„Eine sympathische und gute Lösung“

Das Düdinger Unternehmen Escor hat einen Abnehmer für das Aufstellgeschäft gefunden

Auf den Helmen der Gottéron-Spieler wird künftig «Golden Games» statt «Escor» stehen. Und in vielen Freiburger Restaurants wird man sich mit «Golden Games»-Apparaten vergnügen können.

Eine «sympathische und gute Lösung», konnte Escor-Verwaltungsratspräsident Christian Vollmer am Freitag den Medien präsentieren, als er den Vertragsabschluss mit der Firma «Golden Games Peter Schorno» bekannt gab. Er dachte dabei aber nicht nur an den HC Gottéron und an die 1000 Restaurants, in welchen künftig Spielgeräte der Schwyzer Firma stehen werden, sondern in erster Linie an das Personal. «Es ist mein oberstes Ziel, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut unterzubringen», betonte er.

Lösung für 41 Mitarbeiter

101 Mitarbeiter musste Escor entlassen, nachdem die Düdinger Firma sich entschlossen hatte, ihre 17 Spielsalons (Playland) in der Deutschschweiz zu schliessen und sich vom Aufstellgeschäft zu trennen. In der Schwyzer Firma Golden Games hat sie nun ein Unternehmen gefunden, das ihr das Aufstellgeschäft sowie fünf Spielsalons abnimmt, drei im Kanton Aargau und zwei in Luzern. Dabei übernimmt sie auch 41 ehemalige Escor-Mitarbeiter, davon 15 der fünf Spielsalons, sieben von St. Erhard LU, vier von Münchenwilen TG sowie praktisch die gesamte Verkaufsbelegschaft (15 Personen) von Düdingen. Dabei handelt es sich um die Inkasso-Hostessen und Service-Leute.

Golden Games engagiert das Personal zu den gleichen Arbeitsbedingungen, wie sie Escor kannte, hielt Geschäftsführer Marc Horisberger fest. Laut Christian Vollmer kommt das übernommene Personal dennoch in den Genuss der im Sozialplan vorgesehenen Abfindungen. Golden Games wird sich in den Räumlichkeiten von Escor einmieten, so dass sich für das übernommene Düdinger Personal kaum etwas ändert.

Verträge mit Wirten übernommen

Die Übernahme des Aufstellgeschäfts per 1. September bedeutet, dass Golden Games die Fünfjahresverträge der Escor mit den Gastwirten übernimmt. Das sind rund 1000 Aufstellverträge. Gemäss Christian Vollmer sieht der Vertrag die Möglichkeit vor, diesen an Dritte abzutreten. Die Wirte wurden bereits informiert. «Reaktionen hat es kaum gegeben. Die Wirte haben erst jetzt gemerkt, dass die guten alten Zeiten vorbei sind», fuhr Vollmer fort. «Sie sind von den neuen Geschicklichkeitsautomaten sehr enttäuscht. Sie dachten, dass es so weitergehen würde wie früher.»
Nicht übernehmen wird Golden Games die rund 1200 Geldspielautomaten, welche Escor in den Restaurants aufgestellt hat. Die Firma wird die Gaststätten mit ihrem neusten Gerät «Sputnik» erfreuen.

Laut Marc Horisberger ist es der attraktivste Geschicklichkeits-Geldspielautomat, der sich gegenwärtig auf dem Schweizer Markt befindet. Dabei gilt es, mit viel Geschick eine Kugel zu fangen.

Das mit viel Mechanik ausgestattete Gerät spuckt immer denselben Gewinn aus, wird die Kugel gefangen. Die ersten Automate sollen bereits in der kommenden Woche montiert werden.

