„Wetten, dass…du am Ende verlierst?“ – Aktionstag gegen Glücksspielsucht

Die Bundestagswahl ist vorbei, das Leben geht weiter: Rund 37.000 Berlinerinnen und Berliner haben Probleme mit Glücksspiel: Sie zocken an Automaten in Spielhöllen, gehen in Wettbüros oder spielen zu Hause am Computer. Neun von zehn Spielern sind männlich, besonders häufig sind es junge Männer mit Migrationshintergrund, die die Kontrolle über ihre Spielleidenschaft verlieren. Die Folge sind zerstörte Beziehungen, Arbeitslosigkeit, Schulden – Anlass genug, die Prävention von Glücksspielsucht in den Fokus zu rücken.

Am 25.09.2013 setzen Präventionsfachstellen und Hilfeeinrichtungen deshalb erneut auf den Aktionstag gegen Glücksspielsucht und machen bundesweit auf das Thema aufmerksam. Das Engagement der Berliner Bezirke und der Fachstelle für Suchtprävention dreht sich dabei in diesem Jahr rund um Sportwetten, da diese unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer stärker an Relevanz gewinnen. Unter dem Motto „Gute Quote, sicherer Tipp. Wetten, dass… du am Ende verlierst?“ sensibilisieren berlinweite Aktionen für Gefahren und klären über Präventions- und Beratungsmöglichkeiten auf.

Beim „FC Internationale Berlin“ (Inter-Arena am Südkreuz, Voralberger Damm 38, 12157 Berlin) findet von 17.00 bis 19.00 Uhr die zentrale Veranstaltung des Aktionstages statt. Pressevertreterinnen und -vertreter sind hierzu herzlich eingeladen. Die Veranstaltung wird von der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin, der Stadträtin für Gesundheit, Soziales und Stadtentwicklung in Tempelhof-Schöneberg sowie vom Berliner Fußballverband unterstützt und lädt Jugendliche, Jugendleiter/innen und -trainer/innen des Vereins dazu ein, sich zu informieren und für einen sauberen Breitensport stark zu machen. Denn „Sportwetten sind schon bei Jugendlichen ein Thema“, weiß Gerd Thomas, Vorstandsvorsitzender beim FC Internationale: „Das bestätigen mir viele Vereinsvertreter in Berlin. Viele Fußball spielende Jugendliche halten sich für wahre Experten. Wir sehen es beim FC Internationale als unsere erzieherische Aufgabe an, frühzeitig aufzuklären und so Suchtgefahr und Beschaffungskriminalität entgegenzuwirken.“

Um dies in Zukunft sichtbar nach außen zu tragen, werden die Jugendlichen vor Ort gemeinsam mit einem Berliner Graffiti-Künstler ein Banner zum Aktionstag sprayen und aufhängen. Dr. Sibyll Klotz, Stadträtin für Gesundheit, Soziales und Stadtentwicklung in Tempelhof-Schöneberg, freut sich: „Dass Jugendliche sich selbst dafür stark machen, dass Sportwetten im Verein und auf dem Platz nichts zu suchen haben, ist mehr wert als jeder erhobene Zeigefinger!“

Diskussionsrunden sowie ein Frage-Quiz zum Thema Sportwetten klären zudem über Suchtgefahr und Beschaffungskriminalität auf. „Denn auch wenn die Quote gut und der Tipp sicher erscheint, am Ende verlieren viele mehr als nur Geld: Wer spielt, riskiert Freunde, Familie und Respekt“, warnt Kerstin Jüngling, Leiterin der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin, und ruft die Jugendlichen dazu auf, weiterzudenken: „Lasst euch nicht abzocken, gestaltet eure Zukunft!“

Diesem Gedanken schließt sich auch der Wunsch von Gerd Liesegang, Vizepräsident des Berliner Fußball-Verbandes, an: „Der Fußballsport ist die schönste Nebensache der Welt und bietet viele Möglichkeiten. Ich wünsche mir, dass sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ehrenamtlich im Sport engagieren und nicht die Freizeit mit Glücksspiel verbringen. Deshalb unterstütze ich ausdrücklich das Engagement und die Aufklärungsarbeit der Fachstelle für Suchtprävention.“

Um berlinweit auf den Aktionstag aufmerksam zu machen, wird in der Woche rund um den 25.09.2013 ein Präventionsspot zu Glücksspielsucht im Berliner Fenster sowie im Warte-TV der Bürgerämter, Jobcenter und anderer Behörden zu sehen sein. Am Aktionstag selbst informieren die Berliner Bezirke Passanten im Rahmen des Projektes „Glücksspiel unterwegs“ auf öffentlichen Plätzen über die Risiken von Glücksspiel. Ein Interview mit Kerstin Jüngling im Berliner Radiosender Metropol FM generiert zudem in der türkischsprachigen Community Aufmerksamkeit für das Thema des Tages.

Weitere Informationen zu den Angeboten der Fachstelle für Suchtprävention und zum Thema Glücksspielsucht erhalten Sie unter www.berlin-suchtpraevention.de und www.faules-spiel.de.

Pressekontakt
Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin
Kerstin Jüngling
E-Mail: info@berlin-suchtpraevention.de

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Ein Kommentar zu diesem Artikel

  1. Robert Ziegler
    Geschrieben am 28.09.2013 um 11:22 Uhr

    Richtig so, alle Spielhallen, Wettbüros, Spielautomaten in Gaststätten, Spielautomaten in Hinterzimmern und das Zocken im Internet sollte verboten werden, aber auch dann Toto/Lotto und die staatlichen Spielhöllen direkt ebenfalls verbieten!!! Das ist die einzig richtige Prävention gegen die Spielsucht und nicht die Doppelmoral des Staates, der immer das staatliche Zocken verharmlost!!!

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