Stolzes Jubiläum: Unternehmerisches Urgestein wird 70

Espelkamper Unternehmer Paul Gauselmann wird am 26. August 70 Jahre alt. Einmalige Karriere vom Einmannbetrieb zum Konzernlenker mit über 5.500 Mitarbeitern weltweit. Großes Engagement für die Region, unter anderem mit der Gauselmann Stiftung für die Stadt Espelkamp.

ESPELKAMP. Automatenpapst, Deutschlands Automatenkönig, der König der Spiele, Mister Automat, der Automaten-Tycoon, Primus oder Sonnenkönig der Automatenbranche dieses sind nur einige der vielen Attribute, welche schon über den am 26. August vor 70 Jahren in Borghorst bei Münster geborenen Paul Gauselmann geschrieben und gesagt wurden. Dabei war der Weg des Gründers und Vorstandsvorsitzenden der Gauselmann Gruppe aus dem ostwestfälischen Espelkamp keineswegs eindeutig vorgegeben.

Nach dem Besuch der Volksschule in Münster, die Paul Gauselmann als Bester seines Jahrgangs abschließt, beginnt er zunächst eine Ausbildung zum Fernmelderevisor bei „Telefonbau und Normalzeit“. Seine Lehre schließt er mit Auszeichnung ab und startet seinen Berufsweg sofort als Revisor.

Im November 1956 zieht es Paul Gauselmann dann nach Espelkamp, hier erhält er einen Anstellungsvertrag in der Entwicklungsabteilung eines Automatenunternehmens und hier beginnt er ein Jahr später auch mit seiner unternehmerischen Tätigkeit, indem er nebenberuflich Automaten (zunächst Musikboxen) aufstellt.

Keine zehn Jahre später, 1964, wagte Gauselmann dann den Schritt in die vollständige unternehmerische Selbstständigkeit, damals bereits mit 15 Angestellten. Damit begann dann endgültig eine Karriere die ihresgleichen sucht.

Die wohl wichtigsten Meilensteine dieses unternehmerischen Erfolges waren dabei die „Erfindung“ der modernen Spielstätte in Form der „Merkur-Spielotheken“, die erste wurde 1974 in Delmenhorst er-öffnet und der Entschluss nicht nur Händler und Betreiber von Geld-Gewinn-Spiel-Geräten (GGSG) zu sein, sondern vielmehr selber Spielgeräte zu produzieren. Hilfreich bei diesem Entschluss war die hohe technische Begabung, die Mathematikverliebtheit und seine positive Spielleidenschaft.

Mit dem Merkur B kam dann 1977 das erste Gauselmann Geld-Gewinn-Spiel-Gerät auf dem Markt und eroberte die Branche, er war gleichsam das Synonym des unaufhaltsamen Aufstieges der Gauselmann Gruppe. Jetzt, fast drei Jahrzehnte später, ist die Unternehmensgruppe Marktführer in Deutschland und Europa, mit einem Marktanteil von weit über 50 % im Inland. Dieser Erfolg, so sagen Freunde über Paul Gauselmann, war nur möglich weil er seine westfälische Gründlichkeit immer sehr geschickt mit einer gesunden Portion Ehrgeiz, Selbstbewusstsein, Fleiß und den Blick für das Wesentliche vortrefflich kombinieren konnte.

Mit der 1980 gegründeten Gauselmann AG schuf Paul Gauselmann eine Holding für viele der in der Zwischenzeit entstandenen Unternehmen.

Mit dem Entschluss Casinogeräte für den weltweiten Markt zu entwickeln und zu produzieren wurde eines dieser Tochterunternehmen ebenfalls zu einem wichtigen Meilenstein der Unternehmens- und somit Paul Gauselmanns Geschichte, die Gründung der Atronic und der damit verbundenen Globalisierung des Unternehmens zu Beginn der neunziger Jahre. Mit diesem strategisch wichtigen Schritt wollte Paul Gauselmann gemeinsam mit seinem Sohn Michael und der Unternehmerfamilie seinerzeit der Abhängigkeit von nur einem Hauptmarkt entgehen. Mittlerweile hat sich aus dieser weitsichtigen Entscheidung eine der tragenden Säulen der Gauselmann Gruppe entwickelt. Für das gesamte Auslandsgeschäft zeichnet sein Sohn Michael verantwortlich. Atronic verfügt als einziges deutsches Unternehmen über Herstellerlizenzen für den wichtigen amerikanischen Casinomarkt in Nevada.

Aber nicht nur unternehmerisch war und ist Paul Gauselmann mit ganzer Kraft engagiert, schon früh erkannte er, dass es ohne eine entsprechende Interessenvertretung nicht geht. Deshalb arbeitete er schon von Beginn seiner Karriere in den entsprechenden Verbänden der Automatenwirtschaft intensiv mit. So war er z. B. ab 1966 Vorstandsmitglied im Deutschen Automatenverband (DAV). 1981 wurde er zum Vorsitzenden des Bereichs Musik- und Unterhaltungsautomaten des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) und Ehrenvorstand des DAV gewählt. 1983 folgte dann die Wahl zum vertretungsberechtigten Vorstandsmitglied des VDAI und 1987 übernahm Paul Gauselmann schließlich das Amt des Verbandsvorsitzenden. Seit dieser Zeit war und ist Paul Gauselmann stets erfolgreich bemüht einen verantwortlichen und weitsichtigen Dialog mit Politik und Gesellschaft zu führen.

Darüber hinaus bekennen sich Paul Gauselmann und seine Familie seit vielen Jahren zu ihrer sozialen Kompetenz. So unterstützt Paul Gauselmann z. B. den TuS-N-Lübbecke, den TV-Espelkamp, die „Deutsche Schlaganfall-Stiftung“, das Kaiser-Wilhelm-Kulturdenkmal und viele weitere sportliche, kulturelle, ökologische und soziale Projekte.

Zu seinem 65. Geburtstag rief Paul Gauselmann darüber hinaus die Gauselmann-Stiftung mit einer Million DM Grundkapital ins Leben, durch Zustiftung verfügt sie heute über ein Stiftungskapital von einer Million EURO.

Für sein vielfältiges soziales, kulturelles und sportliches Engagement, sowie für seine Verdienste um die Deutsche Automatenwirtschaft bekam Paul Gauselmann 1993 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Rund ein Jahrzehnt später wurde der ostwestfälische Unternehmer im Zuge der Höherstufung mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

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Robert Hess M.A., Leiter Kommunikation