Las Vegas Reisebericht 2013: Teil 8 & 9 – Pinball Hall of Fame und Vermischtes

Stefan Kruse
Freier Spieleentwickler
E-Mail: mail@stefan-kruse.eu


Pinball Hall of Fame

Im Spielerparadies Las Vegas etwas abseits des Strips liegt das Paradies für Flipperfans aus aller Welt: „The Pinball Hall of Fame“. Adresse: 1610 E. Tropicana, Las Vegas NV. Besitzer und umtriebiger Macher ist Tim Arnold, der ab 1976 eine Arcade in Michigan betrieb.

In Rente zog er 1990 mit seiner Sammlung von über 1000 Geräten wegen der heißen trockene Wüstenluft nach Las Vegas, da die oft feuchte und kühle Luft in Michigan den Geräten gar nicht gut bekam. 2009 erwarb er ein stillgelegtes Einkaufszentrum und zog mit der Sammlung erneut um. Spielbereit sind über 160 Flipper und viele andere Unterhaltungsgeräte ausgestellt und täglich für das Publikum geöffnet. Mit mehreren Helfern kümmert sich Tim täglich um die Geräte und hält sie spielbereit. Sämtliche Einnahmen werden wohltätigen Zwecken gestiftet.

Viel mehr Informationen sind auf der Webseite www.pinballmuseum.org nachzulesen.

Ich hatte die Freude, die „Pinball Hall of Fame“ 2013 besuchen zu können. Da die öffentlichen Verkehrsmittel in Vegas lückenhaft sind, bin ich mit dem Taxi dorthin gefahren, was mich vom Hotel Ballys nur 18 Dollar gekostet hat. Besser als einige Kilometer in Vegas zu laufen. In einer etwas trostlosen Umgebung findet sich die Spielstätte:

Ab 11h morgens ist geöffnet. Das Anschalten aller Geräte habe ich staunend erlebt. Wenn über 200 Maschinen gleichzeitig zum Leben erwecken, ihre Mechaniktests durchführen, freudig klingeln, oder ihre Startmelodien spielen, ist es ein großartiges Erlebnis.

In einer Ecke hat Tim Zeitungsartikel gesammelt:

Im Folgenden eine lange Reihe von Bildern der Flipper, an denen ich mindestens ein Spiel gespielt habe. Die Geräte sind nicht auf Freispiel gestellt, sondern müssen mit Quarters bemünzt werden. Die Preise sind aber sehr human. Ein Spiel an den neuesten Stern-Flippern kostet 50-75 Cent, ein Spiel an allen älteren Flippern 25 Cent, wobei fast immer 5 Kugeln eingestellt sind. So hat mich der etwa sechsstündige Aufenthalt in der „Pinball Hall of Fame“ nur ca. 30 Dollar gekostet. Getränke und kleine Snacks aus dem Automaten sind für Vegas-Verhältnisse auch sehr preiswert.

Die „Pinball Hall of Fame“ war mitten in der Woche am frühen Mittag mit etwa 10-20 Gästen gut besucht. Vom Kind bis zum Opa war jedes Alter dabei, und alle hatten sichtlich Spaß an den alten und neuen Maschinen. Wenn man sieht, mit welcher Freude die Menschen Pinballs spielen, ist es mir ein Rätsel, warum es nur noch einen Hersteller und kaum noch Aufstellorte gibt. Auch in Las Vegas habe ich nur ein paar Flipper im Vergnügungszentrum des New York Hotels gesehen.

Zwei Versionen eines Spielsystems. Cleopatra als mechanische und als elektronische Version. Warum man bei der elektronischen Version ein Viertel mehr Punkte zum Freispiel brauchte, war mir rätselhaft.

Es hat Spaß gemacht!!!

Wer dies besondere Erlebnis teilen möchte, sollte sich beeilen. Tim möchte in den wohlverdienten Ruhestand wechseln und sucht einen Nachfolger für „The Pinball Hall of Fame“. Wegen der fehlenden Kommerzialisierung, alle Gewinne gehen weiterhin an karitative Einrichtungen, hat sich bislang niemand mit Herzblut für den guten alten Flipper gefunden. So würde es mich nicht wundern, wenn die heiligen Hallen 2017 für immer schließen werden.

Vermischtes

Zum Abschluss meines Reiseberichtes noch etwas Vermischtes.

Ausflug zum Hoover Staudamm

Wikipedia: „Der Hoover-Staudamm, ursprünglich als Boulder Dam bezeichnet) befindet sich auf der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Nevada und Arizona, knapp 50 Kilometer südöstlich der Touristenhochburg Las Vegas im Black Canyon. Ihr Absperrbauwerk staut den Colorado River, der hier die Grenze zwischen Arizona und Nevada bildet, zum Lake_Mead auf. Der aufgestaute See weist eine Fläche von 63.900 Hektar (andere Angabe: 69.000 Hektar), eine Länge von rund 170 km und eine maximale Tiefe von etwa 180 Metern auf. Mit seinem Speicherinhalt von rund 35 Milliarden Kubikmetern ist er der größte Stausee der USA.

