Siegfried & Roy – ein Magierduo eroberte die Show-Welt – Eine Weltkarriere, die tragisch endete (Teil 1)

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
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Auf Grund vieler Anfragen von Siegfried & Roy Fans auf der ganzen Welt, hat sich die ISA-CASINOS vorgenommen, einen möglichst genauen Ablauf ihres Kennenslernens und ihres Werdegangs zu dokumentieren. Sicherlich gibt es jede Menge von Einzeldetails und Geschichten über diese beiden großartigen Persönlichkeiten. Unser Ziel ist es, ihr gemeinsames Leben unseren Lesern nahe zu bringen. Diese Serie ist dem Magierduo Siegfried & Roy gewidmet.

Kindheit

Sie wurden als Siegfried Fischbacher und Uwe Ludwig Horn geboren. Heute kennt sie die ganze Welt als Siegfried & Roy. Der eine stammt aus dem hohen Norden, der andere aus dem bayerischen Süden Deutschlands. Zusammen haben sie als das Magierduo Siegfried & Roy die Show-Welt erobert.

Blicken wir zurück auf das bisherige Leben dieser beiden Ausnahme-Entertainer, die an verschiedenen Enden Deutschlands geboren wurden, deren Leben bis zu ihrem Treffen aber dennoch erstaunlich viele Parallelen aufweist.

In diesem Ersten Teil erfahren Sie etwas über die Kindheit von Siegfried Fischbacher aus Rosenheim und Uwe Ludwig Horn aus Nordenham. Denn schon in dieser Zeit wurden die Grundsteine für das gelegt, was seit Jahrzehnten Millionen Menschen in aller Welt begeistert.

Siegfried Fischbacher

Siegfried Fischbacher wurde am 13. Juni 1939, also wenige Monate vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, in Rosenheim in Bayern geboren. Der Stadt ist er bis heute verbunden geblieben und engagiert sich dort für den guten Zweck.

Siegfried war der zweite Sohn von der Hausfrau Maria und dem Malermeister Martin Fischbacher. Sein älterer Bruder heißt Marinus, die jüngere Schwester Margot.

Siegfrieds Vater Martin musste nach Russland in den Krieg ziehen, so dass die Mutter Maria mit der Erziehung der Kinder auf sich allein gestellt war. Und auch nach der Rückkehr des Vaters wurde das Leben in der Familie Fischbacher nicht einfacher. Der Vater Martin war in russische Gefangenschaft geraten, was ihm auch nach seiner Befreiung und seiner Rückkehr nach Rosenheim schwer zu schaffen machte. Er verfiel dem Alkohol. Das wirkte sich auf das Familienleben aus: Statt väterlicher Zuwendung und Liebe bekamen Siegfried und seine Geschwister nur all zu oft erzählt, dass sie es alle drei in ihrem Leben zu nichts bringen würden.

Schon als Kind war Siegfried von der Zauberei begeistert. Die Geschichte, wie er an sein erstes Zauberbuch gekommen ist, kann man mit Fug und Recht als Wink des Schicksals bezeichnen: Als achtjähriger Junge entdeckte er in einem Buchladen ein Zauberei-Buch. Das Buch war jedoch zu teuer für die Eltern, es kostete damals genau 5 Mark. Sie hatten kein Verständnis für Siegfrieds innigen Wunsch, die Zauberei zu erlernen. Der Beruf des Zauberers oder überhaupt ein künstlerischer Beruf erschien ihnen zu wenig zukunftsträchtig. Deshalb weigerten sie sich, ihrem Sohn das Buch zu kaufen. Also blieb Siegfried nichts anderes übrig, als in der nächsten Zeit immer wieder an dem Laden vorbei zu spazieren. Er überlegte immer wieder, wie er es sich ermöglichen könnte, dieses Buch zu bekommen. Bis er einen Fünf-Mark-Schein auf der Straße fand – das war genau der Preis des Buches – und sich davon sofort das Buch kaufte. Als seine Mutter davon erfuhr und sah, wofür Siegfried das viele Geld ausgegeben hatte, war der Ärger im Hause Fischbacher groß. Sie machte ihm Vorwürfe, und nach dem folgenden Streit zog sich Siegfried in sein Kinderzimmer zurück, um sein kostbares Buch zu studieren. Er begann, sich die Zaubertricks einzuprägen und sie zu üben. Eines Tages führte er seinem Vater seinen ersten Trick vor.Betrachtet man die späteren Tricks von Siegfried & Roy, war dieser ein recht simpler: Mit Hilfe eines Taschentuches ließ Siegfried ein Münze in einem Glas verschwinden. Seinen Vater hatte er aber wie geplant beeindruckt. Bis zu diesem Tag hatte der Vater dieser streng katholisch und konservativ lebenden Familie nie wirklich etwas für seine Kinder übrig gehabt und ihnen dementsprechend nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt. Als Familienoberhaupt galt er allerdings traditionell als unangreifbar und wusste alles. Dass er von diesem ersten Zaubertrick Siegfrieds so beeindruckt war, muss also ein sehr erhebendes Gefühl für den jungen Nachwuchszauberer gewesen sein.

