Neues Verfahren zur Früherkennung von Glücksspielsucht

Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks: Wertvoller Beitrag zur Suchtprävention

Wissenschaftler aus Hamburg und Bremen haben mit finanzieller Förderung der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) eine Methode entwickelt, um suchtgefährdete Spielerinnen und Spielern an Geldspielautomaten in Zukunft frühzeitiger erkennen und ihnen damit besser helfen zu können. Das entwickelte Screening-Verfahren umfasst 18 Verhaltensmerkmale, die auf ein problematisches Spielverhalten hinweisen. Anhand einer verständlichen Checkliste kann das Personal von Spielhallen problematisches Spielverhalten verlässlicher identifizieren und den Spielerschutz verbessern.

„Wir wissen, welche Suchtgefahren von Geldspielautomaten ausgehen. Deshalb bin ich sehr froh darüber, dass nun ein Instrument vorliegt, mit dem problematisches Spielverhalten oder darauf hinweisende Verhaltensweisen besser erkannt werden können“, so Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. „Das verbessert den Schutz der Spielerinnen und Spieler und trägt so zur Suchtprävention bei.“

Prof. Dr. Gerhard Meyer und Dr. Tobias Hayer von der Universität Bremen sowie Dr. Jens Kalke und Sven Buth vom Institut für Interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung in Hamburg haben das Screening-Verfahren gemeinsam entwickelt. Es umfasst 18 Punkte, die konkrete Merkmale des individuellen Spielverhaltens (zum Beispiel Spieldauer oder Einsatzvolumen), aber auch Verhaltensweisen abseits der eigentlichen Spielaktivitäten (zum Beispiel Umgang mit Geld oder generelles Auftreten) einbeziehen. Zentrales Anliegen des Forschungsprojekts war es, ein Instrument zu konzipieren, das einerseits gängige wissenschaftliche Gütekriterien erfüllt und sich andererseits als praxistauglich und anwenderfreundlich erweist. Seine Alltagstauglichkeit hat das Verfahren bei einem Pilottest bereits angedeutet.

Gewerbliches Automatenspiel ist mit hohen Suchtgefahren verbunden. Die Betreiber solcher Einrichtungen sind daher gesetzlich verpflichtet, Maßnahmen zum Schutz der Spielerinnen und Spieler zu treffen. Bislang war es im Spielhallenbereich allerdings nicht möglich, auf ein wissenschaftlich überprüftes Früherkennungs-Instrument zurückzugreifen. Der jetzt vorliegende Forschungsbericht, der die Entwicklung des Screening-Instruments dokumentiert, schließt diese Erkenntnislücke.

Der Forschungsbericht kann auf der Seite der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz unter http://www.hamburg.de/drogen-und-sucht/ beziehungsweise auf der Seite von Prof. Dr. Gerhard Meyer von der Universität Bremen unter http://gerhard.meyer.uni-bremen.de/publications.html heruntergeladen werden.

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Ein Kommentar zu diesem Artikel

  1. Oliver Weise
    Geschrieben am 29.10.2013 um 05:58 Uhr

    wissenschaftliche Gütekriterien erfüllt und sich andererseits als praxistauglich und anwenderfreundlich erweist

    es wird nicht gelingen, auch wenn es gewünscht ist von der Politik, bleibt es weiterhin nur ein Alibi.
    Es geht um Geld !!!!!! Wer fragt da nach wo es herkommt

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