Interview mit Jlona Vlach, Direktorin des Swiss Casinos Schaffhausen

Ulli Schmitt
ISA-GUIDE Inhaber
E-Mail: ulli@isa-guide.de


ISA-GUIDE spricht mit Direktoren, Managern, Aktionären und Persönlichkeiten aus der Spielbank- und Casinobranche. ISA-GUIDE hinterfragt Aktuelles und Interessantes für Sie.

Jlona Vlach

Jlona Vlach

Heute im Interview: Jlona Vlach (45), seit Oktober 2011 Direktorin von Swiss Casinos Schaffhausen. Sie ist bereits seit über 15 Jahren in unterschiedlichen Bereichen der Schweizer Casinobranche tätig. Ihren Einstieg machte sie 1998 beim Grand Casino Luzern.

Fachjournalist Ulli Schmitt, ISA-GUIDE: Welchen Gesellschaften ist Ihr Haus angeschlossen?

Jlona Vlach: Swiss Casinos Schaffhausen gehört zur Swiss Casinos Holding AG.

Swiss Casinos Holding AG ist Alleinaktionärin der Swiss Casinos Spielbanken in Pfäffikon SZ, Schaffhausen und Zürich. An Swiss Casinos St. Gallen hält sie die Mehrheit (98%). Zudem besitzt das Unternehmen eine Minderheitsbeteiligung an der Grand Casino Kursaal Bern AG (31,5%).

Ulli Schmitt, ISA-GUIDE: Welche Spiele werden in ihren Häusern angeboten?

Jlona Vlach: Swiss Casinos Schaffhausen bietet den Gästen an sechs Tischen die klassischen Spiele American Roulette, Black Jack und UTH-Poker. Für weiteren Spielspass sorgen im Automaten-Bereich 115 Slot Machines mit mehreren Jackpots, eine halbautomatische Multiroulette-Anlage mit acht Terminals sowie Geschicklichkeitsgeräte.
Insgesamt kann in den Häusern von Swiss Casinos an 737 Glückspielautomaten und an 53 Spieltischen beste Unterhaltung erlebt und genossen werden.

Ulli Schmitt, ISA-GUIDE: Automatenspiele erlangen allein durch ihre technische Innovation immer grössere Beliebtheit. Ist das klassische Spiel nicht mehr attraktiv?

Jlona Vlach: Das klassische Spiel gehört nach wie vor zu einem Casino. Jedoch legt auch Swiss Casinos Schaffhausen grossen Wert auf Innovation beim Automatenspiel. Es widerspiegelt den Zeitgeist, dass insbesondere jüngere Gäste immer mehr Gefallen am Automatenspiel finden, da diese ein breites Spektrum an Unterhaltung bieten.

Ulli Schmitt, ISA-GUIDE: Die Spielautomaten folgen Trends. Ist für Sie das stetige Anpassen an neuesten Generationen sinnvoll oder steht mehr die Spielgewohnheit im Vordergrund?

Jlona Vlach: Sowohl als auch. Wir bieten klassische Automatenspiele an, welche sich seit Anbeginn sowohl bei Stamm- wie auch Neugästen grosser Beliebtheit erfreuen. Auf der anderen Seite ist es sehr wichtig, die spannenden und neuesten Trends im Bereich der Glückspielautomaten auch unseren Gästen anbieten zu können. Viele Gäste lieben die Abwechslung. Jüngeren Gästen gefallen insbesondere die «Fun»-Geräte mit speziellen Features.

Ulli Schmitt, ISA-GUIDE: Sehen Sie Möglichkeiten, die Attraktivität von Spielstätten zu erhöhen, auch durch Änderungen seitens des Gesetzgebers?

Jlona Vlach: Ja. Die internationale Entwicklung zeigt, dass eine optimale Verknüpfung von Live-, Automaten- und Onlinespielen für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg von Casinos wesentlich ist. In den Pot einer optimalen und möglichst grossen Angebotsvielfalt gehören nachweislich auch Geschicklichkeitsspiele.

