Lotto informiert: Marion Caspers-Merk: „Wir sind auf einem guten Weg”

Positive Zwischenbilanz der neuen Lotto-Geschäftsführerin

Nach 100 Tagen im Amt zieht die neue Lotto-Geschäftsführerin Marion Caspers-Merk eine positive Zwischenbilanz. Sie sieht das staatliche Glücksspielunternehmen auf einem guten Weg. Es blieben aber zahlreiche offene Baustellen.

„Die Spieleinsätze haben sich 2013 bisher recht zufriedenstellend entwickelt“, betonte die Geschäftsführerin der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg am Montag bei einer Pressekonferenz im Landtag. So habe der im Februar und März auf 21 Millionen Euro angewachsene Lotto-Jackpot für eine deutliche Belebung der Nachfrage gesorgt. Auch die neue Lotterie Eurojackpot setze zunehmend Impulse: „Hier sehe ich allerdings noch erhebliches Potential. Viele kennen den Eurojackpot noch gar nicht“, so die Lotto-Chefin. Im Jahresverlauf erwartet Caspers-Merk über alle Spielarten hinweg deutlich höhere Einsätze.

Das neue Lotto ab 4. Mai

„Im Mai gibt es tatsächlich eine kleine Lotto-Revolution“, brachte Caspers-Merk die anstehenden Veränderungen beim Hauptprodukt Lotto 6aus49 auf den Punkt. „Eine zusätzliche Gewinnklasse, keine Zusatzzahl mehr und eine höhere Gewinnwahrscheinlichkeit – so viele Änderungen auf einen Schlag hat es im Lotto noch nicht gegeben.“ Auch der Spieleinsatz werde ab 4. Mai von bislang 75 Cent auf 1 Euro pro Tipp erhöht. „Ich denke nicht, dass diese Preisanpassung die Lottospieler verärgern wird. Die höheren Einsätze schlagen sich in Form höherer Gewinne auch bei den Spielteilnehmern nieder. Außerdem ist das die erste Preiserhöhung im Lotto seit 14 Jahren. Andere Güter haben sich in diesem Zeitraum weitaus stärker verteuert“, so die Lotto-Geschäftsführerin.

„Setze mich für Lotto-Annahmestellen ein“

Die vielerorts schwierige Lage im Einzelhandel mit rückläufigen Umsätzen im Presse- und Tabakwarenverkauf macht vielen Lotto-Annahmestellen im Land zu schaffen. „Ich setze mich für die Interessen unserer Annahmestellen ein“, betonte Caspers-Merk. „Vor allem im ländlichen Raum macht oft erst die Lotto-Annahme das ganze Geschäft profitabel. Ich sehe deshalb auch einen Infrastrukturauftrag für uns“, so die Lotto-Chefin weiter.
Eine von der Glücksspielaufsicht beabsichtigte Reduktion der Zahl der Lotto-Annahmestellen deutlich über die im Landesglücksspielgesetz festgelegte Zahl (3.300) hinaus lehnte Caspers-Merk entschieden ab. „Wir hatten gute Gespräche mit dem Innenministerium und der Aufsicht. Einen Kahlschlag bei den Lotto-Annahmestellen wird es nicht geben.“

Internet-Lotto auf dem Vormarsch

Die Spielmöglichkeit im Internet ist Caspers-Merk ein besonderes Anliegen. Seit September 2012 ist das Internet-Lotto auch in Baden-Württemberg wieder möglich. „Bisher haben sich etwa 60.000 Internet-Kunden bei uns registriert. Davon haben sich etwa 35.000 identifiziert.“ Die einmalige Identifizierung in einer Lotto-Annahmestelle sei behördliche Voraussetzung für eine dauerhafte Spielteilnahme, schrecke jedoch viele Internet-affine Spielteilnehmer zurück. Davon unabhängig möchte Caspers-Merk den Internetauftritt des Unternehmens grundlegend neu gestalten. Dabei soll vor allem die Benutzerfreundlichkeit bei der Tippabgabe verbessert werden. Der Start eines optimierten Web-Portals für mobile Endgeräte ist für August 2013 geplant. „Die Lotto-Annahmestellen bleiben aber der mit Abstand wichtigste Vertriebsweg für uns“, stellte die Lotto-Chefin klar.

Gesetzlicher Kanalisierungsauftrag gefährdet

Die Lotto-Chefin forderte von den Aufsichtsbehörden ein konsequenteres Vorgehen gegen illegale Glücksspielanbieter. Sie sieht den gesetzlich festgeschriebenen Kanalisierungsauftrag des Unternehmens als gefährdet an. Dieser besagt, durch ein begrenztes staatliches Glücksspielangebot das natürliche Spielbedürfnis der Bevölkerung in geordnete Bahnen zu lenken. „Die eher harmlosen staatlichen Lotterien und Wetten sind sehr streng und wirksam reguliert. Dagegen sind die gefährlichen Spielformen wie Geldspielautomaten, Live-Sportwetten oder Internet-Poker de facto weitgehend unreguliert. Das ist mit gesundem Menschenverstand nicht zu begreifen.“ Dies führe dazu, dass sich Spieleinsätze zu Lasten des Gemeinwohls weiter in den Grau- und Schwarzmarkt verlagerten und die Spielsucht zunehme. Caspers-Merk forderte, die Zahlungsströme der illegalen Anbieter über die beteiligten Bankinstitute zu kappen.

Präventionsbeirat zur Weiterentwicklung des Spielerschutzes

Zur Weiterentwicklung des Spieler- und Jugendschutzes im eigenen Unternehmen möchte die Lotto-Geschäftsführerin einen Präventionsbeirat einrichten. Dieses Gremium soll den Austausch mit externen Interessensvertretern intensivieren und das Sozialkonzept von Lotto Baden-Württemberg weiter verbessern. Als Mitglieder des Beirats sollen fünf Experten aus dem Gebiet der Präventionsarbeit berufen werden, z.B. Leiter von Beratungseinrichtungen oder Wissenschaftler. Die erste Sitzung des Beirats soll im zweiten Halbjahr 2013 stattfinden. „Glücksspiel ist kein Gut wie jedes andere, sondern mit besonderen Gefahren verbunden. Jeder Anbieter von Glücksspiel hat eine besondere Verantwortung. Wir als staatliche Lotteriegesellschaft kommen dieser Verantwortung nach“, so die frühere Drogenbeauftragte der Bundesregierung abschließend.

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