Wie die Kugel ins rollen kam!

Wer in der Spielbank „faites vos jeux“ hört, wird die Ursprünge des Roulette erahnen. „Roulette“ ist die Verkleinerungsform des französischens Wortes für „Rad“: „roue“.

Das Rad verweist denn auch auf die historischen Wurzeln. Schon im antiken Rom vertrieben sich die Legionäre die Zeit damit, ihr Schutzschild auf einer Speerspitze kreisen zu lassen. Im Mittelalter platzierten die Bauern ein Wagenrad auf einer aufrecht stehenden Achse und drehten es. In Venedig sollen Mönche die Idee des Drehkessels ersonnen haben.

Auch das Glücksspiel im deutschsprachigen Raum hat eine lange Tradition. Sie reicht bis in das Mittelalter, als die Menschen auf Jahrmärkten bei Würfel- und Kartenspiel Entspannung und Unterhaltung suchten. Per Lizenz erteilte einst die weltliche Obrigkeit die Erlaubnis, derartige Jahrmärkte zu veranstalten. Als besonders geschäftstüchtig erwies sich schon damals Frankfurt. Die Frankfurter erhoben 1397 einen Pachtzins für das Recht, Glücksspiele auf den Messen vor Ort durchführen zu dürfen.

Ein erster Nachweis für den historischen Vorläufer von Spielbanken findet sich im mittelalterlichen Mainz. Hier verpachtete der Rat das örtliche Spielhaus – und führte eine Art Spielmonopol ein.

Die Kirche lehnte das Glücksspiel zwar ab. Doch soll das Verbot den Erzbischof zu Köln einst nicht gehindert haben, Einkünfte aus Spielhäusern entgegen zu nehmen. (Man beachte, dass sogar das Kegeln im 14. Jahrhundert verboten war.)

Seine heute gültige Form bekam das Roulette im 17. Jahrhundert. Die Elfenbeinkugel ersetzte die bisherige Spindel, um die Glückszahl anzuzeigen. Den ideellen Überbau lieferte der Mathematiker Blaise Pascal. Sein Buch „Abhandlung über das Roulette und die Dimensionen aller Kurven“ erschien 1649. Der beschriebene drehende Zylinder sollte Pascal helfen, Wahrscheinlichkeitstheorien zu überprüfen.

Jenseits der grauen Theorie zog das Roulette in die Praxis ein. Neben adligen Spielclubs des Adels gab es in Frankreich eine Reihe erster öffentlicher Casinos. Der Legende nach war hier auch der Mathematiker Francois Blanc beteiligt, der 1841 die Spielbank in Bad Homburg eröffnete und den Wandel vom verrauchten Spielclub zur professionell geführten Spielbank einleitete. Zuvor fand das Spiel meist in Herbergen und Schänken statt. Die Gastwirte erhielten dafür eine Lizenz vom Markgraf. Eine derartige Konzession wurde zuerst 1748 in Baden-Baden vergeben, wenig später in Pyrmont. In der Folgezeit stieg die Zahl der Spielbanken schnell rasch an. Besonders deutsche Kurorte wollten auf das mondäne Spiel als Unterhaltungsangebot nicht verzichten.

Die Blüte der Spielbanken beendete jedoch der Norddeutsche Bund per Gesetz vom 1. Juli 1868, um der „Demoralis- ierung der einzelnen Individuen“ zu begegnen. Die Spieler wichen in das Ausland oder auf illegale Spiele aus: Monte Carlo begründete in dieser Zeit seinen Ruhm und Reichtum. Das Verbot wurde in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts aufgehoben. Nach dem Krieg entstanden neue Spielbanken, zunächst nur in Kurorten: 1948 eröffnete Max Schmeling das Haus in Bad Dürkheim, Baden-Baden folgte 1950. Heute heißt es bereits in über 60 Städten „faites vos jeux“.

Quelle:Mit freundlicher Genehmigung unseres Linkpartners Casino Gazetta

Bild: ISA-CASINOS