Damit die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Spielbanken gegenüber ausländischen Casinos gestärkt werden kann, müssen Überregulierungen gelockert werden. Die ESBK hat die Tür in eine markttaugliche Zukunft bereits geöffnet. Die Bestrebungen der ESBK, die zu einer Flexibilisierung der Zulassungsbestimmungen führen, befürworten wir sehr. Es braucht dazu aber auch konstruktive Ideen und Überlegungen der Schweizer Casinos.

Ein erstes Beispiel zeigt sich mit der Einführung neuer Multiroulette-Anlagen in verschiedenen B-Casinos. Seit Dezember 2015 steht eine solche Anlage auch im Swiss Casinos Schaffhausen und erfreut sich grosser Beliebtheit.

Ulli Schmitt, ISA-GUIDE: Gut geschultes Personal ist das Nonplusultra im Spielbank-Sektor. Wie sieht bei Ihnen die Aus- und Fortbildung der Beschäftigten aus?

Jlona Vlach: Wir legen grossen Wert auf laufende Weiterbildung unseres Personals. Neben jährlichen Schulungen in den Bereichen Sozialschutz und Geldwäschereigesetz (GwG), legen wir einen zusätzlichen Schwerpunkt auf den Gästeservice an allen Kontaktpunkten in unseren Casinos. Wir bilden seit Jahren unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren internen «Code of Conduct»-Themen und neu ab diesem Sommer zusätzlich in «Service Excellence» aus.

Ulli Schmitt, ISA-GUIDE: Die wirtschaftliche Talfahrt konnte bislang nicht zum Stillstand gebracht werden. Inwieweit sind auch Ihre Spielbanken betroffen?

Jlona Vlach: Auch wir in Schaffhausen sind davon betroffen. Allerdings freut es uns ausserordentlich, dass wir den negativen Trend der letzten zwei Jahre stoppen und unsere Gästezahlen und Ergebnisse steigern konnten. Im Jahr 2015 konnte Swiss Casinos Schaffhausen bessere Ergebnisse als noch im Vorjahr erzielen.

Ulli Schmitt, ISA-GUIDE: Wie stehen Sie zum Online-Casino und würden Sie mit Ihrem Haus in diesem Bereich auch Aktivitäten anstreben?

Jlona Vlach: Wir würden unseren Heimmarkt schon lange gerne mit Online Casinospielen bedienen. Durch das Online Verbot im heutigen Spielbankengesetz ist uns das jedoch verwehrt. Wir haben uns immer strikt an das Verbot gehalten. Swiss Casinos hat vor vier Jahren das erste Schweizer Gratis Online Casino in Betrieb genommen, damit interessierte Schweizer trotzdem legal online spielen können; natürlich ohne Geldeinsatz, weshalb das Angebot nur beschränkt attraktiv ist. Im Gegensatz dazu schöpfen ausländische Onlinespieleanbieter seit Jahren aus dem Vollen. Sie locken die Schweizer Kundschaft mit hohen Gratisspielguthaben gezielt auf ihre Plattformen, vorzugsweise an Orten, wo die Vorschriften ungleich lascher sind und die Abgaben minimal sind. Dass der Gesetzgeber den konzessionierten Schweizer Casinos den bisher verwehrten Online Absatzkanal nun öffnen will, ist nichts als folgerichtig.

Ulli Schmitt, ISA-GUIDE: Immer mehr Spielbanken stellen sich auch dem Problem der Spielsucht und werden damit ihrem gesellschaftlichen Auftrag gerecht. Welche Aktivitäten unterstützen Sie diesbezüglich in Ihrem Unternehmen?