Seine Eltern wollten, dass er etwas „handfestes“ lernt. Da klar war, dass er mit dem Wunsch Zauberer zu werden, bei seinen Eltern auf taube Ohren stoßen würde, machte Siegfried nach dem Besuch der Volksschule eine Lehre zum Teppichweber. In diesem Beruf arbeite er dann für kurze Zeit. Mit 17 Jahren verließ er dann sein Elternhaus, um seinem Ziel, als berühmter Magier die Menschen zum Staunen zu bringen, näher zu kommen.
Siegfrieds festes Ziel, als Magier die Show-Welt zu erobern, führte ihn an den Gardasee, wo er als Tellerwäscher, Barkeeper und Kellner arbeitete. In den Pausen unterhielt er zunächst seine Kollegen und später auch dazukommende Gäste mit seinen Zaubertricks, die er in den folgenden Jahren immer weiter ausfeilte. Am Gardasee verbrachte er die nächsten Jahre. Im Jahr 1959 heuerte Siegfried auf dem Kreuzfahrtschiff „TS Bremen“ an; dort arbeite er zunächst als Steward, doch schon bald wurde sein Talent zum Entertainer erkannt, so dass er mit seiner ersten eigenen Zaubershow im Unterhaltungsprogramm auftreten konnte.

Uwe Ludwig Horn alias Roy Horn

Roy wurde als Uwe Ludwig Horn am 3. Oktober 1944 – in einer Nacht, in der Bremerhaven und Umgebung schwer bombardiert wurden – im norddeutschen Nordenham bei Bremerhaven geboren. Seine Mutter Johanna hatte bereits drei Söhne: Manfred, Werner und Alfred. Die Mutter war, wie die von Siegfried, auf sich allein gestellt, denn ihr Ehemann, der Vater der Kinder, war ebenfalls in den Krieg gezogen. Die Kriegsgeschehnisse und die direkte Bombardierung der Heimatstadt machten es für Johanna Horn ungemein schwer, ihre vier Söhne zu ernähren und durch den anstehenden harten Winter zu bringen. Doch sie schaffte es, und nicht nur das; nachdem ihr Mann aus dem Krieg zurückgekehrt war und sich durch das Erlebte stark negativ verändert hatte, fand Johanna Horn den Mut, sich vor allem zum Wohle der Kinder von ihrem Ehemann zu trennen. Auch wenn sie nicht im erzkatholischen Süddeutschland lebten, so war es damals auch im Norden Deutschlands etwas Besonderes, wenn eine Frau sich von ihrem Mann scheiden ließ. Der Kontakt der Kinder zum leiblichen Vater riss bald ab, die Rolle übernahm nun der neue Ehemann der Mutter. Roys Bruder Werner war nach der Scheidung beim Vater geblieben, die beiden anderen Brüder Alfred und Manfred waren schon aus dem Elternhaus ausgezogen. Roy wuchs also wie ein Einzelkind auf. So verlebte er eine glückliche Zeit in einer zunächst heilen Familie. Diese schöne Zeit hielt jedoch den Nachwirkungen des Krieges nicht stand. Ebenso wie Siegfrieds Vater hatte auch Roys Stiefvater mit den psychischen und physischen Nachwirkungen der Kriegserlebnisse zu kämpfen. Ebenso wie Siegfrieds Vater verfiel Roys Stiefvater bald dem Alkohol. Bald veränderte sich der Stiefvater vom liebevollen Ersatzvater, mit dem Roy sich besser verstand als mit dem leiblichen Vater, zu einem unberechenbaren und schwer erträglichen Menschen. Seine Kriegsverletzung und das Trauma führten schließlich dazu, dass der Stiefvater nicht mehr arbeiten gehen konnte, was einen Mann wie ihn, dessen Ansehen vorrangig auf geschäftlichen Erfolgen basierte, doppelt traf. Die Auszahlung seiner Pension verzögerte sich solange, dass Roys Mutter bald selbst wieder arbeiten gehen musste, um für den Lebensunterhalt der Familie aufzukommen. Die Situation innerhalb der Familie verschlimmerte sich zunehmend, so dass Roy Trost und Ablenkung bei seinem Hund suchte und fand.

