Das Poker-Duell der Croupiers – ISA-GUIDE.de

Das Poker-Duell der Croupiers

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
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Wer wird den Titel des Europameisters der Dealer Poker-EM 2006 erringen?

Croupiers aus 89 Casinos, insgesamt 688 Teilnehmer aus 23 verschiedenen europäischen Nationen, trafen sich zu einem Spektakel der Superlative. Ziel war es, den besten Pokerspieler aus den eigenen Reihen zu finden und ihn mit dem Titel des „Europa-Meister der Dealer-EM 2006“ in Salzburg/Österreich Schloss Klessheim zu küren.

Bevor aber diese Europameisterschaft unter der Regie der Casinos Austria AG, unter Zusammenarbeit der ACE (Association of Casino Employees Europe), gestartet werden konnte, musste viel getan werden. Vor dem Casino im Schloss Klessheim wurde im Schlossgarten ein Casinozelt aufgebaut um alle Teilnehmer mitsamt Begleitungen unterzubringen. Zusätzlich standen 36 Pokertische, 3 Roulettetische, 10 Black Jack-Tische, diverse Slot-Maschinen, sowie 3 Bars und eine Bühne den Gästen zur Verfügung.

ISA-CASINOS nutze die Gelegenheit bei der Akkreditierung am Montag (4. Sept), um mit den Dealern aus aller Herren Länder zu sprechen. Insbesondere interessierten uns dabei Meinung und Einstellung des Einzelnen zu dem bereits Tradition gewordenen Spektakel.

Die Antworten glichen sich in den Aussagen (hier auszugsweise):

„Für uns ist es nicht nur ein Treffen um den besten Pokerspieler unter uns zu finden, sondern es geht um viel mehr. Hier haben wir die Möglichkeit uns auszutauschen, Meinungen zu einzelnen Spielbanken und deren Abläufe zu vergleichen, Tipps zu erhalten und Kollegen aus den anderen Casinos näher kennen zu lernen. Gleichzeitig ist es ein „Wir-Erlebnis“ für jeden hier, bei dem man dabei sein muss. Sicherlich auch für viele ein neues Gefühl, auf der anderen Seite des Tisches zu sitzen und dieses als Spieler zu erleben. Diese Erfahrungen sind insofern wichtig, um unsere Gäste in manchen Spielsituationen in die sie gelangen besser zu verstehen. Es hilft uns damit besser umzugehen, wenn man es selber erlebt, das auf und ab während eines Spieles.“

Geduld hatten die „Jungs und die Mädels“ allemal. Obwohl bei der Akkreditierung teilweise die Computer ausfielen und sie warten mussten bis wieder alles im Lot war, scherzten sie ausgelassen und waren guter Stimmung. Man begrüßte sich und erzählte noch vom vergangenen Event in Barcelona und freute sich, dass man sich nun in Salzburg wieder sah. Sogar der Himmel war mit Ihnen und schenkte den Croupiers das schönste Wetter für die gesamten drei Tage des Poker-Events.

Am Abend begann die Eröffnungszeremonie mit den Walser Prangerschützen und einem Sektempfang. Das ließ einen Vorgeschmack auf das weitere Programm zu. Nach dem lautstarken Einschießen der Walser Prangerschützen gab es im Schlosspark einen Sektempfang, das unterstrichen wurde von einem Mozartquartett. Danach wurden alle offiziell in diversen Ansprachen willkommen geheißen und das Festzelt wurde geöffnet.

Casinozelt für die PokerEM<br>in Salzburg ISA-CASINOS staunte nicht schlecht: Das Zelt wurde regelrecht gestürmt und ruckzuck waren Plätze am Black Jack-Tisch besetzt und die ersten Cash-Games am Pokertisch starteten voll belegt. Auch an den Slot-Maschinen und dem Roulette fanden sich die Dealer ein. Es war ein herrlicher Anblick, wie nun leidenschaftlich gezockt wurde und siehe da(!), war da nicht gerade ein Schimpfen über die schlechten Karten beim Black Jack? „Sage, mal kannst du auch andere Karten ausgeben als immer nur 15 und 16? Warum bekommt immer nur die Bank ein Black Jack und ich nicht?“ – „Was gibt der für einen Mist aus?“ – „Weis der nicht einmal was die große Serie ist? Er trifft immer nur die kleine Serie?“ – „Der wirft ja viel zu unruhig mit seiner Kugel, da kann man ja nichts treffen.“ – „Der sollte sich mal die Finger waschen!“.

