Las Vegas Reisebericht Teil 4: Der erste komplette Tag – Erkunden des Strips (2/2)

Stefan Kruse
Freier Spieleentwickler
E-Mail: mail@stefan-kruse.eu


Wie funktioniert eigentlich der Geldtransfer in den Casinos? Ganz einfach und pfiffig: Jedes Gerät hat einen Akzeptor, aber keine Münzannahme. Eingeworfenes Geld wird – wie bei uns – in Punkte umgewandelt (1$ = 100 Punkte). Will man das Gerät verlassen und hat noch Punkte übrig, drückt man auf einen „Cash-Out“ Knopf. Es wird ein Voucher gedruckt und ausgeworfen. Den kann man an jedem anderen Gerät des gleichen Casinos statt einem Dollarschein einführen und weiterspielen. Möchte man das Casino verlassen und hat Voucher, benutzt man innerhalb von 30 Tagen einen der in jeder Ecke stehenden „Geldautomaten“. Dort führt man den Voucher ein und erhält Dollar-Scheine und -Münzen.

Im Paris Paris gab es das beste Frühstück der Tour mit echten französischen Croissants. Ansonsten hatte ich morgens einige Schwierigkeiten, denn scharf gebratene Hühnchen, Wurst, Ahornsirup-Pfannkuchen, Pommes und haufenweise Eier sind nicht unbedingt mein Morgen-Geschmack. Toast gab es meist nur als Beilage, und mein Versuch, ihn mit Erdbeermarmelade zu bestreichen, endete mit einem bitteren Gesichtsausdruck ob des Kümmels, der im Toast reichlich verbacken wurde. Zwei Beispiele typisch gesunder Frühstücke…

Das führte dann zu manch merkwürdigen Geschmackserlebnissen.

Direkt daneben das Casinos, was eine ungewöhnliche Geräuschkulisse zum Frühstück erzeugte. Nebenbei spielten wir Bingo, dessen Gewinnzahlen laufend auf einer Tafel angezeigt wurden. Leider wurde es nichts mit dem erhofften Millionengewinn zwischen Kaffee und Marmelade.

Danach weiter quer durch die Stadt der Sünde. Rein in ein Hotel und Casino, Staunen, etwas spielen, und wieder raus in die Sonne. Trotz Müdigkeit wurde die Laune immer besser.

Eins der größten Hotels der Welt, das MGM Grand. Ich fragte mich, was der Löwe im Logo bedeutet. Hat Novomatic schon seine Fühler nach Las Vegas ausgestreckt?

Nein, der Löwe ist anders.

Im Innern ein von Touristen heftig umlagertes Glasgehege, in denen zwei weiße Löwen spielten und ein Tierpfleger Mittagsschlaf hielt. Schöner Job, wenn man die Ruhe weg hat!

Im Casino prinzipiell nichts Neues. An einer Gemeinschaftsanlage mit etwa 20 Walzengeräten konnte man für dreimal 7 bei 75ct Einsatz einen Mittelklassewagen gewinnen. Wir haben nicht mitgespielt, wie soll man den ins Fluggepäck nehmen?

„Rock You Queen“ von IGT war einer meiner Favoriten. In voller Lautstärke werden Hits von Queen samt passendem Video gespielt. Das Gameplay ist spannend, die Grafik originell. Und das Wichtigste: Alle 500 Spiele wird eine Freegames-Serie garantiert. Ein kleiner Zähler informiert über die restlichen Spiele. Das erhöht die Bindung ans Gerät ungemein, wer hört schon auf, wenn er 100 Spiele später eine Serie garantiert gewinnt? In der Serie startet bei drei Sondersymbolen „Bycycle Race“, und Freddie radelt gegen zwei fast nackige Schönheiten. Gewinnt er, gibt’s eine Serienverlängerung. Ansonsten den Stinkefinger von den Mädels und Game Over.

Besonders viel Spaß haben uns die verschiedenen Monopoly-Spiele gemacht. Entweder als Community-Games mit mehreren Spielstellen oder als fantasievolle Einzelspiele.

Mechanische Walzengeräte haben einen erstaunlich hohen Anteil an den Geräten in Las Vegas, ich schätze 40-50%. Und sie werden eifrig bespielt. Nun darf man diese Geräte nicht mit den klassischen einarmigen Banditen vergleichen. Oft haben sie einen zusätzlichen TFT Schirm darüber, bieten Features und Freegames. Trotzdem war mir das Gameplay zu limitiert, ich kann mir keinen Erfolg in Deutschland vorstellen.

In vielen Casinos gibt es auch Unterhaltungsbereiche für Jugendliche. Das Wort „Jugendschutz“ lässt sich wohl nicht ins Englische übersetzen, so dass es ein Amerikaner versteht. Bis auf die Slot-Machines dürfen Minderjährige an allem spielen, was in Deutschland als gewaltverherrlichend auf den Index kommt.

Lesen Sie im nächsten Teil von unserem Besuch der Fremont Street und der, mit Las Vegas einhergehenden, Reizüberflutung.

Hier finden Sie eine Übersicht aller bisher erschienen Teile unseres Las Vegas Reiseberichts.

  • Andreas

    Für mich sehr sonderbar erscheint die Tatsache, dass der Autor des Berichtes nach Las Vegas fährt und sich dann über kalorienreiches, sicherlich nicht sehr gesundes Frühstück/Essen beschwert und angeblich merkwürdige Geschmackserlebnisse hat und die laute Geräuschkulisse erwähnt, insgesamt kein gutes Wort an dieser Stadt lässt. Wusste der nicht das er nach Las Vegas fährt – war er Gewinner einer Senioren-Glücksreise mit Zufallsprinzip ? Dann soll er doch künftig besser zum Wolfgangsee in weisse Rössel fahren oder in den Schwarzwald zu Titisee. Ich liebe diese Stadt – mit all seinen vielfältigen kulinarischen Angeboten – mit all seinen Geräuschkulissen und mit visuellen Erlebnissen – SIN CITY eben! Nirgendwo auf dieser Welt kann ich innerhalb einer Stadt besser die ganze Welt kulinarisch erleben als in Las Vegas. Nirgendwo kann ich mehr riechen schmecken sehen fühlen spüren als in dieser Stadt. Aber hier schreibt jemand über Las Vegas, der besser eine Sonntagsnachmittagspartie „Halma“ oder „Vier gewinnt“ im ruhigen Wohnzimmer spielen sollte. Eine Herrenrunde Skat im Raucherzimmer ginge auch gerade noch so durch – aber ohne TV oder Radio – zum Essen dann Bratwurst mit Sauerkraut – aber ohne Kümmel.

  • Josef

    Lieber Andreas!
    Auch wir Scouts lieben diese faszinierende Stadt!
    Die Amerikaner haben nunmal für uns eine ungewöhnliche Esskultur.
    Geschmäcker sind halt verschieden.
    Keinesfalls sollte in diesem Bericht irgendetwas negativ gewertet werden!
    Wenn Du Dir den ersten Teil ansiehst, erübrigt sich auch Deine Frage.
    Alles in Einem war das für uns wohl die aufregendste Reise, die wir bis dato erlebt haben.
    Viele Grüße
    Josef