Casinos in der Schweiz – Eine junge und vielversprechende Geschichte (Teil 2)

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
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Nachdem Sie im 1. Teil bereits einen kurzen Überblick über allgemeine Daten zur Schweiz und den Weg der Schweizer zur Aufhebung des Spielbankverbotes lesen konnten, widmet sich der zweite Teil der Gesetzgebung und der Konzessionspolitik.

Bei den Konzessionen wird unterschieden zwischen A- und B-Casinos. Diese Unterscheidung bezieht sich auf das Spielangebot, welches das jeweilige Casino ausüben darf:

Die A-Konzession erlaubt es, Tischspiele und das Spiel an Glücksspielautomaten anzubieten. Bei beiden ist die Anzahl der Spiele unbegrenzt. Des weiteren bietet die Konzession die Möglichkeit, Spiele innerhalb der Spielbank und der Grand Casinos untereinander zu vernetzen; das ist vor allem für die Bildung von Jackpots von Bedeutung (z.B. der Swiss Jackpot).

Casinos mit einer B-Konzession dürfen maximal drei Tischspiele anbieten. Das Spiel an Automaten dürfen sie ebenfalls anbieten, hier darf jedoch ein bestimmtes Verlust- und Gewinnpotential nicht überschritten werden.

Das Grand Casino Baden (Kategorie A) beispielsweise bietet 267 Glücksspielautomaten an und 6 verschiedene Spiele an 22 Tischen an (Black Jack, Roulette, Poker, Baccara, Sic Bo und Punto Banco).

Ein Beispiel aus der B-Kategorie: Das Casino in Mendrisio bietet 150 Automaten und drei Tischspiele an insgesamt 29 Tischen an (Roulette, Black Jack und Punto Banco). Eine Konzession hat allgemein eine Gültigkeit von 20 Jahren.

Casinos in der Schweiz unterstehen dem „Bundesgesetz über Glücksspiele und Spielbanken“, kurz Spielbankengesetz oder SBG. Dieses Gesetz hat die Aufgabe, den Spielbankenbetrieb transparent und sicher zu halten und außerdem Geldwäsche zu verhindern, sowie dafür zu sorgen, dass „sozialschädlichen Auswirkungen“ des Spielbetriebes Einhalt geboten wird.

Die Handhabung der sozialschädlichen Auswirkungen sind in der Spielbankenverordnung in den Artikeln 35 ff. festgelegt. Diese besagen, dass die Casinos nachweislich dafür zu sorgen haben, dass das Personal geschult wird, damit es eine/n Spielsüchtige/n erkennen und mit ihm oder ihr kompetent umgehen kann. Alle Casinos müssen mit Partnern für Suchtprävention und für Therapie zusammenarbeiten.

Insgesamt gibt es heute in der Schweiz 20 konzessionierte Spielbanken. Derzeit gibt es sieben Grand-Casinos beziehungsweise Casinos mit einer A-Konzession, und 13 Kursäle beziehungsweise Casinos mit einer B-Konzession. Bis vor kurzer Zeit waren es noch 21 konzessionierte Casinos, jedoch hat das Casino in Zermatt in diesem Juni auf seine Konzession verzichtet (http://www.isa-casinos.de/articles/6364.html ). Grund sind finanzielle Schwierigkeiten, die nicht gelöst werden konnten. Um eine Konzession zu erhalten, muss ein Casino gewisse Eigenkapital-Voraussetzungen erfüllen, d.h. das Casino muss für die Dauer der Konzession mindestens über vier Mio. CHF an liberiertem Aktienkapital verfügen. Außerdem wird anhand der Bilanzsumme und der Bruttospielerträge eine Quote festgelegt, die besagt, wie viel zusätzlich zu den vier Mio. Franken an Eigenkapital vorhanden sein muss.

Wie vom Schweizer Bundesrat bekannt wurde, wird er vor 2006 nicht mehr über neue Konzessionen entscheiden, nachdem 2003 sechs neue Spielbanken eröffnet haben: Drei mit einer A- (Montreux, Basel und St. Gallen) und drei mit einer B-Konzession (Granges-Paccot, Meyrin und Locarno).

Das Jahr 2003 war das erste komplette Geschäftsjahr, nachdem im Laufe des Jahres 2002 die ersten konzessionierten Casinos in der Schweiz ihre Pforten geöffnet haben.

Die Umsatzbilanz des vergangenen Jahres zeigt, dass die Schweizer Spielbankenlandschaft ein Wachstumsmarkt ist: Die 21 im Jahr 2003 konzessionierten Spielbanken erwirtschafteten einen Bruttospielertrag von insgesamt rund 561 Millionen Schweizer Franken (CHF), was im Vergleich zu 2002 eine Steigerung um 260 Millionen CHF bedeutet. Alleine das Grand Casino Baden hat 2003 eine Ertrag von knapp 110 Mio. CHF erwirtschaftet, wie der Schweizer Casino Verband (SCV) im Mai 2004 bekannt gab. Der SCV ist der Dachverband er schweizerischen Spielbanken und vertritt die Interessen von 19 der 20 Casinos.

Es ist davon auszugehen, dass der Trend weiter aufwärts geht, da wie erwähnt im letzten Jahr sechs weitere Casinos eröffnet haben. Wie die ISA-CASINOS bereits im Januar berichtete, sehen jedoch nicht alle Schweizer Casinos einer rosigen Zukunft entgegen, das zeigt auch nicht zuletzt die Schließung des Hauses in Zermatt.

Welche der Spielbanken erfolgreich aus dem Konkurrenzkampf um gute Einzugsgebiete und tourismuswirksame Standorte gehen wird, wird die Zukunft noch zeigen.

Informationen zum Spielbankengesetz, eine Auflistung der konzessionierten Casinos und vieles mehr finden Sie unter www.esbk.ch . Die Adresse des SCV lautet www.switzerlandcasinos.ch.