2010 WSOPE Event #3, Tag 3: Shelley durchkreuzt Kelly’s Titelverteidigungspläne und gewinnt sein erstes Bracelet!

Alle Augen waren auf JP Kelly gerichtet, als dieser am Dienstag Nachmittag an den Final Table des Event #3: GBP 1,075 No-Limit Hold’em der 2010 World Series of Poker Europe zurückkehrte. Ja, Kelly hatte die Möglichkeit sein drittes Bracelet zu gewinnen. Es ging jedoch nicht nur um das Bracelet, das konnten seine acht Gegner ebenso gewinnen. Kelly war viel mehr ins Auge der Öffentlichkeit gerückt, da er kurz davor war seinen Titel zu verteidigen. Aber war er wirklich dazu in der Lage? Falls die Antwort Ja sein würde, wäre Kelly der erste Spieler seit Phil Hellmuth der sein Hold´em Bracelet in zwei aufeinander folgenden Jahren verteidigen kann. Desweiteren wäre Kelly damit der erste Spieler überhaupt der zwei WSOPE Bracelets sein eigen nennen kann und ganz nebenbei würde er Phil Iveys Rekord als jüngsten dreifach-Bracelet-Besitzer unterbieten.

Scott Shelley (Foto: PokerNews.com)
Scott Shelley (Foto: PokerNews.com)
Der Final Table startete noch ganz normal. Als Kelly den Shortstack Nicky Kratz früh vom Tisch nahm – dessen Top Paar konnte nicht gegen Kelly´s Double Gutshot standhalten – sah alles nach einem perfekten Tag für Kelly aus. Nachdem eine Weile nichts passierte, doppelte sich Scott Shelley in faszinierender Weise auf. Nachdem Karim Jomeen vom Button aus eröffnete, pushte Shelley direkt aus dem Small Blind All In. Allerdings hielt Jomeen Asse auf der Hand und brachte Shelley damit in echte Schwierigkeiten da dieser mit 7 [key:card_spades] 4 [key:card_clubs] nur einen Move machte. Das Board bescherte ihm aber einen Drilling Siebener und somit blieben Jomeen nach dieser Hand nur noch ein paar Tausend Chips und schied kurz danach als 8. aus.

Es dauerte nicht lange, da durften wir mit ansehen wie Kelly sich mit einem Set Achter gegen Jack Lyman doppelte. Lyman’s Flush Draw kam nicht an und somit wanderte der Chiplead zu JP Kelly. Alles sah nach einem weiteren Schritt in Richtung Titelverteidigung aus.

Die Spieler gingen zur einstündigen Dinner Break und nach ihrer Rückkehr verließen in der folgenden Stunde vier Spieler den Tisch. Lyman ging als 7. an die Rail, Mehdi Senhaji verlor einen Flip und schied als 6. aus, der Chipleader zu Beginn des Tage Kaveh Payman schied auf Platz fünf aus und Paul Pitchford verließ den Tisch mit einem vierten Platz. Die Bühne war nun frei für ein dreiköpfiges Rennen zwischen dem Titelverteidiger Kelly, Scott Shelley und Jeppe Bisgaard.

Kelly war schon Chipleader bevor er Bisgaard auf Platz drei vom Tisch nahm und somit das Heads Up gegen Shelley begann. Bisgaard limpte am Button, woraufhin Kelly aus dem Small Blind eröffnete was Bisgaard als Einladung zum All In wahrnahm. Allerdings callte Kelly mit A [key:card_spades] 9 [key:card_spades] und dominierte damit Bisgaard’s 10 [key:card_clubs] 9 [key:card_clubs]. Kelly überlebte den Flush Draw den Bisgaard bekam und hatte somit einen Vorsprung von 300.000 Chips für das bevorstehende Heads Up gegen Shelley.

