Poker, Slotmaschines und die Eröffnung des Wynn Casinos Extreme Vegas – Die Reise ins Herz des American Dream – Teil 3

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
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(rs) 26. April 2005

Bergkette von Las Vegas Heute ist der letzte Tag hier in Laughlin, morgen werden wir bereits in Las Vegas zur Haupt-Action erwartet. Die Temperaturen steigen hier in Süd-Nevada nun täglich stark an. Bereits um 11 Uhr morgens sind es ca. 30 Grad und der Himmel ist nahezu wolkenlos. Am Horizont erblicke ich die Bergkette, für die die Grenze zu Arizona so berühmt ist. Ich verbringe 90 Minuten in der Sonne, doch dann habe ich genug vom Schmoren in der Hitze. Ein paar Einkäufe, dann noch einmal Besuch einiger Casinos in Laughlin

Ein Super8-Race Automat hat einen Bonus, der nun über 11.000 Punkte angestiegen ist. Doch uns verbleibt zuwenig Zeit, um diesen Bonus auch noch abzuklären. Außerdem sind selbst 11.000 Punkte auf dem Bonus-Zähler noch nicht genug. Also lassen wir diesen Bonus stehen. So krass es vielleicht klingen mag: Das AVI Casino bietet rundum einen super Service, perfekte Zimmer, gutes Essen, freundliches Personal, ruhig gelegen, Unterhaltungsmöglichkeiten. Dennoch macht es sein Geld mit den Leuten, die es im Casino wissen wollen. Auch wir zählen ja eigentlich zu den potentiellen Gästen, die ihr Geld hier lassen sollen. Aber die Sachlage sieht etwas anders aus und wir werden das AVI ohne größere Verluste wieder verlassen. Es waren 3 tolle und entspannende Tage hier unten, aber nun geht’s weiter in Richtung Zentrale. Morgen abend werden wir im New York New York einchecken, doch vorher gibt es noch einen kleinen Ausflug in Richtung Death Valley. Mehr darüber dann morgen.

27. April 2005

Heute morgen verlassen wir in aller Frühe das AVI Resort, nachdem wir noch einmal ordentlich vom köstlichen Buffet gefrühstückt haben. Wir tanken unseren Chrysler auf der Arizona-Seite des Colorado, wo die Gallone nur 2,35 Dollar kostet. In Nevada und Kalifornien bezahlt man aus Steuergründen mindestens 30 Cent mehr.

Wir fahren zunächst in westlicher Richtung über die Interstate 40 West bis Barstow. Diese 145 Meilen von Laughlin aus vergehen eigentlich wie im Flug und wir fahren mitten durch eine blühende Wüste. Die Felsklippen und Gebirge bieten einen phantastischen Anblick, doch für größere Wanderungen durch diese geheimnisvolle Gegend fehlt uns leider die Zeit. Nach Barstow besuchen wir kurz Calico, welches für seine Geisterstadt und die frühmenschliche Stätte bekannt ist. Die Außentemperatur ist ideal, so dass wir uns ein wenig die Beine vertreten.

Gegen 14 Uhr treffen wir in Baker an, einer kleinen Zwischenstation auf der I-15 Ost in Richtung Las Vegas. Im Denny’s essen wir einen dieser köstlichen Hamburger, für die die Amerikaner so berühmt sind. Ich trinke dazu ein Dr. Pepper, Mr. M hat das All-American-Getränk, Coca Cola, gewählt. Das Essen kostet uns inklusive Trinkgeld 23 Dollar. Damit ist es das teuerste, was wir in den letzten paar Tagen bezahlt haben. Kunststück. Denn im AVI Resort hatten wir alles kostenlos.

Danach fahren wir direkt weiter zum New York New York. Dies ist unser erster Aufenthalt in diesem Resort und wir sind nicht mit den Check-In-Formalitäten vertraut. Vom Invited-Guests-Schalter werden wir zur Special Section für VIP-Gäste verwiesen. Unsere Suite ist noch nicht bezugsbereit, wir vertreiben uns die Zeit mit einem köstlichen Starbucks Kaffee. An der Erfrischungsbar stehen alle möglichen Getränke und Snacks bereit, doch großartigen Appetit für eine erneute Zwischenverpflegung habe ich nicht.

