Wenn Einer ein Reise macht – betfair open 2010 in der Wiener Neustadt

Joachim Kobs
Poker-Experte




Der Winter lässt uns so langsam aus seinen Klauen. Damit steht der Teilnahme an Events mit längeren Anfahrtswegen nichts mehr im Wege.

Am Wochenende ging es in die Wiener Neustadt zu den betfair open 2010. Einige hundert Spieler hatten sich eingefunden, dazu noch viele Begleitpersonen. Freitag, ein € 200 + 20 NL Holdem freeze out als Mainevent über 3 Tage, Samstag ein €50 + €6 und eine Ladys-Freeroll. Dazu mit betfair einen Partner, der einige Live-Events begleitet (das nächste Event ist in Tallin). Außerdem jede Menge Cash-Game-Action.

Die Dealer – die Geschwindigkeit, Präzision und Geschick – einfach Klasse. Da konnte man über die eine oder andere Schwäche in Ablauf, Küche und Service hinweg sehen.

Das Poker Royal stellt für mich eine gelungener Location darstellt. Und Alle, die sich wegen der ewig schwierigen Finanzsituation gefragt haben, ob es denn noch wohl genug Einrichtung gibt, kann ich beruhigen. Die Einrichtung ist identisch mit meiner ersten Ankunft in der Wiener Neustadt vor 2,5 Jahren und wirkte instandgehalten, ja teilweise konnte man auch neue Bezüge oder Armauflagen sehen. Mir sind insgesamt keine großen Abnutzungs-erscheinungen aufgefallen, obwohl nun schon einige Großevents durchgeführt wurden. Das Alles spricht für einen guten Werterhaltung mit der passenden Pflege.

Viele Teilnehmer hatten sich Ihren Start online erkämpft, somit waren Teilnehmer aus mehr als 20 Ländern vor Ort, insgesamt rund 500.

Es zeigt sich einfach, dass es auch abseits der großen Serien, wie der CAPT durch Casino Austria mit buy in von €500 bis €2000 oder der EPT mit noch höheren buy in auch günstigere Alternativen gibt. Man muss nur suchen. Ich denke hier werden Montesino, CCC & Poker Royal das Jahr 2010 in Österreich sehr aggressiv angehen.

Trotzdem galt es auf der Hut zu sein. Die Generation Online-Kid sorgt, wenn sie denn mal losgelassen, auch offline für viel Action an den Tischen. Egal ob Turnier oder Cash-Game, oft wird einfach nur der gambling-Modus oder die Stackgröße gespielt.

Zitat eine jungen Nordeuropäers von Samstag abend: „May i can change the table? Their are higher stackes!!!”. Er wollte vom 2-5 er Tisch, an dem er sich gerade erst niedergelassen hatte, auf einen parallelen Tisch wechseln, da er erst jetzt registrierte hatte, dass hier nur ein Viertel der Masse im Vergleich zum anderen Tisch gestackt war und er sich selbst gerne einen höheren Stack gönnen wollte. Er konnte dann wechseln und die Partie wurde nicht verzerrt.

Na ja, vielleicht sind das die High-Roller der Zukunft und die etablierten Namen aus den diversen Challenges oder TV-Übertragungen sind bald nur noch Schnee von gestern.

Wir werden es sehen, das Jahr 2010 hat gerade erst begonnen.

Euer
Joachim