Glücksspiel Angebote – Banken spielen auf die Europameisterschaften

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
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(rs) Wird Deutschland EM Meister 2004 oder wie viele Tore schießt Bayern München in ihrer nächsten Saison. Politiker und Verbraucherschützer warnen davor diese Angebote zu nützen.

Diese Fragen werden von einigen Banken an Millionen von Kleinsparern gestellt. Normalerweise kennt man dieses nur aus Wettbüros. Aber mit Anlageangebote, bei denen der Sparer mit satten Zinszuschlägen belohnt wird, sollte die Fußballteams erfolgreich sein, werden die Kunden angelockt.

Die Postbank bietet ein Festgeldkonto mit dem Namen „Bonus Volltreffer“ an. Der Basiszins liegt bei 1,3 Prozent (Mindestanlage 2500 Euro, 6 Monate Laufzeit). Je besser die deutsche Mannschaft bei der EM abschneidet umso mehr legt die Postbank an Zinsen drauf. Beim Titelgewinn gibt es 3,25 Prozent.

Selbst die Hypo Vereinsbank offeriert ihren Kunden einen Mix aus Sparbuch und Sporttipp an. Inhaber der FC Bayern Spar Card erhalten für je 10 Heimtore einen Zinszuschlage von 0.1 Prozent.

Sportler als Zinsfaktoren?

Michael Müller, Michael Müller, Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, kritisiert die Fußballzins-Angebote der Banken: „Die Finanzbranche setzt zunehmend auf Spekulationen statt auf Substanz. Die Kunden verdienen mehr Ernsthaftigkeit. Warum besorgen sich die Geldhäuser nicht gleich eine Glücksspielzulassung?“

Peter Grieble, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, warnt vor Zinsspielen „Das sind Spielchen, die mit fundierter Geldanlage nichts zu tun haben.“ Ähnlich sieht es Ursula Heinen, Verbraucherschutzexpertin der Unionsfraktion im Bundestag: „Die Banken führen die Verbraucher in die Irre. Unter dem Deckmantel des Seriösen schließen sie mit ihren Kunden Sportwetten ab. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sollte solche Anlageformen nicht genehmigen.“

Die BaFin lehnt jede Verantwortung für Zinspolitik der Banken ab und verweist auf die Zuständigkeit der Länder. Sprecher Oliver Struck: „Ob es sich um ein Glücksspiel handelt, darf allein die zuständige Landesbehörde beurteilen.“

Die Postbank versteht die ganze Aufregung um ihr Fußballzins-Angebot nicht. „Wir legen die gesamte Anlagesumme des Kunden ohne Abzug an und zahlen dafür einen marktüblichen Basiszins“, so ein Sprecher. Von Glücksspiel könne keine Rede sein.