Baptist für Engagement gegen Glücksspiel geehrt

Für seinen Einsatz gegen Glücksspiel und Spielsucht ist Baptisten-Reverend Tim Costello im australischen Melbourne als „Victorian of the Year“ geehrt worden. Mit der Auszeichnung werden zum jährlichen Unabhängigkeitstag des australischen Bundesstaates Victoria verdiente Bürger gewürdigt.

Als Vorsitzender der „Interkirchlichen Glücksspiel-Task-Force“ zieht Costello seit mehr als zehn Jahren gegen Spielsucht und deren Ausnutzung durch die Bundesstaaten zu Felde. „Sydney hat mehr Glücksspielautomaten als Las Vegas“, sagt der ehemalige Leiter der australischen Baptisten und heutige Chef von World Vision Australia.

Vom Saulus zum Paulus

Sein Heimatstaat Victoria war der erste in Australien, der Glücksspiel als Einnahmequelle entdeckte und 1993 legalisierte. Heute finanzieren die Einnahmen ein Fünftel des Haushalts. Costello, Bruder des australischen Finanzministers, wandelte sich in Sachen Glücksspiel vom Saulus vom Paulus. Anfang der 90er Jahre unterstützte er als Bürgermeister von St. Kilda in der Nähe Melbournes die Legalisierung der Spielautomaten. Die Folgen entsetzten ihn: „Die Spielautomaten verbreiteten sich aggressiv in den Bars und Einkaufszentren. Das war wie ein Tropfen Tinte auf ein Löschpapier, der sich dann unaufhaltsam ausbreitete.“

„Verheerende Folgen für die Gesellschaft“

Australien eroberte sich in wenigen Jahren den Spitzenplatz unter den Spielernationen. Allein im Jahr 2001 verspielten die Menschen nach Angaben des „Australischen Büros für Statistik“ umgerechnet knapp 12 Milliarden Franken, zwei Drittel davon wurden in Spielautomaten gesteckt.

Costello will eine strengere Regulierung der Branche durch den Staat. Das Glücksspiel habe verheerende „moralische Folgen“ für die Gesellschaft: „Ehen zerbrechen, Kinder gehen hungrig zu Bett und mindestens ein Australier nimmt sich pro Woche das Leben, weil er keinen anderen Ausweg aus seinen durch Spielsucht verursachten Problemen sieht.“

Quelle: http://www.jesus.ch