Nevadas wilde Vielfalt

Sechs Territories in einem Bundesstaat / Silver State feiert 150. Geburtstag

Am 31. Oktober 1864 trat Nevada als 36. Bundesstaat den Vereinigten Staaten von Amerika bei. Nevada’s Geschichte wurde durch Pioniere mit Entdeckergeist, Leidenschaft und Risikobereitschaft geformt. In diesem Jahr feiert der Bundesstaat seinen 150. Geburtstag. In Nevada’s großem Sequicentennial erinnern zahlreiche Veranstaltungen quer durch den Bundesstaat an die reiche Geschichte und Kultur des Landes. Doch auch unabhängig vom Jubiläum lohnt sich eine Tour durch die verschiedenen Regionen Nevadas, das so unterschiedlich und facettenreich ist wie kaum ein anderer US-Staat.

Land der Cowboys
Im Norden Nevadas herrscht noch unverfälschte Wild-West-Romantik. Das Northern Territory trägt auch den Namen Cowboy Country. Cowboyhut und Jeans bilden hier die Fashion Norm und die Geschichte der frühen Farmer lebt in vielen touristischen Angeboten wieder auf. Ein Highlight bildet jedes Jahr das National Cowboy Poetry Gathering in Elko. Nicht weniger faszinierend ist das schrille Burning Man Festival, das jedes Jahr Tausende in das Black Rock Desert bei Gerlach zieht.

Cowboy Poetry Gathering, featured Ramblin' Jack Elliott / Wendover Will / Cowboy in Elko / Burning Man Art (Foto: ©Nevada Commission on Tourism)

Cowboy Poetry Gathering, featured Ramblin‘ Jack Elliott / Wendover Will / Cowboy in Elko / Burning Man Art (Foto: ©Nevada Commission on Tourism)

Ruby Mountains – Die „Amerikanischen Alpen“ erkundet man am besten standesgemäß auf dem Rücken eines Westernpferdes. Verschiedene Ranches rund um die historischen Städte Elko, Wells und Deeth bieten geführte Ausritte in die Jarbidge Wilderness mit ihren eindrucksvollen Bergen und kristallklaren Seen an.

Battle MountainGoldminen, Jagd- und Angelreviere zeichnen die Gegend um Battle Mountain und Carlin aus. Diese Orte gelten auch als das Tor zu Amerikas Outback.

West WendoverWendover Will, eine 15 Meter hohe Cowboystatue begrüßt Besucher am Eingang zu dieser belebten Stadt. Hier finden sich fünf Casino-Hotels, das Peppermill, in dem unter anderem auch Star-Moderator Jay Leno gastiert, das Montego Bay, das Rainbow, das Red Garter und das Nugget. Auf den nahegelegenen Bonneville Salt Flats ist regelmäßig der Teufel los, wenn im September die Speed Week stattfindet.

Land der Indianer
Ganz Nevada ist bekannt als Indian Territory. Indigene amerikanische Völker leben bereits seit Tausenden Jahren in den Tälern, Wüsten und Bergen des Landes. Es gibt drei bekannte Stämme in Nevada, die Washoe, die Paiute und die Western Shoshone. Sie leben in 26 Kolonien und Reservaten, verteilt über den gesamten Bundesstaat. Dort versuchen die Einheimischen ihre traditionellen Werte und Rituale sowie ihren Spiritualismus mit den Einflüssen der Moderne zu vereinbaren. Bei den traditionellen Powwows, zu denen auch Nicht-Einheimische willkommen sind, wird die Kultur der verschiedenen Stämme gefeiert und Freundschaften werden mit Gesängen und Tänzen gepflegt.

Lake Tahoe / Stewart PowWow in Carson City / Nevada State Museum - Carson City (Foto: ©Nevada Commission on Tourism)

Lake Tahoe / Stewart PowWow in Carson City / Nevada State Museum – Carson City (Foto: ©Nevada Commission on Tourism)

Lake Tahoe – Das Zentrum der Washoe liegt am Lake Tahoe. Früher zog es die Washoe bei warmen Temperaturen zum Fischen an den See, während sie sich in den Wintermonaten in die Täler zurückzogen. Heute betreiben die Washoe das Lake Tahoe’s Meeks Bay Resort mit weißen Sandstränden, Wassersportaktivitäten und Touren in die Wüste.

