Ein Stuttgarter wird Deutscher Pokermeister 2001

Aus allen Teilen Deutschlands reisten zum Jahresende 64 Pokerspieler nach Baden-Baden. Außer dem Titelverteidiger Ahmet Koc aus Berlin mußten sich alle in einer 2-tägigen Ausscheidung für dieses Finale qualifizieren. 250.000,- DM gab es zu gewinnen. Eine Gelegenheit in der Vorweihnachtszeit, die eigene Jahresbilanz zu verbessern.

Casinodirektor Ludwig Verschl hieß am Abend seine Gäste „Herzlich willkommen“ in der Kurstadt.

Punkt 20.00 Uhr begann unter der umsichtigen Leitung der Herren Jörger und Ludwig Verschl die Meisterschaft an 8 Tischen. Jeder startete mit 6.000 Jetons. Die Limitstruktur war identisch mit der Vorrunde und es wurde nun „Freeze-Out“ gespielt.
Der Erste schied relativ früh aus und als das Turnier nach 3 Stunden unterbrochen wurde, hatte es bereits weitere 13 Spieler erwischt.
Sehr schwer hatten es die Spieler am Tisch mit Ranzi Al-Khitib. Einer nach dem anderen ging gegen ihn erfolglos All-In, darunter auch der frühere Champ Robert Zipf. 38.000 an Jetons bedeutete für Ranzi die Chipleaderposition. Ganz nach vorne kam er aber nicht. Er schied später unglücklich als Neunter aus. 3 Asse reichten nicht zum Weiterkommen.

Ein gemeinsames Abendessen war am Samstag der Auftakt für die restlichen 51 Spieler zur 2. Runde.

Ein Ante von 200 und das Spread-Limit 400 – 2.000 brachten schnell viele Teilnehmer in kritische Situationen. Brutal hart diese Erhöhungen. Jetzt begann auch das grosse Sterben!! Glück und „Stealing“ standen im Mittelpunkt und nach einer guten Stunde war der Saal fast leer gefegt. Nur noch 16 im Spiel!!! Auf der Strecke blieb auch der Vorjahresmeister. Viele konnten ihre Enttäuschung nicht verbergen.

Max Eibel aber legte in dieser Phase den Grundstein für den späteren Erfolg. Immer wieder setzte er sich gegen verschiedene Kontrahenten durch. Fast ausnahmslos standen dabei seine Asse im Mittelpunkt.

Um 22.30 Uhr hatten 8 Mann das ehrgeizige Zwischenziel, den Finaltisch und damit die Preisränge erreicht. 384.000 Jetons waren gut verteilt, wobei Eibel mit über 100.000 den Löwenanteil hatte. Es herrschte unter großem Zuschauerinteresse eine angespannte Atmosphäre. Jeder Einsatz, jede Erhöhung, jedes ALL-IN wurde wohl überlegt und auch die Dealer passten sich diesem hohen Niveau der Spieler an.

Dem kurzen Auftritt von Mohamed Fioruzi gegen Eibel, der seine schon obligatorischen 2 Paar Asse zeigte, folgten später Mario Bentivedo, Nguyen, Thang Duc und Anis Sanbar.

Immer mehr schoben sich jetzt Pouya Pouyamajd und Erik Jensen in den Vordergrund. Jensen war es dann auch der Bernhard Wollert (Buben und…) mit Asse und Sechser aus dem Rennen warf. Für Erheiterung sorgte dann Pouya. Er verliess kurz den Tisch, sah bei der Rückkehr an seinen Platz den offenen König und erhöhte Blind noch im Vorbei laufen. Diesen Pot bekam er kampflos.

Beim Publikum wurde bereits spekuliert ob Pouya und der Däne Jensen nochmals Eibel unter Druck setzen konnten. Alle richteten sich auf ein packendes Finale ein. Die Kontraste hätten auch größer gar nicht sein können. Zwei routinierte Profis gegen einen Amateur.

Dann plötzlich Gespräche am Tisch unter den Dreien und nach zähen Verhandlungen einigten sie sich auf einen Deal. Die Spannung war nun weg, fast 200.000,- DM aufgeteilt, es ging „nur“ noch um den Titel. Erstaunt waren aber viele Experten, dass Eibel dem zustimmte, hatte er doch fast 70% der gesamten Jetons.

Der spielte aber unbeeindruckt weiter. So auch im entscheidenden Coup gegen Erik. Als der Däne bereits Könige mit Sechsen gegen ein Paar Sieben von Max Eibel hatte, kam mit der letzten Karte wieder ein 2. As.

Als letzte Hürde stand jetzt noch Pouya vor ihm. Nach mehreren „All-in’s“ und energischem Widerstand nahm er jedoch auch diese.
Kurz nach Mitternacht fiel die Entscheidung. Drillinge Damen waren für den strahlenden neuen Meister ein würdiger Abschluss.

Im anschließenden Gespräch mit der ISA-CASINOS stand er noch ganz im Banne des Geschehens. Der 48 jährige Stuttgarter spielt nur wenige Turniere. Privat ja, ab und zu mit Freunden ein „kleines Spielchen“. Er ist verheiratet, hat 2 Kinder und macht viel Sport.
Erfreulich, dass sich mit ihm ein fast unbekannter „Außenseiter“ in einem doch starken Spielerfeld durchsetzen konnte.

Die ISA-CASINOS gratulierte ihm und auch den anderen Gewinnern recht herzlich.

Über den Austragungsmodus dieser DM ist ja bereits im Vorfeld schon reichlich gesprochen worden. Weiterer Diskussionsstoff ist sicherlich jetzt in den 2 Tagen, die von den Organisatoren doch gut über die Runden gebracht wurden, dazugekommen.

Ein Stuttgarter wird Deutscher Pokermeister 2001