Jlona Vlach: Swiss Casinos hat dem Sozialschutz schon früh einen hohen Stellenwert eingeräumt. Bereits 1998 wurde ein Sozialbeirat ins Leben gerufen, um die Erarbeitung, Umsetzung und kontinuierliche Weiterentwicklung eines Sozialkonzepts zu begleiten. Dieses gewährleistet Schutzmassnahmen, Prävention und Früherkennung von spielsuchtgefährdeten Gästen, laufende Ausbildung der mit dem Vollzug des Sozialkonzepts betrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zur Erhebung von Daten über die Spielsucht. Im Auftrag der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) erarbeitete Studien zeigen die Wirksamkeit dieser Massnahmen: Die Problembelastung durch Glücksspiele ist tendenziell leicht rückläufig.

Ulli Schmitt, ISA-GUIDE: Mit dem Begriff «Spielbanken» und «Casinos» verbinden die Konsumenten nicht nur das Ambiente, sondern auch das Glück des grossen Gewinns. An welche grossen Ausschüttungen, die Ihre Gäste erfahren haben, erinnern Sie sich?

Jlona Vlach: Das war vor einiger Zeit, als ein Gast aus der Region Schaffhausen den «Rheinfall-Jackpot» mit knapp 40’000 Franken gewonnen hat. Die Freude war bei ihm riesig, da er zwei Wochen später auf die seit langem geplante Weltreise ging und der Gewinn natürlich zum richtigen Zeitpunkt kam.

Ulli Schmitt, ISA-GUIDE: Bis vor Jahren galt eine strenge Kleiderordnung beim Besuch von Spielbanken. Zwischenzeitlich gelockert legen aber trotzdem die meisten Häuser auch heute noch sehr viel Wert auf grosse Abendgarderobe. Wie sehen Sie dies?

Jlona Vlach: Auch hier muss man mit dem Zeitgeist gehen. Die Zeiten, wo man sich abends oder auch sonntags in spezielle «Ausgangskleider» geworfen hat, sind seit geraumer Zeit vorbei. Natürlich würde ich es persönlich begrüssen, wenn mehr Gäste sehr chic gekleidet ins Casino kämen. Im Swiss Casinos Schaffhausen haben wir die Kleidervorschriften aber schon vor Jahren gelockert. Alle sind willkommen. Gepflegte Kleidung ist ein «must», aber sonst müssen sie sich einfach wohlfühlen. Es gibt allerdings ein paar Restriktionen, beispielsweise sind im Sommer bei Herren kurze Hosen nicht erlaubt.

Ulli Schmitt, ISA-GUIDE: Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, was fällt Ihnen mal abgesehen von Reichtum spontan ein?

Jlona Vlach: Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.

Ulli Schmitt, ISA-GUIDE: Wie sieht Ihr freizeitlicher Ausgleich aus?

Jlona Vlach: Freunde und Familie treffen, Sport treiben und Konzerte besuchen.

Ulli Schmitt, ISA-GUIDE: Herzlichen Dank für das Gespräch.

Hinweis: ISA-GUIDE veröffentlicht auf Ihrem Internet-Portal verschiedene Artikel, Analysen, Kolumnen, Reportagen, Publikationen, Urteile, Interviews und Nachrichten, die aus unterschiedlichen Quellen stammen. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der Autor.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie stimmen mit der Nutzung der Kommentarfunktion zu, dass Sie diese nicht zur Veröffentlichung von bewusst falschen und/oder unzutreffenden, missbräuchlichen, vulgären, obszönen, sexuell orientierten oder auf andere Weise rechtsverletzenden Beiträgen nutzen. Sie stimmen weiterhin zu, diese Plattform nicht zum Zwecke der Werbung zu nutzen und keine fremden, urheberrechtlich geschützen, Inhalte zu veröffentlichen. Links/Verweise auf Seiten die in Deutschland nicht konzessioniertes Glücksspiel anbieten sind ebenfalls unzulässig. Die maximale Länge eines Kommentares liegt derzeit bei 500 Wörtern.
Werbung