Steaks im Colerado Belle CasinoHeute abend ist volles Programm angesagt: Zuerst werden wir im Arizona Charlie’s Casino die Super8-Bonusse überprüfen. Um 22 Uhr werden wir einen Bekannten aus Zürich im Mirage Poker Room treffen und dann werden wir pünktlich um 24 Uhr beim Wynn sein, wo die spektakuläre Eröffnung angesetzt ist. Da die Parkgelegenheiten im Wynn höchstwahrscheinlich hoffnungslos überfüllt sein werden, denken wir, dass es sinnvoller ist, wenn wir unseren Mietwagen im Mirage stehen lassen und von dort aus einen 15minütigen Spaziergang machen. Vom Mirage hinüber zum Treasure Island nehmen wir die Monorail, die alle 5 Minuten fährt und vom T.I. sind es ja nur noch ein paar Minuten.
Mehr Details und Photos zur Eröffnung folgen. Ich muss meinen Chip der Digital-Kamera zuerst löschen, damit ich genügend Platz für die neuen Aufnahmen habe.

Grand Opening Wynn Vegas

Um 23.30 Uhr stehen wir in einer riesigen Warteschlange. Wir befinden uns auf dem Bürgersteig vor dem Grundgebäude des neu entstehenden Trump International Tower, welcher auf dem Gelände des „New Frontier“ gebaut wird. Auf der gegenüberliegenden Seite steht es, das Wynn! Majestätisch, riesig – und keiner kann sich vorstellen, was drinnen los ist. Die Eröffnung ist für Mitternacht geplant. Vor der bisher noch gesperrten Einfahrt stehen Sicherheits-Teams und selbst Polizisten sind im Einsatz. Auf der elektronischen Werbetafel sind die ersten Eindrücke zu erblicken, was das Wynn zu bieten hat. Wir warten ungeduldig und der Bürgersteig füllt sich immer mehr mit wartenden Menschen.

Gegen 23.50 Uhr, noch 10 Minuten vor der geplanten Toröffnung, spüren wir, wie die Menschenmasse langsam in Aufruhr gerät. Diverse Film-Crews, darunter auch Deutsche, versuchen, die Eindrücke im Bild aufzufangen. Eine vorbeispazierende ältere Dame fragt mich, ob ich wüsste, warum hier so viele Leute herumstehen, ob irgendetwas spezielles los sei. Die Frage amüsiert mich etwas, und ich kontere auf meine Art: „No sorry, I really have no idea myself. Maybe the president will drive by, I don’t know.“ Die Dame lacht und spaziert weiter. Offenbar gibt es wirklich Leute, die sehr wenig bis gar nichts denken oder sich nicht richtig informieren.

Blick auf das Casinogebäude <br>von Steve WynnDann ist es schließlich soweit. 30 Sekunden vor Mitternacht erscheint ein Countdown auf dem Werbe-Display und zählt von 30 hinunter bis 0. Dann ist das Wynn offen! „We’re Open“ steht auf der Anzeigetafel und die Menschen schreien vor Begeisterung. Die Sicherheitsleute haben alle Hände voll zu tun, dafür zu sorgen, dass es keine Panik unter den hineinströmenden Menschen gibt, die sich durch die kleinen Eingänge hindurchzwängen. Touristen mit Getränken in der Hand werden gebeten, ihre Gläser in Abfalltonnen zu werfen. Die Sicherheitsleute führen Kontrollen durch bei Leuten, die mit Taschen oder großen Plastiktüten ins Casino gelangen wollen. Ein Anschlag wäre jetzt fatal.

Wir gelangen relativ mühelos ins Casino. Der Eingang unterscheidet sich nicht sehr von allen anderen Casinos in Las Vegas, die wir bisher kennen gelernt haben. Im Eingang erwartet den Besucher eine Blumenpracht, durch die er gelangen muss, ehe er im Spielbereich ist. Auf der rechten Seite befindet sich die Check-In-Zone, hell und blitzblank sauber. Zum Spielbereich gelangen wir in wenigen Schritten: Reihenweise Slotmaschinen und dahinter dann der endlos riesige Casino-Pit. An den Geräten sitzen bereits die ersten Gäste und versuchen ihr Glück. An vielen Spieltischen werden ebenfalls bereits die Karten ausgegeben. Offenbar muss eine Art VIP-Party für geladene Gäste stattgefunden haben. Denn wir begegnen vielen hübschen Damen in eleganten Abendkleidern und Herren in Smoking. Es gibt keinen einzigen Spieltisch, an dem kein Croupier steht. Selbst im High Limit Bereich sind sämtliche Tische besetzt und im Poker Room warten die Croupiers auch schon darauf, die Karten austeilen zu können.