Zu Beginn des Heads Ups war es ein vorsichtiges Abtasten bei dem es immer Hin und Her ging bis es zum ersten großen Pot kam. Shalley schnappte sich den größten Pot des gesamten Heads-Ups als er einen Bluff von Kelly mit einem Paar Könige callte. Der Call war jedoch nicht so leicht wie es auf den ersten Blick erscheint, denn auf einem Board von Q [key:card_hearts] J [key:card_hearts] 7 [key:card_hearts] 2 [key:card_hearts] J [key:card_diamonds] hielt Shelley nicht den Herz König. Der Gewinn dieses Pottes brachte Shelley auf einen über 2:1 Chiplead und ließen die Dinge bei weitem nicht mehr so gut aussehen für Kelly.

In dem Moment als die Dinge für Kelly nicht gut standen, schaffte er sich zurück ins Spiel zu bringen nachdem er sich mit A [key:card_diamonds] J [key:card_clubs] gegen Shelley’s K [key:card_spades] 2 [key:card_spades] verdoppeln konnte. Kelly schaffte es Shelley’s Outs zu umgehen und den Chiplead somit wieder zum Titelverteidiger zu bringen.

Doch genau nachdem Kelly sich gedoppelt hatte und alles den Anschein erweckte, dass Kelly von nun an seinen Weg gehen könnte, bäumte sich Shelley noch einmal auf und begann Kelly in größere Pötte zu verwickeln, so dass der Chiplead bald wieder auf seiner Seite war und die Finale Hand kurz bevor stand.

Nachdem Shelley vom Button geraised hatte, ging Kelly all in. Shelley callte ihn und zeigte ein Paar Dreier im Showdown. Kelly hielt Q [key:card_diamonds] J [key:card_hearts] und das Rennen um das Bracelet bewegte sich mit großen Schritten Richtung Ziellinie. Der Flop brachte mit 8 [key:card_clubs] 5 [key:card_hearts] 3 [key:card_spades] das Set für Shelley und der Lärm seiner Fans war Ohrenbetäubend als Sie dies sahen. Kelly brauchte nun einen Runner Runner aber der Turn brachte die 7 [key:card_hearts] und somit war Kelly Drawing Dead. Die Riverkarte war die 10 [key:card_diamonds] und beendete damit offiziell das Turnier

Bis vor einigen Tagen war Shelley einfach nur ein weiterer junger Pokerspieler mit einem Traum in den 582 Spielern großem Teilnehmerfeld. Er manövrierte sich erfolgreich bis zum Final Table und von da an hatte er Glück wenn er es brauchte und spielte großartig wenn es darauf ankam.

Als das Heads-Up zwischen Shelley und dem Titelverteidiger JP Kelly begann, konnte man quasi in der Mitte des Raumes eine Trennlinie ziehen zwischen den beiden Gruppen der Zuschauer. Alle wollten sehen ob Kelly das unfassbare schaffen würde: Phil Ivey´s Rekord als jüngster dreifach-Bracelet-Träger zu brechen, der erste Spieler zu sein der zwei WSOPE Bracelets sein eigen nennen darf und der erste Spieler seit Phil Hellmuth Anfang der 90er sein der es schafft seinen Titel zu verteidigen in einem Hold´em Event. Das wäre eine gigantische Story geworden, allerdings ist es nun mal so ausgegangen, dass die Medien auf dieses Wunder noch ein wenig warten müssten.

Kelly ging nicht mit leeren Händen nach Hause, er gewann die Summe in Höhe von GBP 82,854. Shelley nahm mit GBP 133,857 ein wenig mehr mit nach Hause und kann dazu noch ein WSOPE Bracelet sein eigen nennen. Kelly wusste genau welche Rekorde er da zu brechen versuchte und das er die Pokergeschichte ein wenig hätte umschreiben können. Nun geht er mit dem bitteren Geschmack der Niederlage nach Hause, den man automatisch erlangt wenn man so dicht dran ist am ganz großen Coup.

Ergebnisse:

1. Scott Shelley GBP 133,857
2. JP Kelly GBP 82,854
3. Jeppe Bisgaard GBP 55,063
4. Paul Pitchford GBP 40,862
5. Kaveh Payman GBP 30,666
6. Mehdi Senhaji GBP 23,239
7. Jack Lyman GBP 17,768
8. Karim Jomeen GBP 13,694
9. Nicky Katz GBP 10,633