Glück ist keine Spielsache! Politik und Prävention stärken junge Berliner gegen Glücksspielsucht

Für die erstmalige Veröffentlichung des gemeinsamen Modellprojektes Game Over, das junge Menschen gegen Glücksspielsucht stark macht, haben Kerstin Jüngling (Geschäftsführerin Fachstelle für Suchtprävention Berlin) und die politischen Unterstützer Daniel Buchholz (MdA), Helmut Kleebank (Bezirksbürgermeister Spandau) und Dr. Christian Hanke (Bezirksbürgermeister Mitte) den perfekten Ort ausgesucht: Das Bürgerbüro Spandau – eine ehemalige Spielhalle in der schon das Original-Schild „Rio Casino“ über der Eingangstür das Thema des Tages einläutet.

Besonders junge Menschen im Alter von 14-30 Jahren sind von der Glücksspielproblematik in Berlin betroffen. Politik und Prävention ziehen deshalb jetzt an einem Strang und starteten im Juli 2014 das Modellprojekt „Game Over – Aufsuchende Präventionsarbeit Glücksspiel“ in den belasteten Bezirken Spandau und Mitte. Mit 2- bis 3-stündigen, kostenfreien Präventionsveranstaltungen zum Thema Online-/Glücksspiele geht das Projekt dorthin, wo sich Jugendliche und junge Erwachsene jeden Tag aufhalten: in Schulen und Bildungsträger.

Die ersten Seminare geben den Initiatoren recht: „Wir wurden darin bestätigt, dass Online- und Glücksspiele schon bei Minderjährigen zur alltäglichen Lebenswelt gehören und viel gefährliches Halbwissen kursiert“, berichtet Kerstin Jüngling, Geschäftsführerin der Fachstelle. „Letzteres deckt sich mit einer explorativen Befragung der Fachstelle: Jeder zweite junge Mensch in Berlin glaubt, mit Sportwetten könne man viel Geld verdienen, wenn man sich mit Fußball gut genug auskennt – nur einer von vielen Trugschlüssen, mit denen Game Over jetzt aufräumt.“

„Die Spielhallen-Flut konnten wir in Berlin durch das deutschlandweit schärfste Spielhallengesetz bereits erfolgreich stoppen“, sagt Daniel Buchholz. „Aber den vielfältigen Formen der Spielsucht wie Zocken am Geldspielgerät, Sportwetten und Online-Poker ist mit Regulierung und Verboten allein nicht beizukommen. Jugendliche müssen vor Ort und in ihrer eigenen Sprache über die Gefahren der Spielsucht informiert werden. Darum habe ich mich im Parlament intensiv für die Finanzierung des neuen Präventionsprojekts eingesetzt.“

„Spielsucht wird in Mitte zunehmend zu einer Gefahr. Junge Leute, gerade aus schwierigen sozialen Lagen, verschulden sich, Väter bringen das Kostgeld für ihre Familien durch“, verdeutlicht Dr. Christian Hanke. Gerade in einem Bezirk wie unserem, in dem Spielhallen das Stadtbild prägen, ist die Aufklärung von jungen Menschen besonders wichtig. Deshalb waren wir gleich dabei, als es darum ging, Präventionsveranstaltungen in die Schulen und Bildungsträger zu bringen.

„Lange Zeit schlossen in Spandau Einzelhandelsläden und Spielhallen eröffneten – eine Entwicklung, die wir umkehren konnten: Im letzten Jahr haben wir die Spielhallen von 55 auf 48 reduziert“, berichtet Helmut Kleebank. „Damit sich gerade junge Spandauer und Spandauerinnen von den blinkenden Gewinnversprechungen an den verbleibenden Schaufenstern nicht mehr so leicht in die Irre führen lassen, setzen wir mit Game Over jetzt auch verstärkt auf Prävention.“

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