WSOP 2008: Deutsche Power im Main Event!

Tag 1b des Main Events der WSOP 2008 ist gelaufen und vor Ort wundert man sich ein bisschen über die vergleichsweise schwachen Teilnehmerzahlen. „Nur“ 1.158 Spieler am Start, das war sogar noch weniger als am ebenfalls mäßig gebuchten Tag 1a. War es wirklich nur der amerikanische Nationalfeiertag, der die Pokerspieler Las Vegas meiden ließ, oder spielen doch andere Gründe eine Rolle, wie zum Beispiel die anhaltende Wirtschafts- und Immobilienkrise in den USA?

Immerhin war ein starkes deutsches Kontingent im Amazon Room des Rio versammelt und von einigen Ausnahmen abgesehen legten unsere Jungs (und Mädels) eine geradezu sensationelle Performance hin! Dabei begann der Tag mit einem kleinen Schock, denn Bracelet-Gewinner und PokerStars ShootingStar Sebastian Ruthenberg versuchte bereits im ersten Level einen heftigen Bluff, der ihn seine gesamten Chips kostete. Mit seinem frühen Ausscheiden war die Luckbox aber in bester Gesellschaft, denn auch Ted Forrest, Erich Kollmann, Andy Black und sogar Team PokerStars Pro Daniel Negreanu (jener mit 6 6 6 gegen 9 9 9) wurden unerwartet früh an die Rails geschickt.

Den Ton gaben von Anfang an eher die Nonames an: So fanden sich zwei PokerStars-Qualifikanten, Ron Adams und Michael Watson, am Ende des Tages hart an der 100.000er Grenze kratzend in der Spitzengruppe des Feldes wieder. Eine sehr gute Vorstellung lieferte auch IntelliPoker-Qualifikant Mirko Tauber aus Arnsberg ab: Der Freeroll-Gewinner profitierte davon, dass er gleich in der Anfangsphase zweimal Asse und einmal Könige gedealt bekam und so seinen Stack gleich kräftig auf Vordermann bringen konnte. Nach einer kleinen Durstrecke bekam er gegen Ende des Turniertages wieder kräftig Rückenwind und beendete seinen ersten WSOP-Auftritt mit starken 31.500 in Chips. Noch besser machte es am selben Tisch Jan Heitmann, der nach zähem Beginn mit sehr geduldigem Spiel am Ende 42.000 Chips eintüten konnte.

Wesentlich ruhiger begann der Main Event für einen weiteren Intelli-Freeroller. Bei Sven Rumcke war im ersten Level wenig passiert, sodass er mit 21.500 Chips in das erste Break ging. Sven kam bereits vor fünf Jahren mit Poker in Berührung und spielte vier Jahre lang sehr intensiv. Ende 2006 wechselte der 33-Jährige dann aber zum Backgammon, was mittlerweile mehr als ein Hobby für ihn geworden ist. Dennoch begann er vor neun Monaten auch wieder zu pokern. „Am liebsten spiel ich Pot-Limit Omaha und Limit Hold’em Cashgame. Natürlich habe ich zuletzt auch viele Turniere, sozusagen als Vorbereitung für Vegas, gespielt“, sagte der Berliner, der auch eine Internetseite zu den Themen Backgammon und Poker betreibt. Sein Ergebnis am Ende des Tages werden wir noch nachtragen.

Jan Heitmann iat übrigens keineswegs Spitzenreiter in der internen deutschen Wertung: Bracelet Gewinner Martin Kläser spielte mal wieder stark auf und startet mit 97.000 in Tag zwei, PokerStars-Qualifikant Alexander Meitinger brilliert mit 80.000, Simon Münz sammelte 75.000 ein, Cort Kibler-Melby 66.000 und Johannes Strassmann 50.000. Nicht ganz so gut lief es für Christiane Klecz (18.000) und auch Matthias Neu (18.500) und Alex Jung (11.000) gehen nicht gerade als haushohe Favoriten in den zweiten Durchgang am Dienstag. Gebustet wurden an Tag 1b PokerStars-Qualifikant Alex Quintana sowie Nico Behling, Peter Krieg, Marco Liesy und Hans-Martin Vogel. Was den Verbleib weiterer deutscher Teilnehmer wie Daniel Drescher, Jens Forner und Holger Kathage betrifft, so müssen die offiziellen Chipcounts abgewartet werden, die frühestens am späten Nachmittag deutscher Zeit vorliegen werden.

Ein Blick auf das Abschneiden des Teams PokerStars Pro: Interner Spitzenreiter (wie erwähnt nach inoffizieller Zählart) ist John Duthie mit 63.000, gefolgt von Vanessa Rousso (55.000) und Victoria Coren (50.000). Nicht mehr im Turnier befinden sich Greg Raymer, Humberto Brenes, Tom McEvoy und der bereits erwähnte Daniel Negreanu. Weitere prominente „Ausscheider“ an Tag 1b: Kenny Tran, Ram Vashwani, Ex-Champion Jamie Gold, Baseball-Held Orel Hershiser, Jason Gray, Farzad Bonyadi, Jacobo Fernandez, Kristy Gazes und Lee Watkinson.

Ein Lichtblick für unsere österreichischen Pokerfreunde war einmal mehr Markus Golser: Der Intelli-Blogger spielte wie üblich grundsolide und hatte am Ende des Tages stattliche 83.000 in Chips vor sich stehen!

Ganz an der Spitze nach Tag 1b befinden sich allerdings Spieler von denen die Welt noch so gut wie nichts gehört hat. Chipleader ist ein gewisser Ben Sarnoff (165.000) vor Brian Schaedlich (156.000) und Nicholas Caltabiano (133.000). Erst auf Platz vier der Tagesbesten taucht mit Robert Mizrachi (131.000) ein Spieler von Rang und Namen auf.

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