Es war einfach herrlich zu zuhören und mit einem leichten Schmunzeln weiter zu beobachten. Es waren nicht mehr die stummen Dealer, die Jungs und Mädels, in ihren Smokings, die Unnahbaren, die über Glück oder Unglück entscheiden; Es waren dieselben wie du und ich, wenn wir ein Casino als Gast betreten! Bis in die frühen Morgenstunden wurde gezockt, sich amüsiert und gefeiert.

Thorsten Kartzinski <br>Casino Bad Oeynhausen Am Dienstag um 10.00 begann das Turnier. Gespielt wurde in vier Vorrunden mit ca. 170 Teilnehmern, bis sich jeweils 40 Spieler für das Halbfinale qualifiziert hatten. Es war sensationell. Es wurde gefightet bis zum letzten Chip. Fast hatte man das Gefühl es ginge um eine Weltmeisterschaft und um Millionen. Nichts wurde geschenkt und verbissen wurde jedes Blatt umkämpft. Das auch viele Neulinge zum ersten Male spielten und auch dementsprechend Fehler machten störte niemanden. Immerhin, wenn einer meinte mit AS/Dame ist er der King und bezahlt bis zum Schluss, nur um dann festzustellen das einer Drillinge oder Straße hatte und den Pot gewann, lernte er schnell das Praxis und Theorie weit auseinander liegen. Trotz so manchem Kardinalfehlers und manchem Glücksschuss war die Stimmung ausgelassen und freundlich.

Mittwochmorgen hiess es dann für die 160 Halbfinalisten: Kämpfen bis hin zum Finaltisch. Auch hier kam die Planung der Verantwortlichen etwas aus dem Konzept. Statt um 16.oo endete der Kampf erst um 17.30 Uhr, aber die neun Finalisten standen fest: 2 Schweden, 1 Schweizer, 1 Slowene und 5 Niederländer.

ISA-CASINOS sprach mit vielen Dealern und stellte immer dieselbe Frage: „Warum spielen Sie bei einem solchen Event mit, bei dem es wirklich nicht um das große Geld wie in normalen Turnieren geht?“

Die Antwort war immer in etwa: „Just for fun- not for profit!“

Zurück zu den Finalisten:

Das ein Finale immer etwas Besonderes ist, bemerkten spätestens die Finalisten, als eigens für jeden ein Cabrio bereit stand, der ihn zum Hotel und wieder zurück zum Finale brachte.
Zwischenzeitlich wurde das Zelt für das große Finale umgestaltet. Für alle 850 anwesenden Personen wurden die Tische eingedeckt, um alle zu verköstigen.
Vorn auf der erhöhten Bühne wurde gespielt. Ein Kamerateam filmte das gesamte Finale, welches gleichzeitig auf im gesamten Zelt angebrachten Flatscreens, übertragen wurde.

Dann begann der Einzug der Poker-Gladiatoren der Dealer-EM 2006. Anders kann man es gar nicht beschreiben. Die Dealer bildeten vom Anfang des Zeltes bis hin zum Finaltisch ein Spalier und begrüßten die Finalisten lautstark. Untermalt wurde das Ganze von Robbie Williams’s Song „Let me entertain you“ und von tosendem Beifall. Dieses gab es nicht einmal auf der WSOP in Las Vegas. Kalt rieselte es einem dem Rücken herunter und man fühlte sich wie in einer Woge von Gleichgesinnten fortgeschwemmt.