Er ging so oft wie möglich mit „Hexe“, seinem Wolf-Hund-Mischling spazieren. Aus dieser Zeit stammt die Begebenheit, die man wohl als Schlüsselerlebnis bezeichnen kann, was Roys Fähigkeit betrifft, sich mit Tieren zu verständigen und sein Gefühl der innigen Verbundenheit mit ihnen erklärt:

Bei einem seiner vielen Spaziergänge spielte Roy wie immer mit Hexe und tollte mit dem Hund herum. Dabei bemerkte er nicht, wie gefährlich nahe er dem Sumpf kam, vor dem er schon etliche Male gewarnt worden war. So versank er an einer Stelle im Sumpf, wo er sich aus eigener Kraft nicht mehr herausretten konnte. Der Hund erkannte die lebensgefährliche Situation, rannte los, um Hilfe für sein Herrchen zu holen und rettete ihm so das Leben.

Dies ist nur ein Beispiel für Roys nachhaltige Erlebnisse mit Tieren. Ein weiteres ist seine Freundschaft mit Chico, dem Geparden. Roys Liebe zu den Tieren führte ihn immer wieder in den Bremer Zoo. Seine Tante Paula hatte ihm zu seinem 10. Geburtstag eine Dauerkarte für den Tierpark geschenkt. Besonders angetan hatte es ihm dort eine Raubkatze, eben jener Chico. Durch seine Besuche erlangte Roy das Vertrauen und die Freundschaft des Tieres. Die Freundschaft ging soweit, dass Roy das Tier im Gepäck mit an Bord nahm, als er auf der „TS Bremen“ als Kellner anheuerte.

Als Siegfried und Roy 1959 auf das Kreuzfahrtschiff kamen und die beiden sich kennen lernten, war ihnen bald klar, dass sie sich in einem gemeinsamen Programm wunderbar ergänzen würden. Die Idee, als Magierduo aufzutreten, war geboren. Bis sie ihr Debüt an Land hatten, sollte es jedoch noch etwas dauern. So lange arbeiteten die beiden auf dem Schiff und traten dort gelegentlich mit eigenen Programmen auf. Zunächst war es nur Siegfried, der mit seinem Zauberprogramm auf der Bühne stand. Roy hatte das Programm einmal zufällig beobachtet. Er ging danach zu Siegfried und überraschte ihn mit Veränderungsvorschlägen. Schon bald begannen die beiden, an ihrem gemeinsamen Programm zu feilen.

Lesen Sie im nächsten Teil, wie Siegfried und Roy nach ihrer Arbeit auf der „TS Bremen“ den Grundstein für ihre Karriere als Magierduo „Siegfried & Roy“ legten.

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