Abschlussbericht IMA 2014

Nach zweijähriger Messeabstinenz war die IMA vier Tage lang Informationsbörse, Schaufenster und Ordermesse. Besucherzahlen knapp unter 2012. Politische Rahmenbedingungen nach wie vor unklar, bedrohlich und Gift für den Markt. Spielerschutz und Prävention große Themen auf der Messe.

(Foto: Reed Exhibitions Deutschland GmbH)

(Foto: Reed Exhibitions Deutschland GmbH)

Die Ordertätigkeit auf einer der großen Automatenfachmessen in Europa stellte sich sehr differenziert dar: Spielgeräte als Miet- oder Leasingobjekte mit einer begrenzten Laufzeit fanden auf der IMA noch großes Interesse. Nach der zweijährigen IMA-Pause gaben dabei Innovationen in Unterhaltung und Technik wichtige Kaufimpulse. Die Anbieter langfristiger Investitionsgüter im Bereich Spielstätten waren nicht mehr auf der Messe oder mit dem Verlauf mehr als unzufrieden. Expansion findet nicht mehr statt, allenfalls Qualitätssicherung und Ersatzinvestition. Verständlich, denn Glücksspielstaatsvertrag und Landesspielhallen-Gesetze, wenn sie denn rechtlichen Bestand haben, zielen darauf ab, die Automatenwirtschaft Mitte 2017 auf breiter Front zu enteignen.

Düsseldorf. Nach vier Tagen auf dem Düsseldorfer Messegelände schließt die 32. IMA ihre Tore. Mit 9.156 Besuchern liegt die Automatenmesse nach zweijähriger Pause knapp unter dem 2012er Ergebnis. Die Besucher sehen offensichtlich die IMA nach wie vor als Identifikationsplattform und Informationsdrehscheibe. Kein anderes Instrument kann dies leisten, das zeigt das deutliche Comeback der Messe nach der Pause. 2013 hatte der Verband der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) die Messe wegen der massiven politischen Restriktionen für das gewerbliche Spiel abgesagt. Die weitgehend existenzvernichtenden Folgen der Landesspielhallengesetze aus den vergangenen Jahren (wenn sie rechtlich haltbar sind) werden spätestens Mitte 2017 flächendeckend Wirkung zeigen. Aus den Gesetzen ergibt sich ein Netz von No-Go-Standorten in Städten und Gemeinden. Mittel- und langfristige Investitionen waren deshalb auf der IMA nicht zu erwarten. Dieser Markt ist völlig zum Erliegen gekommen. Expansion findet nicht mehr statt. Viele langjährige Aussteller, wie Ladenbauer und Architekten, haben aufgegeben oder versuchen sich in neuen Geschäftsmodellen.

Stärker als in den Vorjahren waren Anbieter von Sportwetten im stationären Bereich vertreten. Obwohl die Politik seit Jahren in der Pflicht ist, hier eine sichere Rechtslage zu schaffen, wächst das Angebot im Graubereich allerorten. Der Trend zu Sportwetten entspricht einer internationalen Entwicklung, die auch an Deutschland nicht vorbei geht. Der graue, aber geduldete Markt, harrt auf klare Spielregeln, die nur der Staat schaffen kann.

Hersteller und Handel im Bereich der gewerblichen Geldspielgeräte waren mit dem Messeergebnis durchweg zufrieden. Miet- und Leasingangebote im kurzfristigen Zeitraum trafen auf rege Nachfrage. Wie bei Consumer Electronics bestimmen hier HD-Technologie, große Bildschirme und unterhaltsame Inhalte die Angebotsseite. Innovationen haben sich offensichtlich ausgezahlt. Im kurzfristigen Bereich sind die Geschäfte heute also noch unberührt. Es fehlen allerdings die Zuwächse der vergangenen Jahre. 2013 mussten Handel (-8%) und Industrie (-12,7%) deshalb schon empfindliche Verluste hinnehmen. Längere Sperrzeiten, Rauchverbote, erhöhte Vergnügungssteuern haben der Automatenwirtschaft auf allen Branchenstufen gesamt ein Minus von 2,6 Prozent zugefügt.

Im Bereich Spielerschutz hat sich auf der IMA ein neuer Markt entwickelt. Schulungen in den Feldern Prävention und Umsetzung von Sozialkonzepten für Spielhallen sind heute für Betreiber und Personal Herausforderung und Pflicht zugleich. Schwierig wird es dagegen für die Branche im Bereich Ausbildung. Hier gab es in den vergangenen Jahren hervorragende Ergebnisse sowohl quantitativer wie qualitativer Art. Mehr noch als früher setzt sich die Automatenwirtschaft für den Erhalt der spezifischen Automatenberufe ein. Je später aber klare und verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um so schwieriger ist es, junge Menschen für diese Berufe zu gewinnen.

Große Nachfrage gab es auf der IMA auch in den Sektoren Sicherheitstechnologie, Vernetzung und Geldmanagement. Wie im Privatbereich nehmen Überfälle auf Einrichtungen der Branche zu und werden von „professionellen“ Banden durchgeführt. Geldmanagement und Vernetzung spielen auch deshalb zunehmend eine wichtige Rolle. Vernetzung aber auch, um die Abläufe bei schmäleren Gewinnen zu optimieren.

Eine Novität auf der IMA war der Gemeinschaftsstand aller Spitzenverbände der Automatenwirtschaft unter der Dachmarke „Die Deutsche Automatenwirtschaft“. In anderen Branchen sind Verbandslandschaften in Krisen zerbrochen, in der Automatenwirtschaft rücken die Verbände zusammen und verstärken den Schulterschluss. So wurde auf der IMA deutlich: die Automatenwirtschaft wehrt sich auf allen Ebenen und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln.

Paul Gauselmann machte in seiner IMA Eröffnungsrede klar, dass die Automatenwirtschaft die Flinte nicht ins Korn werfen wird. Der Vorsitzende des Industrieverbandes sieht Realpolitiker und eine große Zahl von renommierten Rechtswissenschaftlern aus den Bereichen Verfassungs- und Europarecht auf Seiten der Branche. Die Geschichte und der Niedergang der Glücksspielstaatsverträge begann 2004. Seitdem gab es alle vier Jahre einen neuen Staatsvertrag, der dann wieder nach zwei Jahren von Gerichten gekippt wurde. Auch der Magie der Zahlen folgend, sieht Gauselmann in 2014 das Ende des derzeitigen Staatsvertrages nahen. Noch schwebt das Damokles-Schwert dieses Vertrages über der Automatenwirtschaft. „Doch das Recht wird in einem Rechtsstaat siegen. Berufsverbote und Enteignung kann es da nicht geben“, so Gauselmann vor über 200 Ehrengästen aus Politik, Medien und Wirtschaft.

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