Bally Wulff-Stiftung: Geldspende an den „Kindertreff Delbrücke“

Tim Wittenbecher und Ann-Christin Puchta
Tim Wittenbecher und Ann-Christin Puchta
Nach der Überweisung von 2.500,-€ von der Bally Wulff Stiftung an den „Kindertreff Delbrücke“, den Tip dazu gab Neuköllns Bezirksbürgermeister Buschkowsky, besuchten Bally Wulff Geschäftsführer Tim Wittenbecher und Stiftungssprecher Bernhard Eber die Einrichtung und konnten sich dabei ein Bild von der außerordentlich engagierten und erfolgreichen Arbeit der Betreuer des Kindertreffs in der Neuköllner Delbrücksstraße machen.

Für die Leiterin des Kindertreffs Delbrücke, Ann-Christin Puchta, hat die Bally Wulff Spende wesentlich zur Entspannung der wirtschaftlichen Situation beigetragen. Damit können nun auch Aktivitäten finanziert werden, die über den alltäglichen Ablauf hinaus wichtig sind, wie Exkursionen, Ausflüge und kleine Bildungsreisen, denn viele der Kinder haben in ihrem Leben noch nicht mal einen Wald oder Tiere in freier Wildbahn gesehen. Es ist schon unglaublich, was die teils ehrenamtlichen und teils angestellten Betreuer in dieser Einrichtung zwischen Karl-Marx- und Hermannstraße, Ringahn und Wederpark leisten. „Dies ist die einzige Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche hier im Gebiet, die diese ohne Anmeldung und Kosten aufsuchen können“, erklärt Frau Puchta, „was gerade bei dem Nationalitätengemisch und den meist überforderten Eltern außerordentlich wichtig ist, um ein respektvolles und tolerantes Miteinander zu lernen“.

Rund 90% der Kinder kommen aus Familien mit Migrationahintergrund. Hier wird dann auch Englisch, Französisch. Türkisch, Arabisch, Polnisch und in Ausnahmefällen Serbisch gesprochen. Im Team des Kindertreffs sind aber nicht nur viele erwachsene Ehrenamtliche sondern auch ein halbes Dutzend ehemalige Kinder, die dem Kindertreff über ihre Kinderzeit hinaus treu blieben und nun bei der Betreuung der Kinder mithelfen. Damit ist auch erklärt, dass die Kinder hier nicht nur gut aufgehoben sind, sondern auch viel gelernt haben im Umgang miteinander und genügend Selbstvertrauen erworben haben, um Verantwortung zu übernehmen. Eines dieser ehem. Kinder ist z.B. Fatma, die hier ein Praktikum macht. Sie besucht inzwischen die Realschule und ist für die Kinder ein gutes Beispiel dafür, dass man „es schaffen kann“, wenn man es sich zutraut und will.

Neben den Freizeitbeschäftigungen wie Spielen, Basteln, Lesen, spielt die Lernförderung und Hausaufgabenbetreuung eine wichtige Rolle. „Als wir vor rund 10 Jahren damit begonnen haben, waren für uns 6 Schüler schon eine große Gruppe. Jetzt sind es täglich rund 25“, erklärt Ann-Christin Puchta, „und wir sind stolz, dass bereits die ersten Schülerinnen und Schüler an weiterführende Schulen und selbst ans Gymnasium weiterempfohlen wurden und ihren Weg machen“. Der 12-jährige Leon ist der Erste, der eine uneingeschränkte Empfehlung fürs Gymnasium bekommen hat und jetzt an einer guten Oberschule lernt, wo er direkt Abitur machen kann, um später zu studieren.

Es würde den Rahmen dieser Pressinfo sprengen, wenn man auf alle Aktionen, Projekte und Ziele eingehen wollte, was in der Delbrückstraße geboten und geleistet wird. Unter der Leitung von Frau Puchta entstand hier das Modell einer multikulturellen toleranten und respektvollen Kindheit, wo Kinder aus oft extrem bildungsfernen Familien Respekt vor den Anderen aber auch Selbstvertrauen und Interesse an Bildung mitgegeben bekommen.

Zum Abschied erhielten Tim Wittenbecher und Bernhard Eber einen Karton, beklebt mit Kinderfotos, auf dem die 5 großen Buchstaben „DANKE“ prangten. Dazu gab es drei Gläser Erdbeermarmelade mit einer besonderen Geschichte: Im vergangenen Sommer machten die „Delbrücke-Kinder“ einen Ausflug nach Lelm bei Königslutter, wo sie nicht nur das erste Mal Kühe im Stall und auf der Weide sahen und kleine Kätzchen streicheln, sondern auch Erdbeeren und Himbeeren pflücken konnten. Diese wurden dann zusammen im Kindertreff zu Marmelade gekocht. Ein Erlebnis der besonderen Art, was man alles selbst machen kann und wieder ein kleiner Schritt zu einem weiteren Horizont.