Spielbankenschließungen von ungeheurem Ausmaß befürchtet

Bundesarbeitstagung der Betrieb-und Personalräte von ver.di tagten in Berlin

„Aus Anlass eines dreitägigen Seminares in Berlin kamen Betriebs-und Personalräte aus den Spielbanken der gesamten Bundesrepublik in Berlin zusammen“, so Bernhard Stracke von der Bundeskoordinierung Spielbanken in ver.di.
Mit Entsetzen erfuhren die Spielbänker, dass die Spielbanken in Mecklenburg-Vorpommern in zwei Schritten im August 2013 und Mai 2014 geschlossen werden sollen. Auch der Freistaat Bayern droht den Beschäftigten mit der Schließung von Standorten. Diese Maßnahmen werden hunderte von Arbeitsplätzen kosten. „Die prekäre Situation wurde durch die Aussage aus Gesellschafterkreisen der deutschen Spielbanken noch getoppt, dass es künftig wohl nur noch bis zu 10 Spielbankstandorte statt bisher 80 in Deutschland geben wird“, so Horst Jaguttis, Vorsitzender des Bundesarbeitskreises Spielbanken. Diese Prophezeiung ist sicher einer Anzahl an unternehmerischen Fehlentscheidungen in vielen Standorten geschuldet.
„Ver.di als zuständige Fachgewerkschaft und die vielen Mitarbeiter insgesamt sind allzu häufig als Experten mit ihren Vorstellungen ungehört beziehungsweise unberücksichtigt geblieben“, so Stracke.
Das illegale Glückspiel im Internet, die Deregulierung des gewerblichen Automatenspiels sowie die Auswirkungen des weiterhin strittigen Glücksspielstaatsvertrages haben die Betreiber nicht zu positiven Konzepten in der Branche angestachelt, statt dessen haben sie häufig resigniert.
Die Politik muss sich die Frage stellen, ob sie Spielbanken künftig noch will und dort den ordnungspolitischen Auftrag umsetzen kann. Dieser ordnungspolitische Auftrag, Jugend- und Spielerschutz zu gewähren, sowie die Spielsucht schon präventiv zu leisten sind die Kernaufgaben der deutschen Spielbanken und deren Mitarbeiter. Trotz dieser restriktiven Spielbankpolitik wurden hunderte Milliarden an Euro durch die Spielbanken generiert.
Internetglücksspielanbieter sind in Deutschland verboten, Schleswig-Holstein hat eine befristete Sonderregelung und über 40 Konzessionen vergeben.
Bis auf eine Firma haben alle andere ihren Sitz nicht in Deutschland sondern im Ausland. Die Politik muss endlich eine verbindliche Orientierung für das Glücksspiel in Deutschland gewähren.
Ver.di fordert die sofortige Umkehr in der Glücksspielpolitik zurück zum Monopol und den Zielen der bisherigen restriktiven Politik.

Ver.di fordert eine verantwortungsbewusste Glücksspielpolitik, die sich nicht an der Gewinnmaximierung orientiert, sondern der Erfüllung des Gemeinwohls dient.
Die Überlebenschancen der Spielbankbranche dürfen nicht durch erdrückende Lobbyarbeit anderer Anbieter erstickt werden.

V.i.S.d.P: Mainz, 04.06.2013, Bernhard Stracke, ver.di Bezirk Rhein-Nahe-Hunsrück, Münsterplatz 2-6, 55116 Mainz

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