Tarifstreit in den Bayerischen Spielbanken

Tarifstreit in den Bayerischen Spielbanken

Ver.di klagt gegen Arbeitseinsatz der Geschäftsleitung bei Warnstreiks
Horak: Viel Lärm um nichts

Als viel Lärm um nichts bezeichnete der Präsident der Staatlichen Lotterieverwaltung, Erwin Horak, die Ankündigung von Ver.di, den Arbeitseinsatz der beamteten Geschäftsleiter (Spielbankdirektoren) gerichtlich untersagen zu lassen. „Leider lässt Ver.di die Arbeitskampfmaßnahmen in den Bayerischen Spielbanken eskalieren. Trotz des über dem Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst liegenden Arbeitgeberangebots an die ebenfalls öffentlich bediensteten Arbeitnehmer in den Bayerischen Spielbanken will die Gewerkschaft offenbar nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren. Nachdem die Streiks in fünf Bayerischen Spielbanken bisher die gewünschte Wirkung verfehlt haben , will Ver.di noch eins draufsetzen“, sagte Horak.

Horak zeigte sich befremdet über die Rechtsansicht von Ver.di, dass dem Geschäftsleiter als Hausherrn – nur, weil er Beamter sei – verboten werden solle, sich um die zum Teil von weit her angereisten Gäste zu kümmern, die wegen des Streiks umsonst vor verschlossenen Türen gestanden hätten. Im Übrigen habe man mit arbeitswilligem Personal, das sich der überzogenen Gewerkschaftsforderung von mehr als 6,5 Prozent Gehaltserhöhung nicht anschließen wollte, in allen bestreikten Spielbanken das Automatenspiel offen halten können.

Die Behauptung von Ver.di, es habe ein gezielter Einsatz von Beamten unter Führung der Spielbankdirektoren stattgefunden, entbehere jeder Grundlage. Weder das Finanzministerium noch die Staatliche Lotterieverwaltung hat den Einsatz der Geschäftsleiter angeordnet. „Für die Spielbankdirektoren ist es nicht nur Aufgabe sondern eine Selbstverständlichkeit, jederzeit zum Wohl der Gäste zu handeln. Einer Anordnung bedurfte es hier nicht. Ganz im Gegenteil, die Geschäftsleiter haben ihren Arbeitseinsatz sofort freiwillig angeboten “ erklärte Horak.

Horak fordert Ver.di erneut auf, endlich die Warnstreiks zu beenden und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der Freistaat sei verhandlungsbereit.

Quelle: Infofax/Bayerische Spielbanken – Zentralverwaltung, München