Lottogesellschaften bieten Alternativen zum Internet-Aus

Hannover – Nach dem erzwungenen Aus für das Internet-Angebot haben einige Lotto-Gesellschaften Schlupflöcher für ihre Kunden zum weiteren Online-Spiel geschaffen.

Toto-Lotto Niedersachsen informierte per E-Mail bisherige Teilnehmer, dass ein Privatanbieter namens «Xotto» persönliche Daten, Spielguthaben und persönliche Spielscheine nahtlos übernehmen könnte. Die Lotteriegesellschaft Nordrhein-Westfalens (WestLotto) hat ihr Internet-Angebot «www.westlotto.de» an den Spielevermittler WestNet Lotteriesysteme verkauft.

Die meisten Lottogesellschaften haben dagegen ihre Internet-Angebote alternativlos abgeschaltet. «Wir bitten unsere Kunden, wieder in die Annahmestellen zu gehen», sagte eine Sprecherin von Nordwest Lotto und Toto in Hamburg.

Die Internet-Portale waren wegen des Streits zwischen dem Bundeskartellamt und den Ländern geschlossen worden. Das Kartellamt hatte eine bundesweite Ausweitung des bis dato auf die Ländergrenzen beschränkten Internet-Angebots gefordert. Die Länder hatten die Lottogesellschaften daraufhin angewiesen, die Seiten komplett zu schließen. Hintergrund ist ein geplanter Lotterie-Staatsvertrag, der eine Eindämmung des Glücksspiels im Internet vorsehen soll.

Über den Entwurf des Staatsvertrages wollen die Ministerpräsidenten bei ihrer Konferenz am 13. Dezember in Berlin entscheiden. Mit dem Staatsvertrag soll das staatliche Wettmonopol gerettet werden. Allerdings hat Schleswig-Holstein bereits signalisiert, dem geplanten Staatsvertrag ohne Nachbesserungen nicht zustimmen zu wollen.

Toto-Lotto Niedersachsen kritisiert, dass der Streit zwischen Kartellrecht und Ordnungsrecht auf dem Rücken der Kunden ausgetragen werde. Damit die Online-Spieler nicht allein gelassen werden, habe man sich zur Kooperation mit «Xotto» entschieden, sagte Lotto- Sprecher Herbert John in Hannover. Er bestätigte Informationen der «Neuen Presse». «Xotto» sei eine völlig unabhängige Firma, die an Toto-Lotto herangetreten sei mit dem Vorschlag, das Internet-Spiel zu übernehmen

Sollten sämtliche Online-Spieler von Toto-Lotto Niedersachsen dem Ratschlag des Unternehmens folgen und zu «Xotto» wechseln, hätte die erst vor wenigen Wochen gegründete Firma auf einen Schlag 120 000 Kunden gewonnen. Der Umstieg würde den Spielern leicht gemacht, da sich die Internet-Seiten von Toto-Lotto und «Xotto» ausgesprochen ähnlich sind. Auch deshalb habe sich Lotto für seinen neuen Partner entschieden. «Das ist einfach das kundenfreundlichste», sagte John.

Auch für die Kunden von www.westlotto.de hat sich nach Auskunft von Lotto-Sprecher Elmar Bamfaste nichts geändert. Nutzernamen und Passwörter blieben gleich. Der Verkauf des Internet-Portals sei eine freie unternehmerische Entscheidung von WestLotto gewesen.

Unterdessen hält Toto-Lotto Niedersachsen die Schließungsverfügung für sein Online-Portal weiterhin für rechtswidrig. Die Gesellschaft bekräftigte am Dienstag, dagegen juristisch vorgehen zu wollen. Ob sich Lotto im Erfolgsfall «seine» Kunden von dem unabhängigen Privatanbieter «Xotto» zurückholen könnte, ist offen. John: «Das ist eine gute Frage. Wir hoffen, dass sie dann zum Original zurückkommen.»

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