Brüsseler Roulette

Brüssel – „Rien ne va plus“, „nichts geht mehr“ war in Brüssel in erster Linie nach langen, hitzigen politischen Debatten zu hören. Ab Mitte Dezember wird der traditionelle Ruf zur Beendigung der Einsätze beim Roulettespiel aber auch im „Salle de la Madeleine“, einer im Stil der Neo-Renaissance gehaltenen ehemaligen Markthalle inmitten der Altstadt, zu hören sein. Dann werden die Casinos Austria den Probebetrieb für eines ihrer prestige- und wohl auch gewinnträchtigsten Projekte der vergangenen Jahre aufnehmen – das „Grand Casino Bruxelles“.

28 Millionen Euro hat der Umbau des Hauses gegenüber dem Royal Windsor Hotel gekostet. Auf drei Ebenen werden 260 Mitarbeiter, der Großteil davon Belgier, dafür sorgen, dass durchschnittlich 1000 Besucher pro Tag an 21 Spieltischen und 206 Automaten reibungslos ihre Einsätze machen können. Die Casinos Austria, die im Juni des Vorjahres nach einem heftigen Wettstreit mit internationalen Mitbewerbern für die Dauer von 15 Jahren die erste und einzige Casino-Lizenz für Brüssel bekommen haben, rechnen bereits im Jahr 2006 mit einem Bruttoeinspielergebnis (Einsätze minus ausbezahlte Gewinne) von 35 Millionen Euro.

Mit hohen Einsätzen in den VIP-Bereich

Davon gehen 15 Millionen Euro an Glückspielabgabe an die Region Brüssel, weitere drei Millionen pro Jahr sind als Lizenzgebühr an die Stadtgemeinde abzuliefern. Deren Bürgermeister Freddy Thielemanns erklärte am Freitag bei der Präsentation des Projektes, die Seriosität, internationale Erfahrung sowie die in diesem Geschäft wichtige staatliche Kontrolle der Casinos Austria durch die Republik Österreich seien ausschlaggebend für die Lizenzvergabe gewesen.

Casino-Finanzvorstand Josef Leutgeb rechnet mit spielfreudigem Publikum. Brüssel beherbergt durch die EU und NATO mehr als 100.000 gut bezahlte Diplomaten, Spitzenbeamte und Lobbyisten. Dazu kämen zahlreiche gut situierte internationale Gäste, die möglicherweise ihr Glück an österreichischen Spieltischen versuchen werden, sagte Leutgeb.

Ein besonderes Zuckerl soll jenen Besuchern geboten werden, die mit hohen Einsätzen spielen wollen. Für sie ist ein eigener VIP-Bereich vorgesehen. „Dort können dann mit einem Einsatz bis zu 492.000 Euro gewonnen werden“, sagte der neue Repräsentant von Casinos Austria in Brüssel, Peter Ketzer. Er ist derzeit auch noch Direktor des Casinos in Bad Gastein, das ja geschlossen werden soll.

Das neue Casino in Brüssel wird am 19. Jänner 2006 mit einer Gala offiziell eröffnet. Der jetzige Standort ist aber nur ein provisorischer. Der endgültige wird das heutige Einkaufszentrum „Anspach“ zwischen Brüsseler Börse und Oper.

Das Haus wird komplett neu errichtet und ein Luxushotel, eine Shopping Mall, ein Veranstaltungszentrum und das Casino beherbergen.

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