dieses Geschäft spezialisiert haben. Gegen eine Gebühr, und rückrechnend auf dem Negativ-Zins, kaufen sie den Gewinnern die Jackpots ab, damit die Glückspilze sofort im Geld schwimmen können.

Einführung der progressiven Jackpots

Die Einführung dieser elektronisch gesteuerten Geräte und progressiven Jackpots bedeutete für die Casinos einen unglaublichen Boom und hat unter anderem dazu beigetragen, dass das Live Game mehr und mehr rückläufig ist und die Spieler hinter dem Traum eines Mega-Gewinnes an einem Spielautomaten hinterherlaufen. Nehmen wir einmal folgendes Beispiel:

Ein 4-Walzengerät mit jeweils 25 verschiedenen Symbolen auf jeder Walze, wobei auf jeder Walze ein Jackpot-Symbol angebracht ist. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit nun, dass der Jackpot gewonnen wird?

Nun, rein mathematisch wäre dieses Problem einfach zu beantworten: 1/ 25×25×25×25, also rund 390.625: 1 dagegen.

Slotmachinen Gruppe mit  sitzendem<br>Tourist in Las VegasAngenommen, von jedem Euro Einsatz würden 5 Cents für den Jackpot abgezogen, müsste der Jackpot einfach rund 20.000 Euro betragen, um das Spiel für Spieler langfristig zu einer gewinnbringenden Geldquelle zu machen. Doch diese Konstellation ist blanke Theorie und die Realität sieht ganz anders aus. In Wirklichkeit steigen die Jackpots für derartige Geräte wesentlich höher an, obwohl nicht mehr als 25 verschiedene Symbole pro Walze existieren und obwohl es nicht mehr als 3 oder 4 Walzen gibt, die sich drehen. Wie ist das nun möglich, dass der Jackpot nicht häufiger gewonnen wird?

Die elektronische Steuerung kann prinzipiell beliebig eingestellt werden und den Sektor der Wahrscheinlichkeiten festlegen. Die Programmierung lässt im o.g. Beispiel eine theoretische, günstige Wahrscheinlichkeit von 390.000:1 zu, kann aber auch derart variieren, dass der absolute Wahrscheinlichkeitswert eines Treffers bei 10.000.000:1 oder höher liegt. Dies erklärt, warum bei einem Megabucks Jackpot in Nevada, einem simplen Gerät mit 4 Walzen, der Jackpot doch eben viel seltener kommt, als er theoretisch aufgrund der Anzahl der Symbole auf jeder Walze kommen müsste. Somit ist der effektive Zufall für diese Slotmachines nicht mehr berechenbar, um die Geräte für einen Profi spielbar zu machen. Als Profi sollten Sie bei solchen Geräten mit Superjackpots mit einem Lächeln vorbeispazieren, denn Sie wissen, dass der Lauf viel zu lang ist, um hier eine Chance zu haben. Sie können 3 bis 4 Spielchen riskieren, und wer weiß, vielleicht trifft es ausgerechnet Sie. Doch erwarten Sie nicht zuviel von diesem Spiel. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie den Super-Jackpot treffen, ist astronomisch gering. Daher lassen viele Profis diese Spiele weg und konzentrieren sich auf andere Spiele.

Lesen sie im Teil 3: Videopoker, ein Kapitel für sich

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