Spielbank Berlin informiert: Mit Dr. Big im Gespräch über Spielertypen, Pokern in der Spielbank Berlin und eine mögliche Profikarriere

Heimspiel am Potsdamer Platz

In einschlägigen Pokermagazinen war in letzter Zeit häufig von Dr. Big die Rede. Eigentlich importiert der Wahlberliner für die Gastronomiebranche Eistechnik aus Italien. Doch mit seinem rasanten Aufstieg hat er in der Pokerszene für Furore gesorgt und steht nun vor der Frage, ob er eine Profi-Karriere wagt. Im Pokerfloor der Spielbank Berlin ist Wilhelm Breuer – alias Dr. Big – gern zu Gast. Und das hat neben dem „besten Pokerangebot in Deutschland“ noch einen anderen Grund: In dem Haus am Potsdamer Platz spielte Wilhelm Breuer sein erstes Liveturnier – und so etwas vergisst man eben nicht…

Dr. Big
Dr. Big
Herr Breuer, im Februar 2007 traten Sie das erste Mal bei einem 800 €-Turnier in der Spielbank Berlin an – und waren ziemlich schnell draußen. Wie kann so ein Tiefschlag zum Auftakt einer großen Pokerkarriere werden? Die einen schreckt so ein Erlebnis ab, andere spornt es an. Bei mir hat es den Ehrgeiz geweckt. Ich hab gemerkt, dass mir das persönliche Spiel am Tisch mehr zusagt als Online-Poker. Das gibt mir einfach nichts. Meine Stärke liegt ja auch darin, andere Spieler zu lesen – und das geht eben nur „in echt“.

Ist es das, was für Sie die Faszination beim Pokern ausmacht – das Spiel mit der Psyche?
Unter anderem. Aber Pokern hat noch mehr zu bieten. Es ist ein Strategiespiel, das Disziplin und Geduld verlangt. Eigentlich ist es wie im richtigen Leben – man muss dranbleiben, beharrlich sein, auch wenn keine guten Hände kommen. Pokern führt außerdem alle Altersklassen, Nationen und Bevölkerungsschichten zusammen. Da sitzen junge und alte Spieler, Banker, Hausfrauen oder Studenten aus zig Ländern an einem Tisch, das mag ich.

Als guter Beobachter wissen Sie schnell, wer mit Ihnen spielt. Wie viele Spielertypen fallen Ihnen auf Anhieb ein?
Im Grunde gibt es ja so viele Typen wie menschliche Charaktere. Dennoch würde ich Pokerspieler grob in vier Typen einordnen: „Betonspieler“, „Maniacs“, mathematische und Bauchspieler, zu denen auch ich zähle. Und das hat nicht nur mit meinem Umfang zu tun (lacht) – ich vertraue auf Gefühl und Menschenkenntnis.

Und mit wem sitzen Sie am liebsten am Pokertisch?
Ich mag vor allem Kontaktspieler, die Lebenszeichen von sich geben und kommunizieren. Sehr ungern spiele ich mit Leuten, die gestisch, mimisch und verbal stumm bleiben. Doch zu glauben, dass man solche Spieler nicht lesen kann, ist ein Irrtum. Ich teste solche Gegner mit Probeaktionen und studiere ihr Setzverhalten. Es ist alles eine Frage der Psychologie und der richtigen Strategie.

Wenn Sie wollten, wie Sie könnten: Gegen welche Pokerlegenden würden Sie gern einmal antreten?
Wie viele andere würde ich natürlich gern mal gegen Chris „Jesus“ Ferguson antreten. Der Mann ist einfach ein Phänomen. Noch mehr würde mich allerdings eine Pokerrunde mit Daniel Negreanu reizen. Ich halte ihn für den Spieler, der seine Gegner am besten lesen kann.

Wer weiß, wenn Sie tatsächlich die Profikarriere wählen, könnte es ja tatsächlich einmal zu diesen Duellen kommen.
Über meine Pokerzukunft werden die nächsten Turniere in London, Warschau und Las Vegas entscheiden. Wenn es da gut läuft, werde ich Profi. Ansonsten arbeite ich weiter als Pokertrainer und kümmere mich um andere Projekte wie meine thailändische Fußballschule, die in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen ist. Naja, und dann wäre da ja auch noch mein eigenes Unternehmen…

Abschließend noch eine Frage in eigener Sache: Wie gefällt Ihnen der Pokerfloor in der Spielbank Berlin?
Ich bin sehr gern hier. Und zwar nicht nur um die Erinnerungen an mein erstes Turnier zu pflegen. Den Pokerfloor kann ich jedem empfehlen, der live spielen möchte. Die Mischmaschinen an jedem Tisch finde ich persönlich herausragend wie auch die gesamte Atmosphäre hier. Dieses Angebot ist das Beste, was Pokerspieler in Deutschland finden können. Weiter so!

Wir werden uns bemühen und bedanken uns für das Lob. Für die mögliche Profikarriere wünschen wir Ihnen gute Hände, die passenden Strategien und Gegner, die sich lesen lassen. Vielen Dank für dieses Gespräch!