Las Vegas – Eine Krake die den „Wal“ verschlingt – ISA-GUIDE.de

Las Vegas – Eine Krake die den „Wal“ verschlingt

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
E-Mail: info@isa-guide.de


Die folgende Serie ist eine Reportage über High Limit Gambling in Las Vegas. Es geht um die Methoden, die angewendet wurden und auch noch werden, um die größten Spieler dieser Welt ins Mekka des Glücksspieles zu lotsen.

Sie werden erstaunt sein, welche Tricks die Casino Exekutive auf Lager hat, um die Großzocker in ihre Casinos zu locken. Dies geht vom Casino eigenen Privatjet, über den Limousinen Pickup vom Flughafen, die Luxus-Suite mit drei Schlafzimmern und allem erdenklichen Zusatz, bis hin zu Einladungen in diverse Shows, Boxkämpfe oder Spitzenrestaurants. Sogar Geld in der Größenordnung bis 100.000 Dollar wird manchem Highroller gezahlt, wenn sie bereit sind im betreffenden Hotel zu wohnen. Auch Juwelen als Geschenk für die Gattin in der Preisklasse von 30.000 Dollar aufwärts als Bonus werden geboten, dazu kommen Einkaufsgutscheine, damit Sie sich nicht langweilen während ihr Ehemann oder Liebhaber im High-Limit Pit um Millionen spielt. Das muss man sich einmal bildlich vorstellen. Über dieses und mehr werden wir Ihnen in der kommenden Serie berichten. Sollten auch Sie über das nötige Kleingeld verfügen, werden Sie anschließend wissen, wie Sie vorzugehen haben, um zu Ihrer Gratis-Suite im Caesars Palace mit allen Einladungen in die Spitzenrestaurants zu kommen.

Das frühere Las Vegas Hilton. (Foto: Bezrukov / CC BY 2.0)
Das frühere Las Vegas Hilton. (Foto: Bezrukov / CC BY 2.0)
Doch zunächst lassen Sie uns etwas zurückblicken.

Vor 1990, noch bevor Mirage, MGM Grand, Bellagio und all die anderen neuen Superhotels am Las Vegas Boulevard die Geschichte der Stadt für immer verändern sollten, waren die Casinomanager alle aus dem selben Holz geschnitzt. Sie trugen nur Top-Anzüge, waren sprachgewandt und hatten sonnengebräunte Gesichter vom Golfspielen mit ihren Gästen. Sie alle gingen die übliche Karriereleiter nach oben. Vom Casino Dealer, zum Floorman, Pitboss, Shiftmanager usw. Wenn sie langsam in die Jahre kamen und es Zeit wurde um für jüngeren Kollegen Platz zu machen, wurden sie in die Management Etage befördert. Hier waren sie für eine Handvoll erlesener Gäste zuständig, gemäß dem ungeschriebenen Gesetzen der “Alten Schule” von Las Vegas.

Doch dann betrat ein anderer die Bühne, Steve Cyr. Ein gewitzter junger Mann aus dem Telemarketinggeschäft mit einem Diplom in Hotelmanagement der Universität von Las Vegas und einem “Verkaufsdiplom”, welches er sich selbst in einem jener unzähligen und berüchtigten Las Vegas „Boilerrooms“ als Verkäufer von Vitamintabletten verdient hatte.

Steve Cyr machte seinen Weg, bis er schließlich im Las Vegas Hilton zur absoluten Nummer 1 der Casinohosts aufstieg und dort das alte System des Customer Service ein für allemal revolutionieren sollte. Mit seinen gemachten Erfahrungen führte er neue Marketing Methoden ein, über die man bis dahin noch nichts wusste. Seine aggressiven und zugleich genialen Ideen waren skandalös, aber erfolgreich. Mit dem Ergebnis, das er mit seinen neuen Methoden, einen Großteil dazu beigetragen hat die größten Spieler aller Highrollers, die sogenannten “Wale”, in die Casinos zu locken.

Folgender Bericht umfasst ein sehr breit gefächertes Marketingsystem. Beschrieben wird der Aufstieg Steve Cyrs bis hoch in die Topetage der Casino Marketingstrategen. Weiter geht es um die Marketingmethoden an und für sich, um die Hilfsmittel, die angewendet wurden, wie beispielsweise Luxussuiten die den Superspielern gratis zur Verfügung gestellt wurden, oder vielleicht der firmeneigene Privatjet, der die Spieler einfliegen lies und vieles mehr. Darüber hinaus erfahren sie, welches die Plus- und Minusseiten dieses Highroller Geschäftes sind und auch weshalb sich inzwischen einige Casinos entschieden haben, keine High-Limit Spieler mehr zu ihrem Kundenstamm zählen zu wollen. Sie werden über Methoden lesen um Spieler anzulocken, die in einigen Ländern unmoralisch oder als verwerflich galten, in Las Vegas wiederum als völlig “normal” angesehen wurden.

