Poker Pros und der Aberglaube – Michael Keiner

Von Lisa Horn

Michael Keiner (Bildquelle: PokerNews.com)
Michael Keiner (Bildquelle: PokerNews.com)
Nichts fällt leichter als bei einem schlechten Lauf alles auf mieses Karma oder einfach nur auf Pech zu schieben. Zum „Schutz“ greift da der eine oder andere zu abergläubischen Methoden, ob Glücksbringern, Ritualen oder Gedanken-Mantras. Wir haben mal ein Anfrage an namhafte Poker Profis im deutschsprachigen Raum ausgeschickt und wollten wissen: „Seid ihr abergläubisch? Habt ihr einen Glücksbringer? Und gibt es eine Anekdote dazu?“

Die Rückmeldungen wollen wir euch nicht vorenthalten, zumal sie teilweise sehr unterschiedlich sind. Michael Keiner, war einer der Ersten, von dem wir Antwort bekamen. Als Routinier kann ihn nicht so viel am Tisch beeindrucken, aber ist er abergläubisch?

Michael Keiner lässt sich von keinen Ritualen oder Glücksbringern verleiten, obwohl er schon glaubt, dass jeder Mensch so Ansätze zum Aberglauben mitbringt oder in sich wieder finden kann: „Es hängt einfach damit zusammen, dass unser Gehirn ständig versucht, scheinbar logische Zusammenhänge zwischen Ereignissen herzustellen, die, real betrachtet, völlig unabhängig voneinander sind. Die Gründe dafür liegen in der Evolution. Diese „Wachsamkeit“ des menschlichen Gehirns hat vor vielen 10.000 Jahren unsere Vorgänger in die Lage versetzt, adäquate Reaktionen auf neue, noch nicht erklärbare Umweltreize zu liefern und so das Überleben gesichert. Die Anlage bzw. der Instinkt dafür ist natürlich noch voll vorhanden.“ – Da kann man eindeutig den Doc raushören 😉 pragmatisch, wissenschaftlich und logisch…

Aber trotz Evolution, hat für Michael Keiner die Selbstprogrammierung auch einen nachhaltig positiven Effekt: „Es gibt allerdings einen weiteren Effekt, wie Aberglaube zu einer „selbsterfüllenden Prophezeiung“ werden kann. Über den Fetisch des Glücksbringers oder das Mantra eines Rituals führt der Anwender eine neurolinguistische Programmierung durch, die dann gerade am Pokertisch zu einem resoluteren Auftreten oder größerer Risikobereitschaft zum Erfolg führt. Manchmal beneide ich die Leute, die das fertig bringen. Hat man aber leider!!! den Placebo-Effekt des Rituals durchschaut, kann er natürlich nicht mehr funktionieren.“ – Schade, es hat anfänglich so nach einer Super-Lösung für jegliche Nervosität geklungen. Also doch wieder den Schweinehund überwinden und mit sich selbst ins Gericht treten…