WSOP 2006: Der Hauptbewerb

Ein Artikel von Alex Lauzon

Die Rekordteilnehmerzahl bei den World Series of Poker 2006 hat zu einigen kleinen Veränderungen geführt, eingeschobenen Bewerben, und somit wurde der Hauptbewerb, geplant als #38, zum Event #39. Und auch hier sprengte die Teilnehmerzahl den geplanten Rahmen. Mehr als 8.000 Spieler begannen am 28. Juli den Kampf ums begehrteste aller Bracelets, der, über Tage hinweg, jedoch eher einem Kampf ums Überleben gleicht. Doch, zur großen Überraschung, vielen der Pokergrößen, allen voran Doyle Brunson und Phil Hellmuth, ist es nicht gelungen, diesen ersten Tag durchzustehen.

Die exakte Teilnehmerzahl des Hauptbewerbes der WSOP, Hold’em No-Limit, Buy-in USD 10.000 (die Hausgebühr eingeschlossen), beträgt: 8.773. Zum Vergleich, im Vorjahr waren es noch 5.619! Das damit erzielte Rekordpreispool: USD 82,512,162.

Das Rio Hotel & Casino, Austragungsort der WSOP


Dieses enorme Feld geht natürlich weit über die Platzkapazität auch eines Rio hinaus, und somit wurde der erste Tag in vier Gruppen, A, B, C und D, zwischen dem 28. und 31. Juli, aufgeteilt. Gespielt wurde jeweils, bis sich die rund 2.200 Teilnehmer auf etwa 800 reduziert hatten. Die Blindstruktur – der Anfangsstack jedes Spielers betrug USD 10.000 – war folgende:
Level Ante Blinds
1 25/50
2 50/100
3 100/200
4 25 100/200
5 50 150/300
6 50 200/400


Nachdem sich das Feld, an diesen ersten vier Tagen, somit auf rund 3.200 Spieler reduziert hatte, wurde dieses wiederum in zwei Gruppen aufgeteilt. Am 1. August wurde Tag 2A gespielt, zusammengesetzt aus den Verbleibenden der Tage 1A und 1B, und am 2. August Tag 2B. Die Blindstruktur des 2. Spieltages begann mit 250/500 und einer Ante von 50.

Schließlich werden die jeweils 700 Spieler am Ende der Tage 2A und 2B am nächsten Tag, 3. August, zusammengezogen und es wird unter den gewohnten Bedingungen weitergespielt.

Viele der älteren Teilnehmer erinnern sich gerne an die Tage, als die WSOP noch mit einigen Dutzend Teilnehmern ausgetragen wurde. Als es noch durchaus möglich war, dass Spitzenspieler, wie Doyle Brunson oder Stu Ungar, den Titel in zwei aufeinanderfolgenden Jahren für sich verbuchen konnten. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Die rasch ansteigende Blindstruktur, notwendig, um den Bewerb innnerhalb von zwei Wochen zu einem Ende zu bringen, erfordert aggressives Spiel und damit eine gewaltige Portion Glück.

So kam es, dass viele der Stars Tag 1 nicht überlebten. Hier eine Auswahl derer, deren Hoffnung auf den Titel nach wenigen Stunden zu Ende war:

Doyle Brunson, Phil Hellmuth, Johnny Chan, Howard Lederer, Dan Harrington, Gus Hansen, Jennifer Harman, Mike Matasow, TJ Cloutier, Bobby Baldwin, Chip Reese, Erik Seidel, Chris Moneymaker, Juha Helppi, Lee Watkinson, Tony G., Clonie Gowen, Sam Farha, Phil Gordon, Tuan Le, Jeff and Barry Schulman, Steve Danneman, Hasan Habib, Liz Leui, Antonio Esfandari, Marcel Luske, Patrik Antonius und viele, viele andere.

Und hier die Chipleader nach dem ersten Spieltag:

1A Francis Cipriano USD 123,200
1B Hossein Tagh Avi USD 229,125
1C Richard Gryko USD 128,575
1D Hung Tran USD 177,475


Las Vegas ist eine Welt für sich! Beispielloses buntes Treiben, Millionen und Millionen von Besuchern, Glücksspiel, Unterhaltung auf jeder Ebene, Luxus, Stars, Spektakel. Und das größte aller Ereignisse ist, natürlich, die Weltmeisterschaft des Pokerspiels. Insbesondere in Amerika ist es dabei unumgänglich, dass sich, neben dem eigentlichen Spiel, eine Unzahl von Parties und anderen kurzweiligen Ereignissen anbietet.

Nachdem auch die Pokerstars, durch das Aufteilen des ersten Spieltages, eine kurze Atempause genießen konnten, folgten einige davon einer eleganten Einladung von Anna Benson, Starmodel und Gattin des berühmten Baseball-Pitchers, Kris Benson (Baltimore Orioles), in die riesige Real World Suite des Palms Hotels, welche, so sagt man, den besten Ausblick über Las Vegas bietet.

Anna Beson mit Ehemann KrisAnna Benson, selbst im Hauptbewerb der WSOP engagierte, überlebte den ersten Tag. Der Tisch, an dem sie spielt, rückt durch ihre Anwesenheit unabänderlich in den Mittelpunkt. Nicht nur ihr Aussehen, ihr Sex und ihre Provokationen rufen nach Beachtung, auch ihre häufig sehr, sehr derben Äußerungen, die wohl daran erinnern, dass sie ihre Karriere, im Alter von 18, als Stripperin begonnen hatte.

Teils zum Champagniesieren, teils zum Pokern, traf man sich also in ihrer Suite Ein kleines Turnier versprach dem Sieger einen Preis von USD 5.000 (!!!), allerdings, ergänzt durch ein luxuriöses Fernsehgerät, das im Wert den Geldpreis sicher überstieg. Obzwar Spieler, wie Antonio Estandiaro und Gavin Smith, daran teilnahmen, schenkte man diesem Teil des Geschehens doch wenig Beachtung, so dass nicht einmal bekannt wurde, wer zum Sieger wurde.

Beachtung fand Anna Benson und einige andere Schönheiten. The Show must go on!

Am Dienstag wurde Tag 2A ausgetragen und zum Chipleader wurde Yuriy Kozinskiy mit $ 443,300. Der 150 zu 1 Favorit, Phil Ivey, war keineswegs vom Glück gesegnet. Sein bescheidener Stack: USD 23.400! Seine Chancen auf einen Platz am Final Table schmolzen damit dahin wie ein Eisberg in der Wüste von Nevade. Jedenfalls, um in diesem Turnier, in diesem riesigen Teilnehmerfeld, weiterbestehen zu können, braucht er, zu seinem unanzweifelbaren Geschick, auch noch eine ganze Menge guter Karten.

Alex Lauzon