In manchen Casinos durchaus üblich: der Privatjet für besonders geschätzte Kunden.
In manchen Casinos durchaus üblich: der Privatjet für besonders geschätzte Kunden.
Der Ruin eines Großzockers bedeutet den Erfolg für ein Spielcasino. Das wissen beide Seiten und dennoch ließen sie sich auf dieses spekulative Geschäft ein. Umgekehrt kann ein Highroller, der mit einer 10 Millionen Kreditlinie spielte, einem Casino das Licht ausknipsen, wenn er einen guten Spielverlauf erwischte. Und das kam nicht nur einmal in der Geschichte des Glücksspiels vor. Einige Casinos auf den Cayman Inseln und der Karibik gingen Bankrott, nachdem ein Großzocker ihnen einen Besuch abgestattet hatte. Verfügte ein Casino nicht über eine entsprechende Geldreserve und ist die Anzahl Highlight-Limit-Spieler nicht groß genug um die Schwankungen auszubalancieren, wird das Ganze zu einem Risiko für das Haus. Diesem Risiko waren einige Casinos nicht gewachsen und gingen zugrunde. Andere Casinos, vorausblickend und aus den Erfahrungen der anderen lernend, zogen sich später aus diesem Geschäft zurück und boten seither lieber das Geschäft für die breite Masse an. Daher findet man heute mehrheitlich Casinos, in denen Tausende von Spielautomaten mit relativ niedrigen Einsätzen stehen und die High-Limit Spielbereiche immer kleiner wurden. Einige Casinos bewahrten allerdings diese Tradition und bleiben im Highroller Geschäft, so zum Beispiel Bellagio, Caesar’s Palace, Mirage, und andere. Nur stehen heute Großkonzerne hinter den Casinos, die diese Fluktuationen einstecken können. Als High Limit Spieler merken Sie dies recht schnell, wenn Sie beispielsweise im Bellagio mit 2.000 Dollar pro Box Black Jack spielen, wird kein Pit Boss mit dem Schreibblock neben dem Tisch stehen und für unnötigen Wirbel sorgen. Spielen Sie hingegen unten in Downtown im altbewährten Lady Luck Casino und setzen nur gerade mal 200 oder 300 Dollar pro Box, können Sie versichert sein, dass man ihnen so genau auf die Finger schaut, dass es Ihnen unwohl werden könnte.

Dieser Bericht wird Sie faszinieren und begeistern. Er wird Ihnen eine neue Welt des Glücksspieles zeigen, die Sie vielleicht vorher noch nicht gekannt haben. Vieles wird Sie vielleicht erstaunen, anderes möglicherweise amüsieren. Es lohnt sich so oder so, dass Sie an der Story dran bleiben. Seien Sie also gespannt auf diese Berichte, welche wir Ihnen in einer ISA-GUIDE Serie liefern.

Beginnen werden wird im kommenden Eröffnungsbericht mit Steve Cyr, seinen Tagesgeschäften und seinem Aufstieg im Las Vegas Hilton. Larry Flint wird dabei eine gewichtige Rolle spielen.

Hier finden Sie eine Übersicht aller bisher erschienen Teile dieser Artikelserie.

  • Johann Poehlein

    Ich bin schon richtig gespannt auf diesen Bericht. Ich selbst war bereits etwa 30 mal in Las Vegas, zwar nicht als Wal, aber doch als „Hai“ mit vielen Vorteilen durch meine Hosts. Wahrscheinlich werde ich in Ihrem Bericht einiges erfahren was ich verpasst habe.

  • Norbert

    Hallo Reinhold,
    Eine Nacht war ich mit Temuri in London. Er hat in der Nacht 968.500£ gewonnen. Um 0600 Uhr in der Früh habe ich ihn gezwungen Kasse zu machen.
    Dem haben, vor allem, die Scheichs Privatflugzeuge geschickt.
    Es ging das Gerücht, dass er mehrere 100 Mio. $ verspielt hat. Natürlich auch gewonnen. Er hatte ein fantastisches Gedächtnis.
    Schön von dir zu lesen.
    Grüße
    Norbert