Start-Spende für das “Erlebniszentrum Moorhus“ am Großen Torfmoor

Paul Gauselmann (m.) übergab einen Scheck in Wert von 100.000 Euro als Anlaufspende für das geplante Erlebniszentrum Moorhus an Herrmann Nagel (l.), 2. Vorsitzender des NABU, und Bürgermeister Eckhard Witte (r.).
Paul Gauselmann (m.) übergab einen Scheck in Wert von 100.000 Euro als Anlaufspende für das geplante Erlebniszentrum Moorhus an Herrmann Nagel (l.), 2. Vorsitzender des NABU, und Bürgermeister Eckhard Witte (r.).
Espelkamp/Lübbecke/Gehlenbeck. Der NABU (Naturschutzbund) Kreisverband Minden-Lübbecke e.V. plant seit langem die Errichtung einer Anlaufstelle zur Information und Sensibilisierung der Besucher des Großen Torfmoores in Lübbecke/Gehlenbeck. Dafür steuerte der Unternehmer Paul Gauselmann eine Anlaufspende in Höhe von 100.000 Euro bei. Das geplante Erlebniszentrum Moorhus bietet die Möglichkeit, den Besuchern die Schönheit und Schutzwürdigkeit der einmaligen Moorlandschaft in Form einer informativen Ausstellung zu verdeutlichen, und ist ebenfalls zentraler Treffpunkt für Besuchergruppen.

„Dank der großzügigen Spende von Paul Gauselmann kann der Grundstein für das Erlebniszentrum Moorhus bereits ca. Mitte Mai 2011 gelegt werden,“ so Hermann Nagel, 2. Vorsitzender des NABU und Projektleiter erfreut. „Denn natürlich muss vor Baubeginn die komplette Finanzierung des Projektes stehen. Die Gesamtinvestitionssumme des bereits vor Jahren angestoßenen Projektes liegt insgesamt bei 1,128 Mio. Euro. Die Sponsorengelder füllen die Finanzierungslücken, die neben dem Eigenanteil des Naturschutzbundes, den NRW-Stiftungsmitteln und der EU-Gemeinschaftsbeteiligung (EFRE), noch zur Gesamtfinanzierung fehlten. Aus diesem Grunde sind wir den Sponsoren für die Beihilfe zur Realisierung unseres Projektes Erlebniszentrum Moorhus ausgesprochen dankbar.“

„Als natur- wie auch heimatverbundener Mensch war ich sofort von der Idee des Erlebniszentrums Moorhus, die mir bereits erstmals im Jahre 2006 von Dr. Gerd Franke (Vorsitzender des Beirates bei der unteren Landschaftsbehörde) vorgestellt wurde, angetan und hoffe, dass ich mit dieser Unterstützung an den Naturschutzbund des Kreisverbandes Minden-Lübbecke einen Beitrag zur Erhaltung dieser wunderbaren Landschaft leisten kann“, so Paul Gauselmann bei der Spendenscheckübergabe. Auch Bürgermeister Eckhard Witte begrüßte die Initiative des Unternehmers, wie auch der weiteren Sponsoren, und freut sich auf den Bau des Erlebniszentrums, wodurch die Stadt Lübbecke wie auch der Kreis Minden-Lübbecke touristisch eine weitere Aufwertung erfährt.

Geplant ist ein 470 m2 großes Erlebniszentrum mit einem Ausstellungsraum, einem Aufenthaltsraum, Seminarräumen sowie Büros mit der Möglichkeit unter anderem Umweltbildung für Erwachsene und Kinder anzubieten. Das Bauwerk in Holzbauweise ist ganz auf die biologische Intention ausgerichtet, mit holzverkleideter Außenfassade, Wärmedämmung unter Berücksichtigung der heutigen Möglichkeiten und Nutzung der Erdwärme zur Beheizung der Räume. Die Lage des geplanten Gebäudes befindet sich am westlichen Rand des Großen Torfmoores in Lübbecke-Gehlenbeck und ist direkt über die L771 (Frotheimer Straße) an das überregionale Straßen- und Radwegenetz angeschlossen. So ist es zentraler Anlaufpunkt für Wander- oder Fahrradgruppen. Aufgrund der günstigen Lage sind sowohl das Erlebniszentrum als auch die anliegenden Wanderwege mit Kinderwagen oder Rollstuhl befahrbar. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch das Gehlenbecker Freibad genügend Parkplätze zur Verfügung stehen. Die direkte Nachbarschaft zum Freibad ist zudem besonders für Familien mit Kindern attraktiv, weil die abwechslungsreiche Kombination der Aktivitäten einen Ausflug perfekt abrunden.

Die Ausstellung im Moorhus am Großen Torfmoor behandelt viele unterschiedliche Themen rund um das Moor, wie z.B. Fauna und Flora oder das Hochmoor als Lebensraum für viele Tierarten. Aber auch die Geschichte des Moores oder Themen wie Degeneration nach Entwässerung, Maßnahmen zum Erhalt des Moores oder Nutzung und Wiedervernässerung als Klimaschutzmaßnahme. „Wir wollen den Menschen mit der Ausstellung die Schönheit der Landschaft näher bringen“, so Hermann Nagel. „Die Informationen sollen jedoch auch sensibilisieren und verhindern, dass die empfindlichen Moorbereiche durch unsachgemäße Besucheraktivitäten Schaden nehmen.“

Bei der Konzeption der Ausstellung wird, wie beim bereits bestehenden Naturerlebnispfad, ein deutlicher Schwerpunkt auf das „Erleben“ gelegt, denn die Ausstellung soll nicht nur informieren, sondern die Besucher motivieren, selber eine Wanderung durch das Torfmoor zu machen. „Wir hoffen, dass durch die Ausstellung gerade in der jüngeren Generation das Verständnis für ökologische Zusammenhänge und die Schutzwürdigkeit der seltenen Tier- und Pflanzenwelt geweckt wird“, so Hermann Nagel zuversichtlich auf das in den nächsten Monaten startende Bauprojekt blickend.