Tallac Historic Site – An der Südküste des Lake Tahoe, den Highway 89 entlang und vorbei am Camp Richardson, befindet sich das Zentrum für zeitgenössische Indianerkunst, Musik, Film, Fotografie, Flechtkunst und Storytelling. In der Tallac Historic Site, ein Projekt der Tahoe Heritage Foundation, wird in den Sommermonaten regelmäßig das Wa She Shu It’ Deh Native American Arts Festival veranstaltet.

Carson City – Jährlich findet in der ehemaligen Stewart Indian School der Father’s Day Powwow statt, ein indianisches Fest mit Stammestänzen und –gesängen in traditionellen Gewändern. Zudem befindet sich in Carson City das Nevada State Museum. Die Kit Carson Trail Historical Walking Tour führt Besucher zu besonderen Orten der Geschichte dieses Teils des Landes.

Entlang des Pony Express
Durch das nördliche Zentrum Nevadas, unterhalb des Cowboy Countrys, verläuft der Highway 50. Er folgt der Route des legendären Pony Express, der ehemals schnellsten Postverbindung in Nordamerika. Auf dieser Strecke transportierten Reiterstaffeln ehemals die Post. Die U.S. 50 gilt als „Loneliest Road in America“. Doch abseits des Highways gibt es jede Menge zu erleben.

Fort Churchill / Eureka Opera House / Sand Mountain bei Fallon (Foto: ©Nevada Commission on Tourism)

Fort Churchill / Eureka Opera House / Sand Mountain bei Fallon (Foto: ©Nevada Commission on Tourism)

Fallon – Hier stehen die Ruinen des ehemaligen Militärstützpunktes Fort Churchill aus dem Jahre 1860. Ein ungewöhnliches Naturschauspiel bieten Tausende von Wandervögeln, die auf ihrer Reise im Stillwater Wildlife Refuge zusammenkommen.

Sand Mountain – So nennt sich eine riesige Sanddüne nahe Fallon. Sie ist Anziehungspunkt für Wanderer, Dune Buggies und Sandboarder. In Camps oder in Trailern können Besucher sogar direkt an der Düne übernachten.

Austin – Die Kleinstadt ist nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen, viertgrößten Stadt des Staates Texas. Dieses Austin liegt etwa 19 Kilometer entfernt von der geografischen Mitte des Bundesstaates Nevada. Einst wurde Austin als Goldgräberstadt gegründet und hat sich bis heute den Charme einer alten Westernstadt bewahrt.

Eureka – Zahlreiche historische, in altem Stil restaurierte Gebäude erwarten den Besucher in Eureka, ein etwa 1879 erbauter Gerichtssaal. Im Eureka Opera House finden heute noch vor alter Kulisse Konzerte statt.

Reno-Tahoe Territory
Im Nordwesten des Landes liegt das Reno-Tahoe Territory. Reno ist die viertgrößte Stadt Nevadas und trägt den Namen „The Biggest Little City in the World“. In der Nähe liegt Lake Tahoe – der größte Gebirgssee Nordamerikas. Daher stammt der Name des Territorys. Vor allem Naturliebhaber kommen in dieser Region auf ihre Kosten. Doch das Reno-Tahoe Territory hat noch weitaus mehr zu bieten.

Reno – Hier sind die großen Events zu Hause. Ob das Oldtimer Festival Hot August Nights Ende Juli, das Biker-Treffen Street Vibrations im September oder das Flugzeugrennen National Championship Air Races im September – in Reno ist das ganze Jahr über ein Großangebot an Veranstaltungen geboten. Auch das farbenfrohen Great Reno
Balloon Race findet hier statt.

Great Reno Balloon Race / Pyramid Lake / Virginia City (Foto: ©Nevada Commission on Tourism)

Great Reno Balloon Race / Pyramid Lake / Virginia City (Foto: ©Nevada Commission on Tourism)

Virginia City – Das 19. Jahrhundert wird auf der Hauptstraße von Virginia City lebendig. Dort flaniert man in einer Kulisse, die beinahe unverändert wie anno 1800 aussieht. Skurril: Seit 1959 findet hier jährlich im September ein Kamelrennen statt. Die Tiere wurden früher für den Salztransport nach Nevada geholt.

Pyramid Lake – Pyramid Lake ist der größte übriggebliebene Teil des früheren Lake Lahontan – ein nacheiszeitlicher See. Neben dem hier beheimateten Indianerreservat ist der Pyramid Lake als hervorragendes Anglergebiet und Heimat des Amerikanischen Weißen Pelikans bekannt.

Nevada Silver Trails
Die Nevada Silver Trails führen entlang des Highway 93. In dieser Gegend findet sich die größte Vielfalt an Tieren und Pflanzen in den Vereinigten Staaten. Auf diesen Pfaden erkundeten einst Pioniere und Goldgräber das Land. Als hier im 19. Jahrhundert die ersten Silbervorkommen entdeckt wurden, folgten unzählige Glücksritter dem Ruf des glänzenden Metalls. Bis heute sind die Überbleibsel dieser aufregenden Zeit erhalten – unzählige Geisterstädte zeugen von Nevadas Verganhenheit als Silver State, darunter Rhyolite, Beatty und Tonopah.

Pahranagat National Wildlife Refuge / Rhyolite / ET Highway (Foto: ©Nevada Commission on Tourism)

Pahranagat National Wildlife Refuge / Rhyolite / ET Highway (Foto: ©Nevada Commission on Tourism)

Pahranagat National Wildlife Refuge – Nur zwei Stunden nordöstlich von Las Vegas befindet sich das Pahranagat National Wildlife Artenschutzgebiet. Eine reiche Tierwelt mit verschiedenen Arten von Wasservögeln erwartet den Besucher. Camping, Fischen, Picknicken, Wildtierbeobachtung – das sind nur einige der vielen Erholungsmöglichkeiten.

Caliente – Der Ort verdankt seinen Namen heißen Quellen, die hier entspringen. In der Nähe liegt Pioche, die „tödlichste Stadt des alten Westen“. 1860 wurde Pioche wegen reicher Goldvorkommen gegründet.
Ihren Goldbesitz sollen die Bewohner mit der Schrotflinte verteidigt haben. Für Fremde war die Stadt kaum betretbar. Heute ist Pioche ein pittoresker Ort – und ein friedvoller.

State Route 375 – Diese Straße ist besser bekannt als extraterrestrischer Highway. Die Ost-West-Route streift das berühmt-berüchtigte Gelände Area 51, wo angeblich regelmäßig Ufos gesichtet werden. „Aliens“ zum Nachbarn hat man den 98 Einwohnern zu Folge in Rachel, einem kleinen Ort mit einem Restaurant und einem Motel mit dem Namen „Little A’Le’Inn“.

Las Vegas Territory
Überragende Berggipfel, atemberaubendes Panorama und wilde, rauschende Flüsse sind nicht die Bilder, die man im ersten Moment in Verbindung mit Las Vegas bringt. Dabei hat die Landschaft rund um Amerikas bunteste Entertainment-Stadt all das zu bieten.

Famous Las Vegas Strip / Red Rock Canyon / Lake Mead (Foto: ©Nevada Commission on Tourism, ©Las Vegas News Bureau)

Famous Las Vegas Strip / Red Rock Canyon / Lake Mead (Foto: ©Nevada Commission on Tourism, ©Las Vegas News Bureau)

Las Vegas Strip – Das Herz von Las Vegas schlägt auf dem Las Vegas Strip. Hier flanieren Besucher vorbei an berühmten Casino-Resorts wie dem Caesars Palace, dem Wynn Las Vegas oder dem Bellagio. Neben einem überbordenden Shoppingangebot genießen Besucher zahlreiche Shows und regelmäßige Events.

Red Rock Canyon – Unweit von Las Vegas beginnt auch schon Natur pur. Nur 27 Kilometer westlich von Las Vegas liegt der Red Rock Canyon. Er ging aus einem 400 Millionen Jahre alten Meeresbett hervor und verdankt seinen Namen roten Kalkgestein-Formationen. Der Red Rock Canyon ist ein Naturschutzgebiet und großer Anziehungspunkt für Kletterer und Wanderer.

Hoover Dam – Ein Besuch der Talsperre ist im Las Vegas Territory einfach unverzichtbar. Der Hoover Dam galt schon bei seiner Errichtung 1930 als Wunderwerk der Technik. Er staut den Colorado River zum Lake Mead auf – dem größten Stausee der USA.

Laughlin – Nevadas südlichste Stadt zeichnet sich durch einige Spektakel aus wie den Laughlin River Run, eines der wichtigsten Motorradrennen des Landes. Darüber hinaus bietet Laughlin jede Menge Dining- und Shoppingmöglichkeiten und lässt ähnlich wie Las Vegas Spielerherzen höher schlagen.

Mount Charleston – Weniger als eine Stunde nördlich von Las Vegas erobern Wintersportler die Pisten des Mount Charleston. Im Sommer bietet sich ein Ausflug in die alpinen Wälder für ausgedehnte Wandertouren und Campingausflüge an.

Weitere Informationen zu Nevada sind unter www.travelnevada.de oder auf www.travelnevada.com erhältlich.

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