Interview mit Markus Golser Full Tilt Pro

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
E-Mail: info@isa-guide.de


Markus Golser war bereits ein Pokerspieler, lange bevor endlich ein Kasino in Salzburg, seiner österreichischen Heimatstadt, eröffnete. Im Mai 1999 brachte Markus seine Karriere einen Schritt weiter, als er bei seinem Sieg im No-Limit Hold ‘em-Event beim Torneo di Poker in Slovenien 21.000 Euro mit nach Hause nahm. Besser noch als das Geld war, dass der Preis auch eine Reise nach Las Vegas beinhaltete, wo er 2000 beim WSOP spielte.
Dort kämpfte sich Markus durch ein starkes Feld bis auf den dritten Platz – und 48.000 Dollar – beim 2,5K USD Pot-Limit Omaha-Event. Bisher hat er über 30 Finaltische bei den großen europäischen Turnieren erreicht, darunter drei EPT-Geldplätze und eine solide Leistung bei der WPT 2004 in Frankreich. Er stürzte sich tief ins Geschehen und konnte beim 10K EUR No-Limit Hold ‘em-Event beim Grand Prix de Paris mit etwas über 30.000 Dollar nach Hause gehen. Erst kürzlich erreichte er beim 4,7K EUR No-Limit Hold ‘em-Event beim EPT in Prag den fünften Platz und gewann die beeindruckende Summe von 222.000 Dollar.

ISA-GUIDE Chefredakteur Reinhold Schmitt: Markus, wir haben schon einige Turniere zusammen gespielt und ich bin immer als Verlierer vom Tisch gegangen, was ich sicher nie vergessen werde. Nun bist Du ein Full Tilt Poker Professional wie kam es dazu?

Markus Golser, Full Tilt Pro: Full Tilt kam im Dezember 2007 auf mich zu und machte mir ein Angebot, dass ich gern angenommen hatte.

ISA-GUIDE Schmitt: Hat sich, nachdem Du nun ein Star geworden bist etwas an Deiner Spielweise geändert? Spielst Du nun aggressiver als früher?

Markus Golser Full Tilt Pro (Bildquelle: FullTiltPoker)
Markus Golser Full Tilt Pro (Bildquelle: FullTiltPoker)
Markus Golser: Mein Pokerspiel ändert sich laufend. Ich probiere immer an einem neuen Spiel zu arbeiten. Ich habe vielleicht auch einige Dinge gefunden, die wichtig für mein Spiel sind, wie man auch an den Erfolgen sehen kann. Kleinigkeiten verändere ich immer mal wieder. Ich probiere einfach gern aus.

ISA-GUIDE Schmitt: Du bist ein in der ganzen Szene als ruhiger und besonnener Spieler bekannt und wenn man dann Deine Erfolge in diesem Jahr in Las Vegas betrachtet bist Du für viele schon ein Star. Kannst Du unseren Lesern, vor allem den Jüngeren, in zwei bis drei Sätzen erläutern, was man beachten sollte, um ein guter Spieler zu werden? Welche Grundelemente gilt es, Deiner Meinung nach zu beachten?

Markus Golser: Geduld ist das A und O. Natürlich auch eine Kenntnis der Karten. Auch auf das eigene Positionsspiel gilt es zu achten, dass heißt, Bluffs zu erkennen und nicht zu viele Ausfallungen zu machen. Wenn man gute Moves einbringen kann ist das natürlich gut, wichtig ist es natürlich auch, die Moves des Gegenspielers zu erkennen.

ISA-GUIDE Schmitt: Du bist dieses Jahr vornehmlich in Europa zu finden, nimmst aber auch sonst an vielen internationale Turnieren teil. Kannst Du Dein Pokerleben mit Deinem Privatleben vereinbaren oder sogar beides miteinander verbinden?

Markus Golser: Du weißt es selbst. Wir kennen uns ja schon viele viele Jahre. Ich war früher neun, zehn, elf Monate unterwegs. Damals gab es noch kein Online-Poker und man hatte es ein wenig schwieriger, um Geld zu verdienen. Das ging nur, indem man viel reiste. Mittlerweile aber kann man auch von zu Hause aus spielen, so dass ich im Maximum drei bis vier Monate am Stück unterwegs bin.
Meine private Situation ist einfach zu beschreiben; Momentan bin ich allein. Aber drei bis vier Monate am Stück reichen. Nach jedem Turnier kommen etwa zwei Monate Pause um die Batterien wieder aufzuladen und dann ist man wieder fit für die kommende Saison.

ISA-GUIDE Schmitt: Für Dich hat sich schon viel erfüllt im Pokerleben. Gibt es trotzdem noch einen Pokerwunsch den du gerne erfüllt hättest?

Markus Golser: Ja, es gibt viele Pokerwünsche die ich gerne erfüllt sehen würde. Zum Beispiel in Las Vegas ein Braclet zu gewinnen. Natürlich auch bei anderen Turnieren wie bei der EPT mit vorne dabei zu sein oder auch als Gewinner den Spieltisch zu verlassen. Ich war schon oft knapp dran aber leider hatte es nicht klappen wollen.

ISA-GUIDE Schmitt: Letzte Frage – die man als Prognose sehen kann oder einfach pauschal: Das Pokerspiel ist von Amerika nach Europa herüber geschwappt und hat hier einen Status erreicht der meiner Meinung nach weit oben anzusiedeln ist. Denkst du das der Hype weiter anhält ohne das eine Konsolidierung eintritt? Denkst du es gibt noch Potential für ein weiteres Wachstum?

Markus Golser: Ich denke schon, dass da noch Potential vorhanden ist. Die Leute, die jetzt Poker lieben werden auch weiterhin spielen. Dagegen wächst die heutige Jugend in einer Boomphase des Pokers auf. Das heißt, die Jugendlichen fangen jetzt schon mit dem Online-Poker an, wachsen damit auf und finden auch immer mehr Gefallen am Spiel. Die berechtigte Frage dabei ist, wie die Politik Deutschlands damit umgeht.

ISA-GUIDE Schmitt: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin gute Karten und hoffentlich bald dein ertses Braclet in Las Vegas bei der WSOP