Unser kleines Jetonmuseum

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
E-Mail: info@isa-guide.de


Es weihnachtet allerorten und das Jahr 2010 kündigt sich mit Riesenschritten an, Zeit, einmal an etwas anderes zu denken, als immer nur an schlechte Nachrichten, Eilmeldungen, Gerichtsurteile und andere negative Urteile.

Auch ich habe mir überlegt, den Stress des Alltags etwas beiseite zu schieben, und mich an vergangene Zeiten erinnert, an Zeiten, die vom Spielen und von den Jetons dieser Zeit handeln, einer 37 Jahre dauernden Phase in meinem Leben. Das Spielen habe ich lang schon hinter mir gelassen, geblieben sind aber die Jetons von anno dazumal – eine Zeitgeschichte aller Besuche der Spielbanken.

alte DM Jetons Spielbank Baden-Baden
alte DM Jetons Spielbank Baden-Baden
Was waren das noch für Zeiten in den Spielbanken der 70-iger und 80-iger Jahre, als Jetons aller Couleur und Größenordnung auf den Tischen zu sehen waren?

Vor allem waren 5000-er und 10000-er auf den Tischen keine Seltenheit, sondern gang und gäbe. Wenn ich die bunten Jetons heute in Gedanken vor mir sehe, werden wie bei sicherlich vielen anderen Spielbankenbesuchern auch, viele und schöne Erinnerungen wach.
Starrte man nicht die Gäste an, die es sich leisten konnten, das ganze Tableau mit 1000-ern und 500-ern voll zu platzieren? Oder erinnern Sie sich nicht auch an die Summen, die Sie so oft ausbezahlt bekamen, die teils in die Hunderttausende gingen, und wovon Sie reichlich Trinkgeld gaben, so dass man oft innerlich zu sich selbst meinte?: „Dieses Trinkgeld kann er auch mir geben, mir würde es langen.“

In Gedanken, beim Betrachten der Jetons, kann man sehr schön die Bilder aus dieser Ära an sich vorüber ziehen lassen oder sich daran erinnern, wie die Welt der Spielbanken einstmals ausgesehen hat: mit den Damen in Abendgarderobe, den Herren in Anzügen oder gar Smoking, dem unnahbaren Croupier, der die Chips an den vielen französischen Tischen gleich einem Zauberer platzierte und monoton seine Ansagen wiederholte, dem leisen Surren der Roulettekugel, dem dumpfen Klackern der Elfenbeinkugeln, wenn sie in das Gewinnfach fielen, dem ruhigen und wie selbstverständlichen Entgegennehmen der Gewinne – auch dem Verlieren, welches ebenso ruhig vonstatten ging. Gemütsäußerungen waren selten.

Die Jetons erinnern uns an die großartigen Baccarawettbewerbe, bei denen es gar Autos zu gewinnen gab, und an Spieler, die Stapel von 10.000-ern stoisch auf den Baccaratisch stellten und ein lautes und klares Banco Solo ertönten ließen. Einige warfen elegant von außen die großen Stücke achtlos auf den Spieltisch, um mitzuspielen. Wieder andere Spieler horteten ihre 1.000-er -Stapel vor sich, da sie keine größeren Jetons haben wollten.

alte DM Jetons Spielbank Wiesbaden
alte DM Jetons Spielbank Wiesbaden
Ich denke, jeder kann, wenn er sich ein Jetonmuseum anschaut, spontan solche Anekdoten erzählen: Auch die Croupiers, die täglich mit ihnen hantierten und jeden Wechsel von alten auf neuere Jetons miterlebten, wissen sicher aus dem Stehgreif, in welchem Jahr dieser oder jener Jeton benutzt wurde und kennen sicher hundertprozentig eine ganze eigene Geschichte darüber.

Servicekräfte, Saaldiener, Saalchefs und Direktoren, Putzfrauen und Toilettendamen – alle diese Angestellten begleitete diese interne Spielbankwährung. Jeder von ihnen hatte direkt oder indirekt mit dem Spielgeld zu tun.

Auch bei Reisen werden wir an die Spielbankwährung erinnert – weltweit.

Wer nahm sich nicht ein Mitbringsel aus Las Vegas oder Europa mit, um es zu den anderen zu legen, die man irgendwie und irgendwann erhalten hatte? Und so wie andere, Postkarten an die Wände hängen, legen viele ihre Jetons in die Schublade, und wenn sie einem zufällig in die Hände fallen, erinnert man sich auch sofort wieder an den Ort oder das Land aus dem sie stammen. Durch diese kleinen Kunststücke steht irgendwie alles in Verbindung zu Erinnerungen an Freunde, Geschäftspartner und Urlaube.

ISA-GUIDE stellte in Köln auf der Pokermesse zum ersten Mal einen Teil der privaten Chips-Sammlung von Reinhold Schmitt, Chefredakteur von ISA-GUIDE, einer breiten Öffentlichkeit vor. Er nennt sie liebevoll sein „kleines Museum“

Unter dem Motto “ Eine Zeitreise durch die Welt der Spielbanken mit ihren Chips und Token“ präsentierte er den Besuchern seinen Einblick in die Welt der Spielbankenjetons. Von Leipzig bis Konstanz besuchten Sammler die Ausstellung, machten Fotos und stellten Fragen über Fragen an den Sammler.

alte DM Jetons Spielbank Spielbank Bad-Neuenahr
alte DM Jetons Spielbank Spielbank Bad-Neuenahr
Die exklusive und zum ersten Mal auf einer Messe gezeigte interessante Ausstellung der ISA-GUIDE wurde durch das Fernsehen und seine Aufnahmen dokumentiert. Der Stand wurde von vielen Gästen aus den Spielbanken besucht und manche steckten dem Hobbysammler noch weitere Jetons zu, welche sie extra zum Stand mitgebracht hatten. Es gab viele Anfragen an die ISA-GUIDE, die Sammlung auch für Ausstellungen zur Verfügung zu stellen.

Wir möchten Ihnen gern dieses Kleinod als weihnachtliche Erinnerung über die Feiertage mitgeben. Lehnen Sie sich zurück und schauen Sie sich die kleinen Wunderwerke an. Die gemäldegleichen Jetons sollen Sie inspirieren, einmal von ihren Geschichten und ihrer Zeit zu träumen, so wie ich es immer wieder tue, wenn ich sie in der Hand habe, reinige und sortiere. Nach langen Jahren soll nun auch für mich zu Weihnachten ein Traum in Erfüllung gehen, ein kleines aber feines Museum der Jetons für alle.

In diesem Sinne möchte ich Ihnen, unseren Lesern, ganz persönlich ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr 2010 wünschen.

Und wenn Ihnen der Sinn danach steht, besuchen Sie hier auf unseren Seiten das „Kleine Museum Jetons“. Ich verspreche Ihnen, dass ich es von nun an immer wieder aktualisieren werde.


Jeton Museum
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