Dann begann der Fight um den begehrten Titel:

Langsam lichteten sich die Reihen und die ersten Teilnehmer mussten den Tisch verlassen. Begleitet wurden sie jeweils vom tosenden Beifall der Zuschauer.

Drumms and Acrobats Um den Spielern eine Pause zu gönnen wurde ein Showprogramm mit Feuerwerk in der großen Pause dargeboten. Die Trommler und Akrobaten der Gruppe „Drumms and Acrobats“ heizten zusätzlich die Stimmung an und durften erst nach zwei Zugaben aufhören. Danach gab es eine Verlosung mit Glück und Pech. Ein Dealer aus der Spielbank Basel sollte einen Geldpreis gewinnen und war schon vorher abgereist. Damit wurde der Preis weitergegeben.
Nun ging es in die entscheidenden Runden. Hart und unerbittlich wurde um die Chetons gekämpft. Es dauerte noch zwei Stunden bis der Sieger ermittelt wurde. Die beiden übrig gebliebenen Spieler Yves van Mannen –NL- (Chipleader) mit Q/Q und Marjan Zagorsek SLO mit 8/8 entschieden sich im heads-up für All in und die Damen von Yves hielten. Somit war der Sieger der Dealer-EM 2006 in Salzburg ermittelt. Mit der Überreichung der Preise, Reisegutscheine im Wert von € 6.000 für den Sieger, € 3.000 für den Zweiten und € 2.000 für den Dritten, endete der offizielle Teil der Dealer Poker-EM 2006 in Salzburg.

Europameister<br>Yves van Mannen - Casino Amsterdam ISA-CASINOS gratuliert den Finalisten und dem Europameister Yves van Mannen aus Amsterdam zu seinem Erfolg.

Die Finalisten im Einzelnen:

Finaltisch:

1. Yves van Mannen (Casino Amsterdam; NL) – € 6.000,– travelvoucher +sponsor-prices
2. Marjan Zagorsek (Casino Perla Nova Gorica; SLO) – € 3.000,– travelvoucher +sponsor-prices
3. Arman Raftari (Casino Gothenburg; SWE) – € 2.000,– travelvoucher +sponsor-prices
4. Jesse van Elteren (Casino Enschede; NL) – sponsor-prices
5. Gustav Kling (Casino Stockholm; SWE) – sponsor-prices
6. Marco Deikstra (Casino Utrecht; NL) – sponsor-prices
7. Patrick Coeleman (Casino Nijmegen; NL) – sponsor-prices
8. Oliver Guntern (Casino Basel; CH) – sponsor-prices
9. Monique van Dyk (Casino Utrecht; NL) – sponsor-prices

Ein großes Lob auch an die gesamte Organisation:

An ACE (Association of Casinoemployees in Europe):

– Reinhard Fischer (Registrierung, Technische Turnierabwicklung)
– Richard Thoman (Turnierdirektor, Final Table Moderator)
– Walter Pissecker (Internet, Akkreditierung)
– Heinz Dobcak (Staff)

An Casino Salzburg:

– Peter Hohenberger (Pokermanager, Projektleiter)
– Peter Kowatsch (Manager)
– Christian Szentivanyi (Turnierassistenz)
– Günter Mach (Cashgame)

Hauptsponsor der Veranstaltung war CARD.

CARD übernimmt für die nächsten drei Jahre die Schirmherrschaft über die Dealer-EM.

Fazit der Veranstaltung:

Alles in Allem eine hervorragende Leistung der gesamten Organisation. Einziger Wehrmutstropfen war, dass der Finaltisch nicht direkt bei den Zuschauern mit eingebunden wurde und somit die Stimmung, die bei dem Einzug der Poker-Finalisten aufkochte, etwas abklang. Ansonsten kann ISA-CASINOS jedem Croupier nur Empfehlen: Geht hin, macht mit, es lohnt sich für alle. Für Euch und sicherlich auch für Eure Gäste in den Spielbanken. Denn einmal auf der anderen Seite des Tisches zu stehen ist immer eine gute Erfahrung.

Zur Bilder Galerie: Dealer Poker EM 2006 im Casino Salzburg