Potenzial im Unterhaltungsbereich ausschöpfen

Bekannt ist die Firma Golden Games in der Schweiz mit ihrem Geldspielautomaten «Super Cherry» geworden. Laut Marc Horisberger haben erste Erfahrungen gezeigt, dass sich auch der einfach zu bedienende «Sputnik» einer zunehmenden Beliebtheit erfreut, auch wenn dieses Gerät noch nicht kostendeckend eingesetzt werden kann.
Golden Games scheint sich bewusst zu sein, dass mit diesem Geschicklichkeits-Apparat nicht die gleichen Gewinne erzielt werden können wie mit dem Glücksspiel «Super Cherry». Das Unternehmen setzt aber nicht allein auf Geldspielautomaten. Es will in den Restaurants ebenfalls Unterhaltungsapparate wie Tischfussball, Flipper usw. aufstellen.
Marc Horisberger ist überzeugt, dass im Kanton Freiburg im Unterhaltungsbereich noch ein Potenzial vorhanden ist. Eigentliche Spielsalons will die Firma allerdings in Freiburg nicht eröffnen. «Es gibt schon genug davon», sagte Marc Horisberger dazu.

Ein anderes Konzept

Erstaunlich ist, dass Golden Games praktisch die gesamte Verkaufsbelegschaft von Düdingen übernimmt, nachdem bei Escor die Umsätze mit den Geschicklichkeitsautomaten zusammenfielen. Golden Games glaubt nicht nur an die Beliebtheit ihrer «Sputniks» und an das Potenzial im Unterhaltungsbereich, die Firma will auch mit schlankeren Strukturen operieren. So hat sie auf die Übernahme der Mitarbeiter im Aussendienst und des Geschäftsführers verzichtet. Sie nimmt nicht an, dass es angesichts der heutigen Situation im Aufstellgeschäft zu einem grossen Konkurrenzkampf kommt.

Ein Standbein in der Westschweiz

Mit der Übernahme des Escor-Aufstellgeschäfts will Golden Games neu auch in der Westschweiz Fuss fassen. Und mit der Weiterführung des Sponsoren-Vertrages mit dem HC Gottéron in der neuen Saison will das Unternehmen auch seine Nähe zu Freiburg und zur Bevölkerung betonen.
Escor noch mit zwölf Mitarbeitern

Die Escor Casinos & Entertainment SA in Düdingen beschäftigt als Beteiligungsgesellschaft noch zwölf Mitarbeiter. Beteiligen will sie sich insbesondere an Casinos – bisher in Locarno und San Marino. Zudem ist sie in der Entwicklung und im Handel von Casino-Geldspielautomaten tätig.
Froh ist Escor-Präsident Christian Vollmer, dass für 41 entlassene Mitarbeiter eine Lösung gefunden werden konnte. «Den andern helfen wir bei der Stellensuche. Wir führen zweimal pro Woche Gespräche, in Anwesenheit eines Fachmannes», sagte er und gab so zu verstehen, dass ihm das Schicksal der 60 Entlassenen nicht gleichgültig ist.

Erleichtert ist Vollmer auch, dass er nicht mehr tagtäglich bei der Eidgenössischen Spielbankenkommission anfragen muss, wann wohl diese und jene Konzession eintrifft. Er kann sich so in Ruhe mit neuen Projekten auseinandersetzen. Als börsenkotiertes Unternehmen erhält Escor viele Angebote, wovon auch interessante, wie er gegenüber den FN erklärte.

Vollmer bestätigte gestern, dass er für das Jahr 2005 mit einem Verlust von nahezu 20 Millionen Franken rechnet, falls die 1200 zurückgenommenen Geschicklichkeitsautomaten und die Werbekosten vollständig abgeschrieben werden müssen. Der Escor gehe es aber gut, Liquiditäten seien vorhanden. Vollmer rechtfertigte nochmals den Entscheid, das Verlustgeschäft sofort zu stoppen. «Ich bin gegenüber den Aktionären verantwortlich», betonte er, dies im Gegensatz zu Peter Schorno, der Golden Games vor 30 Jahren gegründet hat. «Ich möchte manchmal auch gerne Schorno heissen», fügte er bei und deutete an, dass er das Aufstellgeschäft an einen wohlhabenden Firmenbesitzer veräussert hat.

Die Verwaltung von Golden Games befindet sich in Freienbach SZ, die Produktion und Entwicklung von Geldspiel- und Unterhaltungsapparaten geschieht in Staad SG. Neu beschäftigt nun das Unternehmen 140 Mitarbeiter.

Durch die Nutzung der Seite stimme ich der Verwendung von Cookies und der Verarbeitung meiner IP-Adresse zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen