ISA-GUIDE berichtet: Große Landesausstellung „Gutes böses Geld“ im Casino Baden-Baden

„Gutes böses Geld“ – unter diesem Titel zeigt die Große Landesausstellung in einer Bildgeschichte der Ökonomie mit vielen historischen und aktuellen Werken bis zum 19. Juni 2016, wie Künstler Geld und den Umgang damit umgesetzt haben. An dem Kooperationsprojekt der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden mit dem Stadtmuseum und dem Theater der Kurstadt an der Oos ist auch das traditionsreiche Casino Baden-Baden maßgeblich beteiligt. „Das Casino Baden-Baden wird damit nicht nur seinem Ruf als eine der schönsten Spielbanken auf der Welt gereicht. Es unterstreicht damit auch seine Bedeutung als Ort für besondere Veranstaltungen“, sagt Otto Wulferding, der Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Spielbanken-Gesellschaft.

Im Casino Baden-Baden tagten 2009 nicht nur die Präsidenten und Staatschefs der NATO-Staaten. In den prachtvollen Sälen und Räumen spielen regelmäßig auch die Berliner Philharmoniker, außerdem können sich die Gäste in der traditionsreichen Location auch an einem breiten kulturellen Angebot an Konzerten und anderen musikalischen Highlights, Lesungen, Auftritten bekannter Künstler und Parties erfreuen.

Das 1838 von Jacques Bénazet gegründete Casino verfügt über eine reiche Geschichte, die im weitesten Sinne als Ausgangspunkt für den dort gezeigten Teil der Großen Landesausstellung dient. Darin werden jedoch nicht so sehr Werke gezeigt, die das Spielen um Geld im Casino thematisieren. Vielmehr geht es in den Arbeiten, die direkt zwischen den Spieltischen und an ungewöhnlichen Orten ausgestellt werden, darum, wie auf den Märkten heute um das große Geld gespielt wird. Dabei steht sowohl Kunst im Fokus, die selbstironisch den Kunstmarkt thematisiert, als auch Objekte, die das Casino der Finanzmärkte vor und nach der vorläufig letzten Finanzkrise 2008 reflektieren.

So verweist die Künstlerin Alicja Kwade auf die Zusammenhänge von Wertschaffung und Wertvernichtung, indem sie Kohlebriketts aus vergoldeter Bronze präsentiert. Der Schweizer Christoph Büchl führt mit seinem Werk Socks, das aus vom Künstler getragenen Socken besteht, den überhitzten Kunstmarkt und die stetig wachsende Nachfrage nach Kunstwerken als Anlageobjekte ad absurdum. Verschieden große Türmchen von Spieljetons bilden in einem Werk von Liu Jianhua die Skyline von Schanghai ab.

Im Untergeschoss der Spielbank wird eine Arbeit von Anahita Razmi mit Bezügen zur globalen Währungs- und Handelspolitik gezeigt: In der Parkgarage und in den Kolonnaden vor dem Kurhaus sind weitere Kunstwerke zu erleben. Die zahlreichen schillernden Geschichten, der Glanz, die Mythen, Dramen und Verheißungen, die eng mit dem Casino verknüpft sind, dienen somit als Folie für die künstlerische Auseinandersetzung mit der Gegenwart. Der mondäne Ort, der in der Vergangenheit Berühmtheit durch Werke wie den 1866 von Fjodor Dostojewski veröffentlichten Roman „Der Spieler“ erlangte, wird zur Kulisse für zeitgenössische Kunst und zum Denkraum für ökonomische und künstlerische Entwicklungen unserer Zeit, heißt es im Ausstellungsführer.



Folgende Künstler sind im Casino Baden-Baden mit ihren Werken vertreten: Hans-Peter Feldmann, Mark Flood, Liu Jianhua, Gabriel Kuri, Damien Hirst, Christoph Büchel, Hunter Jonakin, Adel Abdessemed, Axel Stockburger, Cheyney Thompson, Jochen Höller, Alicja Kwade, Benedikt Braun, Anahita Razmi, Hugh Scott-Douglas, Bewegung NURR, Superflex und RYBN.org.

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