Die ICEi 2005 in London zeigt die Trends

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
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(rs) Schon nach einem kurzen Gang über die Messe wurde deutlich, dass sich die Platzverhältnisse der Aussteller auf der Londoner ICEi 2005 am Earls Court geändert hatten. Nicht umsonst war der diesjährige Slogan: The online future of gaming.

Im vorderen Bereich präsentierten sich die Aussteller, die sich mit Fun Games beschäftigen. Hier wurden vor allem Beispiele der neuen Generation von Slot Maschinen gezeigt. Von Lotto bis hin zu Roulette mit progressiven Jackpots wurde eine neue Ära der Funspiele vorgestellt.

Auch im Earls Court 2 sah man die Veränderungen der Platzverhältnisse mehr als deutlich. Nahmen vor Jahren noch die bekannten Aussteller die Flächen für ihre Produkte, wie das Live Spiel und Automaten, die Plätze ein, so veränderte es sich dieses Jahr deutlich. Früher eher in „Nischenplätzen“ am Rande auffindbar, präsentierten dieses Jahr sich die Online Gaming Industrie im Vordergrund. Sie nahmen fast ein Viertel der Gesamtfläche ein. Stolz zeigten Bos Media und viele andere Online Anbieter ihre Produkte und ihr Können. Viele andere Anbieter sendeten ganze Gruppen von hübschen Mädchen aus, die ihre Online Produkte an die zahlreichen Besucher verteilten.
Die Besucherketten bei diesen Ständen riss nie ab. Viele informierten sich nun direkt vor Ort und machten sich ein Bild über das Online Gaming. Gegenüber ISA-CASINOS meinte ein Besucher: „Ich denke, dass wir den Markt zu leicht genommen und sogar verschlafen haben, wenn man das sich alles hier ansieht und diese Möglichkeiten nun anschaut.“ Selbstsicher zeigte man der Spielbanken- und Casinobranche, was bisher im Internet alles möglich war und noch ist. Die neusten Trends wurden gezeigt: von Turnieren bis hin zu virtuellen Poker-, Roulette- und Black-Jack-Räumen, wo sich Hunderte niederlassen können, um zu spielen. Jede Möglichkeit und jeder Wunsch des virtuellen Spielers kann, die Technik macht es möglich, verwirklicht werden: Individuelle Einzelräume, Doppel und Turnier Räume, große virtuelle Hallen und vieles mehr.

Vom so genannten „Lebend Spiel“ war dieses Jahr nichts Neues auffindbar. Es nahm dieses Jahr eher einen kleinen Platz ein. Dagegen zeigten sich die Slot Maschinen Hersteller zuversichtlicher. Neue Produkte wurden vorgestellt und interessiert bestaunt und geordert. Trotzdem war der Tenor der fachkundigen Besucher einhellig. Ein Direktor aus den Spielbanken Kreisen meinte zu ISA-CASINOS: „Alles schaut auf den Sektor, welche Neuigkeiten es im Live Spiel und Automatenspiel gibt. Das ist nicht viel, wir alle müssen uns vor diesen neuen Produkten im Fun Bereich fürchten. Hier wird sich in nächster Zeit vieles verändern, das für die gesamte Spielbanken Branche eine neue Herausforderung sein wird.“

Wie jedes Jahr präsentierte sich die Novomatic Group of Companies auf der Messe mit dem größten Stand. Er war schlechthin der Dreh- und Angelpunkt für die Besucher. „Komm dann treffen wir uns zu einem ‚Small Talk bei Novomatic'“, war bereits ein Standardsatz.
5.5 Tonnen Catering wurde von dem Unternehmen für den Zeitraum der Messe dem Besucher kostenlos angeboten. 4000 Wiener Würstchen, bei denen sich zeitweise nach alter englischer Manier Warteschlangen bildeten, um eines zu erhalten, verschwanden in den Mägen der hungrigen Gäste. Tausende belegter Brote wurden angeboten. Wein, frisches Bier und alkoholfreie Getränke wurde im Minutenrhythmus den wartenden Gästen serviert. Alleine 10 Angestellte versorgten im Servicebereich an der großen Bar die Gäste aller Nationen. „Eigentlich ist dieses mit der Würstchenausgabe, bei der sich lange Warteschlangen bildeten, ein genialer Marketingstreich. Die Leute unterhalten sich und warten dabei geduldig auf ihre Ausgabe. Sicherlich könnte das Unternehmen mehr Personen abstellen, um es zu beschleunigen, aber warum? Es funktioniert bestens und man kommt zusätzlich mit den anderen ins Gespräch,“ so ein Gast zu ISA-CASINOS.
Jens Halle gegenüber ISA-CASINOS: „Für die Novomatic ist es wichtig, ein zentraler Anlaufpunkt zu sein. Wir bieten unseren Gästen nicht nur neue Produkte und gute Kundenberatungen an, sondern wir wollen auch, dass sich jeder wohlfühlt, der unsere Ausstellung besucht. Für unsere Kunden halten wir einzelne klimatisierte Besprechungszimmer parat und insgesamt stehen 180 Mitarbeiter hier vor Ort zur Verfügung. Service und Kundennähe sind ein Aushängeschild der Novomatic Groups of Companie.“

Das Gesprächsthema schlechthin war Großbritannien. Das Land wird als erstes EU-Land den freien Wettbewerb im Glücksspiel zulassen. Eine neue Regelung für das sogenannte „Remote Gaming“ ermöglicht es allen in der EU lizenzierten Anbietern in Großbritannien aktiv zu werden. Das bedeutet, dass Glücksspiel und Wetten über Internet, Handy und Digital-TV, dann möglich sind. Bisher durften die Anbieter nur im jeweiligen Lizenzland aktiv werden. Experten sind nun auf die Auswirkungen dieser für Ende 2006 geplanten Reform gespannt. Sie könnte auch Einfluss auf den Entwurf der Dienstleistungsrichtlinie der EU haben. Mit dieser sollen alle in einem EU-Land lizenzierten Unternehmen ihre Dienstleistungen europaweit anbieten können, was im Glücksspiel vor allem Online-Kasinos, Sportwetten-Anbieter und Lotterien betrifft. Mit diesem Schachzug möchte Großbritannien, dass vor allem Online-Anbieter aus den bekannten Offshore-Inseln zurückkommen. Derzeit gibt es auf der Insel nämlich nur 130 Kasinos mit einer scharfen Regulierung. Außerdem sind 24 neue Kasino-Lizenzen (darunter auch acht Mega-Spieltempel mit 1250 Automaten) geplant.

ISA-CASINOS konnte sich auch wieder mit vielen Direktoren aus der gesamten europäischen Branche der Spielbanken unterhalten und austauschen. Für viele der anwesenden Herren war selbstverständlich auch das Onlinespiel von Interesse und man erkundigte sich vor Ort und ließ sich die Möglichkeiten im Bereich der Soft- und Hardware zeigen. „Sicherlich können wir uns hier neue Informationen holen“, so ein Direktor zu ISA-CASINOS, „aber zuerst müssen die gesetzlichen Grundlagen in unserem Land zu diesem Produkt geregelt sein.“

Inwieweit dieses in den nächsten Jahren überhaupt in Deutschland möglich sein wird, wissen nur die Götter selber. Solange sich die Länder nicht einig sind, sich dem neuen Markt anzupassen, solange Politik, Wirtschaft, Spielsuchtverbände und Finanzen nicht an einem Strang ziehen, solange wird es nichts mit einem Wettbewerb gegenüber den anderen. Bis dahin könnte der lukrative Markt bereits verteilt sein. Siehe England.

ICEi 2005 in London

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