Las Vegas Reisebericht Teil 2: Fahrt zum Hotel und erste Eindrücke

Stefan Kruse
Freier Spieleentwickler
E-Mail: mail@stefan-kruse.eu


An den Einreiseschaltern kam uns leider ein Flieger voll Mexikaner zuvor, so dass wir eine Stunde in der Schlange standen. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass wir uns über die Volksgruppe ärgern sollten. Nach dem Wiederauffinden der Koffer ging es raus aus dem klimatisierten Flughafen, und wir alle bekamen einen Schock. Bei greller Sonne wehte es einem wie aus einem Fön entgegen. Der aber nicht mehr ausging. So eine Temperatur habe ich noch nicht erlebt. Gefühlte 50 Grade heiße Backofenluft. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich aber dran, im Gegensatz zu unseren Sommern ist die Luft so trocken, dass sich gar kein Schweiß auf der Haut bildet. Richtig angezogen lässt es sich aushalten, außer in der prallen Sonne.

Die erste, und nicht letzte Überraschung, war die riesige Stretchlimosine, die uns samt Chauffeur abholte. Innendrin eine Riesensitzbank, wo wir uns erstmal lang ausstreckten und reichlich Eis aus dem Kühl Fach einfach in die Hemden schütteten. Das tat gut. Der Kofferraum war der Länge des Gefährts nicht angemessen, so dass der Chauffeur sie kurzerhand festschnallte und die Klappe offenließ. Den Besitzern die obenliegenden Koffer wurde etwas die Lust an der Fahrt genommen, da sie Angst um ihre Habseligkeiten hatten.

Dann ging es über den Las Vegas Blvd. zum berühmten Las Vegas Schild.

Nach kurzem duschen trafen wir uns bereits nach einer Stunde vor „unserem“ Planet Hollywood Hotel und machten den ersten Rundgang im Casino des Hauses.

Die Casinos sind unbeschreiblich groß und unübersichtlich. Gefühlt tausende Automaten, aus deutscher Sicht ungewöhnlicher Weise meist mit nur einem Spiel ausgestattet, wetteiferten einander mit grellen Licht-Animationen. Die ersten $2 waren schnell verspielt. Die Automaten sind so unregelmäßig aufgestellt und oft über 2m hoch, so dass man mangels gekennzeichneter Wege sofort die Orientierung verliert. Ich habe selbst am letzten Tag im Casino des Planet Hollywood noch neue Automaten entdeckt, wenn man einfach mal andere Wege läuft. Die Atmosphäre ist nicht wirklich gemütlich, sondern es ist sehr laut, zusätzlich läuft Musik, abends in doppelter Lautstärke, und durch die unübersichtliche Aufstellung laufen einem dauern andere Leute direkt hinter dem Rücken vorbei, was ich nicht mag. Da lobe ich mir die dezenten, ruhigen deutschen Spielotheken.

Die besondere Attraktion im Planet Hollywood war der Casinobereich „Pleasure Pit“. Alle Automaten sowie die ganze Einrichtung waren in rosa gehalten. Abends wechselte die Belegschaft. Züchtig bekleidete Croupiers und anderes Personal wurde durch junge Damen in Reizwäsche ersetzt.

Dann gingen wir zum 50m breiten Buffet in einem Restaurant des Hotels und speisten ausgiebig, was nach einem Tag Anfahrt und Flug höchst nötig war. Für $39,95, einem Sonderpreis in Las Vegas, konnte man 24 Stunden lang essen, was die meisten der anwesenden Amerikaner anscheinend über Gebühr ausnutzen.

Holger teilte die ersten $100 Spielkapital an jeden aus. So sollte es jeden Tag weitergehen! Wir streiften zusammen durch das Casino und testeten ausgiebig die Geräte, wobei sich gleich heftige Diskussionen um Spielsysteme, Sound und Grafiken entspannten. Die ersten Favoriten wurden gekürt. Mit dem Spielgeld kommt man erstaunlich weit. Zwar muss man in der Regel mindestens 20ct setzen, um Aussichten auf Feature zu haben, an manchen Geräten auch 40ct, doch erstaunlich viele mittlere Gewinne stocken den Punktespeicher immer wieder auf. Gefühlt haben die Geräte eine höhere AQ als in Deutschland.

Danach verließen wir das Hotel und gingen über Strip zur anderen Seite Richtung Bellagio. An dem riesigen Teich davor staunten wir über die fantastische Wasser- und Lichtshow.

Wir genossen den Blick zum Hotel Paris Paris mit dem originalgetreuen Eifelturm im Verhältnis 1:2. Auch das eigene Hotel wirkt auch aus der Entfernung gewaltig.

Im Bellagio herrscht Luxus pur. Die Eingangshalle ist ein Anziehungspunkt für Touristen, obwohl es auf europäische Augen kitschig wirkt.

Im riesigen Casino des Bellagio ging der Abend gemeinsam weiter. Erste größere Gewinne und Verluste stellten sich ein. Mein Glück war am „White Shark – Night Edition“ ein Minor Jackpot von $86, den ich nicht verstanden hatte, weil keinerlei Gewinnkombination einlief. Noch besser war eine Featureserie am „Invaders vom Planet Mulah“ mit einem Fast-Vollbild. Das Gerät sollte übrigens mein Favorit der ganzen Reise werden. Unglaublich lustige Grafik, Videos, Sound und Gameplay. Es ist später als „Ghostslider“ von Gauselmann veröffentlicht worden und bis heute in jedem Spielpaket zu finden.

Am Ende des ersten Tages, der bis 23h Ortszeit ging, war ich $105 im Plus. Besonders das Spiel Zeus II fand allgemeine Anerkennung. Mit verschiedenen Grafiksets versehen sind meist mehrere Geräte zusammen aufgebaut. Wir spielten, fachsimpelten, bewunderten und kritisierten alle möglichen Spielsituationen, die jedem widerfuhren. So vergingen die Stunden.
Auf dem Rückweg war es bereits dunkel und es galt die fantastisch erleuchteten Gebäude zu bewundern, die noch besser aussehen als am Tag.

23h Ortszeit heißt 8h unserer Zeit, so dass wir seit dem Aufstehen um 5h am Vortag seit 27 Stunden wach waren. Im Flugzeug war kaum an Schlafen zu denken. Wir trennten uns und suchten unsere Zimmer auf. Trotzdem hatte ich große Schwierigkeiten, einzuschlafen. Das Geklingel und die Aufregung des Tages fuhren Achterbahn im Kopf. Eine Schlaftablette half darüber hinweg und ich schlief endlich ein. Solche Tage sollten zur Normalität werden.

Im nächsten Teil geht es um den ersten Tag in Las Vegas.

Hier finden Sie eine Übersicht aller bisher erschienen Teile unseres Las Vegas Reiseberichts.

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