Mir fällt zunächst einmal folgendes auf: Die Spielautomaten sind erstmals vollkommen coinless. Der Spieler kann entweder mit Geldscheinen oder mit Casino-Vouchers spielen. Einen Münzfluss gibt es nicht mehr – und das erleichtert natürlich vieles. Die Videopoker- und Videoslot-Geräte sind aus der allerneuesten Generation, hochauflösende Flachbildschirme sorgen für maximale Graphik und höchsten Spielgenuss.
Fast zur Zierde des Casinos sehe ich viel mehr Personal als sonst üblich. Die Cocktail-Hostessen warten überall auf Gäste, die sich einen Drink bestellen möchten.

Im Poker Room treffe ich einen Bekannten, der auch eigens zur Eröffnung des Wynn nach Las Vegas geflogen ist. Ich bin erfreut, wieder ein bekanntes Gesicht mehr zu erblicken, doch ich spüre, wie ihm sein Jetlag tief in den Knochen sitzt. Er kam erst heute Abend in Las Vegas nach einem 18stündigen Trip an – und schon sitzen wir im Wynn Poker Room und spielen die erste Hand am 15/30 Texas Hold’em Tisch. Er hat kein Glück, ebenso wie ich, leider. Im Small Blind bekommt er A-Q suited und wurde vom Spieler am Button geraised. Noch vor dem Flop macht er Re-Raise und beide schauen sich den Flop an. Ein As und zwei kleine Karten. Er checked, der Spieler am Button setzt und er raised. Am Turn spielt er selbst an und der Spieler am Button called. Am River kommt keine speziell gefährliche Karte und er setzt erneut an. Doch diesmal raised der Spieler am Button. Und er called und verliert die Hand. A-K gegen A-Q, beide Spieler haben 1 Paar Asse, doch der König Kicker entscheidet die Hand.

Wenige Augenblicke später: Ich bin im Big Blind mit 9-9. Ein Spieler in früher Position called, und ein Spieler am Button raised. Ich re-raise und der andere Spieler foldet preflop. Wir schauen den Flop an: J-8-6, ich habe leider nichts gefloppt, doch mein 9er-Pärchen könnte immer noch gut sein. Ebenfalls wie mein Kumpel, so check-raise ich mein Paar 9er und werde nicht ge-re-raised. Am Turn kommt noch ein J! Ich setze an, in der Hoffnung, dass der andere Spieler vielleicht ein höheres Paar wegwirft, indem er mich auf einen Drilling Jacks einschätzt. Doch ich liege da falsch. Er called mich und am River, wo ich wohl vermuten muss, dass ich geschlagen bin, checke ich, und er checked ebenfalls und zeigt mir sein Assen-Paar! Eigentlich könnte ich froh sein, nur 90 Dollar verloren zu haben. Hätte ich die A-A gehabt, ich denke, ich hätte diese Hand wesentlich aggressiver gespielt. So gesehen habe ich Geld gespart.

Dann ein paar Hände später folgende Situation: Ich bin am Button mit 9-9. Es scheint der Abend der 9er zu sein für mich. 2 Spieler in der Hand, und ich raise auf 30 Dollar, preflop. Beide Spieler callen mich. Mit 9-9 habe ich schon bessere Flops gesehen, denn dieser trifft mich überhaupt nicht! Es kommt K-J-Q, in 3 verschiedenen Farben (rainbow). Beide Spieler checken, und nun hoffe ich auf einen Lichtblick. Ich setze 15 Dollar, nachdem die Reihe an mir ist, und beide Spieler folden. Offenbar hat keiner von ihnen eine annähernd hohe Hand, keine Dame, kein König, kein A-J, A-10, gar nichts. Ich gewinne einen kleinen Pot und bin nur 50 Dollar im Minus.

So beende ich meine Session im Wynn und fahre mit Mr. M, der sich zwischenzeitlich etwas im Casino umgesehen hat, zurück ins New York New York.
Es war ein langer Tag und eine spektakuläre Eröffnung des teuersten Casinos der Welt. Mehr Informationen zu diesem Casino folgen in den nächsten Berichten, wenn es weniger Menschenmassen hat und ich mehr Möglichkeiten bekomme, mir das Wynn etwas genauer anzusehen.

Lesen sie im vierten Teil die Tagebuch-Fortsetzung unseres ISA-CASINOS Globetrotters aus Las Vegas.

Lesen Sie auch die weiteren Artikel aus unserer Reihe:
Extreme Las Vegas – Die Reise ins Herz des American Dream Teil 1
Bonuse, Black Jack und Casino Besuche

Extreme Vegas – Die Reise ins Herz des American Dream – Teil 2