Game over für Escor-Playlands

Die 17 Playlands des Glückspielunternehmens Escor sind am Ende. Laut dem Unternehmen sind die Auflagen und das langsame Arbeitstempo der Spielbankenkommission daran Schuld. 40 Stellen gehen verloren.

Am stärksten betroffen vom Schliessungsentscheid ist der Kanton Aargau, wo Escor sechs Playland-Spielbetriebe unterhielt, gefolgt von Luzern mit fünf, dem Thurgau mit vier und Schaffhausen mit zwei Playlands. Die seit Anfang April mit dem neuen Spielbankengesetz erlaubten Geschicklichkeits-Geldspielautomaten hätten in der jetzigen Form in den Spielbetrieben wenig Zuspruch gefunden, heisst es in der Mitteilung der Escor Casinos & Entertainment AG in Düdingen im Kanton Freiburg. Escor habe sich zwar auf die Gesetzesänderung vorbereitet. Die zu enge Auslegung des Gesetzes durch die Spielbankenkommission sowie die überlangen Bewilligungsverfahren verunmöglichten der Branche aber, auf die Wünsche der Spieler angemessen und schnell zu reagieren.

Escor: Bewilligungen nie rechtzeitig erhalten

«Wir haben die Bewilligungen der Eidgenössischen Spielbankenkommission noch nie rechtzeitig erhalten», sagte Escor-Verwaltungsratspräsident Christian Vollmer auf Anfrage. Ein vor drei Monaten eingereichter Antrag auf eine Software-Änderung sei bis heute nicht behandelt worden. «Dadurch verliert Escor monatlich 1,5 Millionen Franken», sagte er. Auf Dauer sei das nicht zu verkraften.

Neben den langen Behandlungsfristen kritisierte Vollmer auch den Widerstand der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) gegen die Festlegung einer Auszahlquote bei den Geschicklichkeitsautomaten. «Trotz eines Bundesgerichtsentscheids, der Auszahlquoten zulässt, stellt die ESBK diese noch immer in Frage», sagte er. Dies stehe im Widerspruch zum Willen des Gesetzgebers, der festgehalten habe, dass die Branche eine Existenzgrundlage haben solle. Ohne Auszahlquote sei dies nicht möglich.

ESBK-Direktor: Die Kommission macht nur ihre Arbeit

Jean-Marie Jordan, Direktor der Eidgenössischen Spielbankenkommission, erklärte auf Anfrage, das Gesetz sei nicht neu, und die Kommission mache nur ihre Arbeit. Als Aufsichtsbehörde habe die Spielbankenkommission bereits 16 Apparate akzeptiert. Wenn diese Apparate nicht genügend gut für die Kunden seien, dann sei dies nicht das Problem der Kommission.

Nicht direkt betroffen von der Schliessung der Playlands sind die beiden anderen Standbeine von Escor, die Glücksspielautomaten in Restaurants und das Casino-Geschäft. Vollmer kündete allerdings weitere Massnahmen zur Kostensenkung an, machte aber keine konkrete Angaben. Das Automatengeschäft in den Restaurants und Bars werde genau beobachtet, sagte er. Erfreulich entwickelten sich der Bereich Casinobeteiligungen – Escor hält 36,5 Prozent am Casino in Locarno – und der Casinogerätehandel, hiess es in der Mitteilung.

An der Börse verlor die Escor-Aktie am Vormittag 6,8 Prozent und fiel auf 26,10 Franken – den tiefsten Kurs seit mehr als einem Jahr. Im März kostete das Papier noch 38 Franken, vor fünf Jahren sogar 85 Franken.

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