Der Hauptzweck der Talsperre ist die kontrollierte Wasserabgabe in Arizona, Nevada und Kalifornien. Vor dem Bau beeinträchtigten regelmäßige Überschwemmungen des Colorado sowie Dürreperioden das Leben der Siedler in den Südweststaaten, insbesondere bei der Landwirtschaft. Ein weiterer Zweck der Talsperre ist die Gewinnung elektrischer Energie. Durch den Verkauf von Strom refinanzierte sich das Projekt und trägt die laufenden Wartungskosten selbst.

Entgegen weitläufiger Meinung versorgt der Staudamm Las Vegas nicht mit Elektrizität. Nur 5% der dort verbrauchten Energie stammt vom Hoover-Staudamm, der Rest aus fossilen und Atomkraftwerken in der Nähe.“

Ich habe eine Bus-Tagesfahrt zum Hoover Staudamm mit Besichtigung der Turbinenstation und des angrenzenden Ortes Boulder City gebucht, wo die meisten der 16.000 Arbeiter gewohnt hatten. Der Ort scheint sich in 80 Jahren kaum verändert zu haben. Er wirkt regelrecht eingeschlafen. Wir Reiseteilnehmer haben dort lecker Kuchen gegessen und ein Museum der Staudammerrichtung besucht. Insgesamt ein kurzweiliger Tag für wenig Geld (50 Dollar + Trinkgeld).

Boulder City

Auf der Rückfahrt besuchten wir noch einen Kaktus Garten in Las Vegas.

Umsonst kriegt man in Vegas einiges geboten. Zwei Tipps von mir:

Bellagio Wasserspiele

Weltberühmt und abends alle 15 Minuten findet in einem großen künstlichen See vor dem Hotel Bellagio ein „Wasserfeuerwerk“ zu verschiedener Musik statt. 17 Angestellte des Hotels sind mit nichts Anderem beschäftigt als der Wartung und dem Kreieren neuer Shows. Der Aufwand lohnt sich für das Bellagio. Es wurde veröffentlicht, dass an einem Tag, an dem die Wasserspiele wegen Defekten ausfallen, durchschnittlich 8% weniger im Casino verspielt wird. Klar, für die besten Plätze muss man nah an den Casinoeingang herein, und im Gedränge entscheidet man sich nach der Show vielleicht dazu, erstmal ins Casino zu gehen als zur Strasse zurück. Jede Show wird von mehreren tausend Menschen gesehen. Für die besten Plätze muss man anstehen und warten.

Fremont Street Experience

Der ursprüngliche Kern der Glücksspiellokationen von Las Vegas liegt heute mehrere Kilometer von den großen Themenhotels entfernt. Mangels Besucher ging es mit den verbliebenen Casinos wie dem 4 Queens stetig bergab. In den Neunzigern wurde mit viel Aufwand ein etwa 200m langes Stück der Fremont Street mit einer kuppelförmigen Halle überdacht, die innen als riesige Videoleinwand ausgestattet ist. Dort findet jede Stunde eine etwa 5minütige Videoshow statt, meistens eine Art Musikvideo, was extra für die Fremont Street designt wurde. Die grelle Neonbeleuchtung der angrenzenden Kasinos wird so lange abgeschaltet. Viele tausend Besucher erleben abends dieses besondere Erlebnis, wenn der „ganze Himmel“ über einem eine einzige Videoleinwand ist. Mit populärer Musik wie „American Pie“ von Madonna oder „Viva Las Vegas“ mit ZZTop ist Gänsehaut garantiert. Zwischen den Shows kann man die Casinos besuchen, die längst nicht so groß und stylisch sind wie am Strip, dafür aber viel vom „alten Charme“ von Las Vegas ausstrahlen. Aber auch auf der Straße ist viel los, z.B. Straßen Künstler. Sehr empfehlenswert!!!

Die Zukunft

Wie geht es weiter in der Stadt der Sünde? Neue Hotels sind nicht in Bau, dafür aber das größte Riesenrad der Welt. Das erste Foto ist aus dem 19. Stock meines Hotels aufgenommen, das Rad ist deutlich höher und grösser als das Riesenrad an der Themse in London. Eine gewaltige Baustelle umrahmt den Bau. Das Riesenrad ist mittlerweile fertiggestellt.

Rückreise

Auch eine Woche in Vegas sind nur 7 Tage, die leider viel zu schnell vorbei sind. Also hieß es Koffer packen. Am Flughafen konnte letztmalig gespielt werden.

Die Rückreise am 29.9.13 war eine Stunde kürzer wegen des etwa beständig 100km/h schnellen Jetstreams in 10.000 Meter Höhe, was Flüge in östliche Flüge beschleunigt.

Das war es. Ich hoffe, mein zweiter Reisebericht hat Euch Freude gemacht und vielleicht animiert, selbst einmal nach Las Vegas zu reisen. Für mich war die 2013er Reise nicht ganz so eindrucksvoll wie 2010. Wohl weil ich alleine unterwegs war und nicht in einer Gruppe Freunden, mit denen man den Spaß viel intensiver erlebt. Trotzdem ist wieder vieles auf meiner To-Do Liste unerledigt geblieben und wartet auf den dritten Vegas-Besuch: Neon-Museum, Death-Valley, Red-Rock-Casino und vieles mehr!

Euer Stefan Kruse

Hier finden Sie eine Übersicht aller bisher erschienen Teile dieser Artikelserie.

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